Die Chancenverwertung war nicht gut beim Lüner SV: Hier war der eingewechselte Lukas Mertens (M.) gescheitert. © Sebastian Reith
Fußball

Lüner Leistungssteigerung: Famoser LSV hat noch jede Menge Baustellen

Eine schlechte erste Halbzeit und viele Fehler - trotz des 3:1 über Emsdetten hatte der Lüner SV Schwachstellen. LSV-Coach Axel Schmeing zählte sie nach Schlusspfiff auf.

Nach dem 3:1-Sieg des Fußball-Westfalenligisten Lüner SV saßen die LSV-Verantwortlichen mit einem breiten Grinsen auf der Pressekonferenz oberhalb der Tribüne. Der Tabellendritte schielt langsam aber sicher nach oben. Trainer Axel Schmeing mahnte aber und nahm kein Blatt vor den Mund.

Der LSV-Trainer rollte die Partie Minuten nach Schlusspfiff bereits sehr analytisch chronologisch auf, sprach über die unerklärlich schwache erste Halbzeit, nach der der LSV mit einem 0:0 zur Pause gut bedient war. „Den Plan haben wir einfach nicht umsetzen können“, sagte Schmeing zurückgelehnt.

Und auch mit Spielerkritik geizte er nicht. Milan Sekulic habe nicht die Meter zurückgemacht, die Schmeing sich gewünscht habe, und konnte auf der Neuner-Position „am wenigsten kaputtmachen“. Da machte sogar Gäste-Coach Steffen Molitor große Augen angesichts der deutlichen Kritik. Nico Berghorst, später Torschütze zum 1:0, habe unglücklich mit dem Rücken zum Gegner agiert. Nur wenige Spieler nahm er aus der Kritik aus.

Startelf-Debütant Amer Masic musste raus

Für Innenverteidiger Amer Masic, der sein Startelf-Debüt gegeben hatte und den verletzten Kapitän Matthias Drees ersetzen sollte, tat es Schmeing leid, dass er ihn zur Pause rausnahm. Doch genau mit den beiden Wechseln hin zu Lukas Mertens und Ferdinand Franzrahe und der Schmeings Aussage zufolge sehr lauten Halbzeitansprache kurbelten die Lüner ihr Offensivspiel endlich an.

„Wir hatten unfassbar viele Großchancen, mit Abstand die meisten in dieser Saison“, sagte Schmeing, „haben aber auch unfassbar viel verbraten.“ Ein Vorwurf, den sich die Mannschaft gefallen lassen müsse, so Schmeing. „So schlecht die erste Halbzeit war, so verdient war es dann trotzdem aufgrund der Vielzahl der Torchancen“, sagte Schmeing.

Emsdetten verpasst gegen Lünen die Tore

Emsdettens Trainer Steffen Molitor sagte in seinem Statement: „Was wir im zweiten Durchgang geboten haben, war genau der krasse Kontrast. Das war das erste Mal, dass wir so einen Leistungsabfall hatten. Das wird mir noch zwei schlaflose Nächte bereiten. Im Idealfall führen wir zur Pause 2:0 und haben einen ruhigen Sonntag.“

Jubel beim Lüner SV: Nico Berghorst erzielte das 1:0.
Jubel beim Lüner SV: Nico Berghorst (3.v.r.) erzielte das 1:0. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Auf dem Herzen lag Molitor das Foul von Berghorst in der zweiten Halbzeit. „Bei der Aktion gegen Vincent Schulte war niemals im Leben die Möglichkeit da, den Ball zu spielen. Die Situation nur mit einer Gelben Karte zu belegen, ist maßlos. Frech würde ich es fast benennen“, kritisierte Molitor, schränkte aber ein, dass er ansonsten tiefen Respekt vor Schiedsrichter habe und dass die Situation nicht spielentscheidend gewesen sei. Schmeing hatte auch gesagt, dass das Foul rotwürdig gewesen sei.

Der Blick des Lüner SV richtet sich nun nach oben, auch wenn das noch keiner der Verantwortlichen so richtig zugeben möchte – zumindest offiziell. Torschütze Milan Sekulic träumt aber schon mal von der Oberliga: „Wir sind sehr motiviert und wollen auf jeden Fall ganz oben in der Tabelle sein“, sagte Sekulic nach Spielschluss, „das ist der richtige Weg. Ich hoffe, es bleibt so.“

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith