Die Ruhrgebiets-Klassiker in der Regionalliga-West finden ab sofort ohne einen Lüner Fußballer statt. © imago/Thomas Bielefeld
Fußball-Regionalliga

Lüner Regionalliga-Spieler zieht mit 29 Jahren einen Schlussstrich unter seine Karriere

Obwohl er noch im besten Fußballer-Alter ist, beendet ein Lüner Regionalliga-Spieler seine Karriere. Dies teilte er in einem persönlichen Statement mit.

Es war ein Instagram-Post, der eigentlich keine Zweifel zuließ. Die Stadt Lünen hat sein Dienstag einen Fußballer weniger, der mit dem Sport sein Geld verdient. Traurig ist dieser über den bewusst gewählten Schritt keineswegs.

„Danke an alle, die mich auf meinem Weg begleitet und unterstützt haben. Es war eine wunderschöne Zeit“, schreibt Tim Hermes auf Instagram. Seinem Text sind gleich mehrere Collagen mit Fotos aus seiner aktiven Zeit im Profi-Fußball angehängt.

„Traum gelebt“, schreibt er und setzt einen Haken dahinter. Denn für Tim Hermes ist seit Dienstag Schluss. Einen Tag nach seinem 29. Geburtstag verkündete der Lüner, dass er nach der Corona-Unterbrechung, die in der Regionalliga anders als in den Ligen darüber noch immer anhält, nicht mehr zu Rot-Weiß Oberhausen zurückkehren wird – und auch zu keinem anderen Profi-Klub.

Tim Hermes spielte auch für Borussia Dortmund

Bis zum 30. Juni läuft sein Vertrag in Oberhausen noch. Doch nach Stationen bei Borussia Dortmund II, Alemannia Aachen, beim SC Wiedenbrück, bei Rot-Weiß Essen und zuletzt eben in Oberhausen ist Schluss für Hermes.

„Ich will nicht mehr diesen Aufwand betreiben und Fußball als Beruf ausüben“, sagt Hermes auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Gründe dafür sind vor allem körperlicher Natur.

Die letzte richtig lange Verletzungspause des Verteidigers liegt noch gar nicht weit zurück. Erst im Januar dieses Jahres feierte er nach achtmonatiger Zwangspause sein Comeback. Die schwerwiegende Schambeinentzündung besiegte Hermes damals gleich mit einem Treffer fünf Minuten nach seiner Einwechslung.

Tim Hermes: „Bin nicht mehr der Alte“

Die gesundheitlichen Folgen seiner Laufbahn lassen sich inzwischen aber nicht mehr verdecken. „Der Körper macht die Belastung nicht mehr mit. Mir ist bewusst geworden, dass ich nicht mehr der Alte war“, sagt Hermes. Zwei Mal gewann er in seiner Karriere den Niederrhein-Pokal (2015 und 2018). 2009 wurde er mit Borussia Dortmund Meister der A-Junioren-Bundesliga West.

Mit 29 Jahren sei ein guter Zeitpunkt gekommen, um seine Karriere zu beenden und eine berufliche Laufbahn einzuschlagen. Gespräche hierzu führt der Aufstiegstrainer von BW Alstedde bereits.

In vier bis fünf Jahren stünde er schließlich vor den gleichen Problemen wie jetzt, sagt Hermes. Es hätte wohl auch noch weitergehen können, hört man heraus. Doch viel deutlicher ist spürbar, wie glücklich, wie sehr im Reinen Tim Hermes mit sich und seiner Entscheidung ist.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch