Bilal Abdallah, hier noch für RW Ahlen am Ball, spielt ab dem Sommer für den Lüner SV. © imago/Rene Traut
Fußball-Westfalenliga

LSV-Hoffnungsträger Bilal Abdallah: „Die Westfalenliga kann sich warm anziehen“

Bilal Abdallah ist der „Wunschtransfer“ des Lüner SV: Er hat noch nie niedriger als Oberliga gespielt und wäre fast Profi in den Niederlanden geworden. Was zieht ihn nun in die Westfalenliga?

Die fußballerische Vita von Bilal Abdallah weist einige prominente Stationen auf. Der 25-Jährige wechselt zur neuen Saison zum Lüner SV und hat bis dahin nie unterhalb der Oberliga gekickt. Für den VfL Bochum und RW Essen spielte er in der Junioren-Bundesliga, anschließend stand er für den Wuppertaler SV, Rot Weiss Ahlen und Westfalia Herne in der Ober- bzw. in der Regionalliga auf dem Platz. Warum er nun in die Westfalenliga wechselt und wie er beinahe Profi in den Niederlanden geworden wäre – darüber spricht Abdallah im Gespräch mit dieser Redaktion.

2018 spielte Bilal Abdallah beim FC Volendam vor. Der Klub ist niederländischer Zweitligist, für den heute 25-Jährigen sollte es der Sprung in den Profifußball werden. „Ich wollte schauen, ob ich mich nach der Regionalliga-Saison mit Ahlen hier messen kann“, berichtet Abdallah.

Die Niederländer hätten ihn gerne unter Vertrag genommen, ein Hindernis war für Abdallah aber zu hoch: „In den Niederlanden sind die Regeln in der zweiten Liga streng.“ So hätte der Großteil der Spieler nicht älter als 23 Jahre alt sein dürfen – Abdallah, der diese Grenze knapp überschritten hatte, habe somit nur wenig Spielzeit gewunken.

„Ich will auf jeden Fall aufsteigen“

Stattdessen ging es zu Westfalia Herne, der Hammer SpVg und ab dem Sommer nun zum Lüner SV. Ist das nicht ein Rückschritt für ihn? „Nein, denn ich muss in der Oberliga niemandem mehr etwas beweisen“, betont Abdallah.

Und wenn es nach ihm geht, steigt der LSV ohnehin auf: „Intern haben wir noch nicht über Ziele gesprochen, aber ich bin nicht hergekommen, um um die goldene Ananas zu spielen oder mir 15 Tore als Saisonziel vorzunehmen – ich will auf jeden Fall aufsteigen.“

Dass der Offensiv-Spieler künftig in der Westfalenliga aufläuft, ist vor allem Neu-Trainer Axel Schmeing und dem Sportlichen Leiter Marcel Piaszyk zu verdanken. „Die beiden haben sich wirklich sehr um mich bemüht“, erzählt Abdallah und ergänzt: „Dass ich ihr Wunschspieler bin, ist sicher keine Floskel. Das zeigt das Vertrauen, das sie in mich haben.“

Dieses Vertrauen will Abdallah zurückzahlen – mit Leistung auf dem Platz: „Ich sage es mal so: Die Westfalenliga kann sich warm anziehen.“ Eingesetzt werden kann er eigentlich überall in der Offensive: „Ich bin ein Allrounder. Die meisten Tore mache ich als zentraler Stürmer, ich kann aber auch dahinter oder auf dem Flügel spielen.“

Auch die private Situation hat für den Lüner SV gesprochen. „Ich studiere Fitnessökonomie. In der Westfalenliga kann ich Fußball, Studium und Arbeit gut im Blick behalten ohne dass etwas davon zu kurz kommt“, erläutert Abdallah.

Der hofft indes, dass sich die Corona-Situation bis zum Saisonbeginn soweit entspannt, dass wieder Zuschauer zugelassen werden. „Der Lüner SV ist ein Traditionsverein. Deshalb möchte ich auch vor den Fans dort spielen“, kündigt Abdallah an – und die Fans wollen sicher auch den Wunschtransfer spielen sehen.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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