Der Lüner Ultraläufer Michael Petry ist beim Mallorca-Marathon gestartet. Das Bild zeigt den 100-Meilen-Lauf in Berlin. © Privat
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Lüner Ultraläufer Michael Petry feiert beim Mallorca-Marathon eine ganz besondere Premiere

Vor allem im September und Oktober findet weltweit die größten Marathons statt. Der Lüner Michael Petry startete vor Kurzem bei einem etwas kleinerem Event, das für ihn aber eher ein Genuss war.

Berlin, Boston, Amsterdam und Chicago: Überall starten im Moment Profis und Amateure über die 42,195 Kilometer lange Marathon-Strecke. Die Herbstmonate gelten in der Szene als die Marathon-Zeit. Auch Michael Petry, der sich sonst eher bei Läufen jenseits der 100 Kilometer zu Hause fühlt, hat erst vor Kurzem auf Mallorca bei einem Event teilgenommen. Einer bestimmten Zeit ist der 54-Jährige dieses Mal aber nicht hinterhergelaufen.

Schon vor zwei Jahren ist der Lüner auf der spanischen Mittelmeerinsel an den Start gegangen. Über Ostern kam schließlich die Mitteilung, dass es nach der langen Coronapause 2021 wieder klappen würde. Dass die Pandemie aber immer noch nicht vorbei ist, zeigt sich dann auf Mallorca. Denn Petry und alle andere Läufer sind zunächst einmal in Wellen gestartet und nicht gleichzeitig.

Hinzu kam, dass jeder beim Start, trotz 3G-Regel, eine Maske tragen musste. „Die durften wir aber nach einem Kilometer ablegen. Trotzdem war es zu Beginn schon befremdlich und ganz schön anstrengend“, erinnert sich Michael Petry zurück. Und auch kurz vor dem Zieleinlauf habe man wieder einen Mundnasenschutz bekommen.

Für große Marathon wäre Michael Petry noch zu langsam

Der Lüner Ultraläufer hat sich davon aber ganz und gar nicht beirren lassen und wollte seinen Marathon dieses Mal „genussvoll“ laufen. Die Strecke führte ihn durch die Altstadt, am Meer vorbei, hinweg über die Promenade unter Palmen. „Das war einfach eine ganz andere Stimmung“, schwärmt Petry. Die Zeit habe ihn auf Mallorca nicht wirklich interessiert. Normalerweise könne er eine Zeit unter vier Stunden immer abrufen, vor Ort sind es dann 4:54:39 Stunden geworden.

Um bei den bekanntesten Marathon-Veranstaltungen weltweit teilnehmen zu können, müsste Petry aber noch eine ganze Menge draufpacken. Denn die Läufer brauchen dort teilweise Qualifikationszeiten von unter 3:30 Stunden. Der Lüner weiß jedoch, was er im Stande ist zu laufen und wo seine Grenzen liegen. „Man ist körperlich ja irgendwo limitiert. Und man braucht eben Talent und die Körperlichkeit“, erklärt er. Die Topläufer, die eine Zeit unter 2:20 (Frauen) und 2:10 (Männer) abspulen, seien aber immer wieder eine totale Inspiration für ihn.

Lüner Läufer macht die 80 Marathons auf seiner Liste voll

Der Lauf auf der spanischen Insel war für Petry zudem ein ganz besonderes Ereignis. Denn der 54-Jährige hat damit seinen 80. Marathon geschafft. Wenn er aber von Marathon spricht, meint der Lüner Läufer nicht nur die 42,195 Kilometer lange Strecke, sondern auch alles was darüber hinaus geht und ab 45 Kilometer dann als Ultra-Lauf gilt. Und in seine Liste werden sich dieses Jahr noch zwei weitere Marathons einreihen.

Denn das Rennen auf Mallorca war nicht das letzte große Event für Michael Petry. Anfang November steht noch die Deutsche Meisterschaft über die 50 Kilometer in Bottrop an sowie ein 100-Kilometer-Einladungslauf. Insgesamt schätzt Petry, dass er jährlich 3500 bis 4000 Trainings- und Wettkampfkilometer hinter sich bringt. „Ich laufe einfach das ganze Jahr.“

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