Ramazan Kiymaz hatte einen großen Anteil am Weiterkommen der SG Gahmen. © Timo Janisch (A)
Fußball-Kreispokal

Nervenkrimi in der Schlussphase: SG Gahmen entscheidet turbulenten Pokal-Fight für sich

Die SG Gahmen steht in der dritten Runde des Dortmunder Kreispokals. Beim Hörder SC gewann die SGG eine denkbar knappe Partie. Vor allem in der Schlussphase gab es allerdings äußerst kuriose Szenen.

In der zweiten Runde des Dortmunder Kreispokals standen sich am Donnerstagabend der Hörder SC und die SG Gahmen gegenüber und lieferten sich einen engen Pokal-Fight, der erst in den letzten zehn Minuten entschieden wurde – mit dem besseren Ende für die Gäste aus Lünen.

Flutlichtspiele im Pokal haben ihren ganz besonderen Reiz. In der zweiten Runde des Kreispokals stand eben eine solche Partie auf dem Programm. Die SG Gahmen, ungeschlagener Tabellenzweiter der Kreisliga A2, gastierte beim Hörder SC, dem Tabellenelften der Kreisliga A1.

Hörder SC und SG Gahmen bleiben lange torlos

Auf dem Papier war es eine Begegnung, in der die Gäste zweifelsohne in die Favoritenrolle schlüpften. Von klaren Verhältnissen war aber über weite Strecken der Partie nichts zu sehen.

„Die ersten 30 Minuten war es Einbahnstraßen-Fußball und Hörde war auf jeden Fall optisch unterlegen. Danach ging allerdings der Faden verloren“, so SG-Trainer Kadir Kaya unmittelbar nach der Partie.

Dies lag laut Kaya vor allem an der harten Herangehensweise der Hausherren, die sehr körperbetont und teilweise auch am Rande der Legalität agierten. „Bis zum Schluss wurde viel herumgetreten. Das muss man wirklich sagen und da konnten wir uns dann auch nicht mehr auf das Fußballspielen konzentrieren“, betont Kaya.

Bis knapp zehn Minuten vor dem Ende sahen die Zuschauer in Hörde eine torlose Partie, in der die SG Gahmen trotz der Spielweise der Hausherren die bestimmende Mannschaft war. In Führung ging schlussendlich aber doch der Hörder SC – und zwar auf äußerst fragwürdige Art und Weise.

Hörder SC stellt vor dem Ausgleich das Verteidigen ein

„Obwohl ein Spieler von uns verletzt am Hörder Strafraum lag, hat der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen lassen. Bei uns haben alle Spieler aufgehört zu spielen und ein Hörder Akteur schießt dann aus 30 Metern auf unser Tor, der Ball geht rein und der Schiedsrichter erkennt den Treffer an“, schildert Kaya die Situation, die zum 1:0 für die Gastgeber führte (78. Minute).

Görkem Gülpinar erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die SG Gahmen.
Görkem Gülpinar erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die SG Gahmen. © Timo Janisch © Timo Janisch

Eine Situation, die aber augenscheinlich bei den Hördern zum Nachdenken führte, denn nach dem folgenden Anstoß ließen die Gastgeber die SGG quasi ohne Gegenwehr zum 1:1 durch Görkem Gülpinar kommen. Kaya zufolge habe Hörde eingesehen, „dass das keine saubere Aktion war und deshalb haben sie uns durchlaufen lassen.“

In der Folgezeit habe die SGG dann auf die Entscheidung gedrängt und wurde in der 88. Minute schließlich belohnt: Ramazan Kiymaz köpfte eine Flanke von Halil Elitok zum 2:1 für Gahmen ein. Obwohl ein Hörder Akteur in der Nachspielzeit noch die Rote Karte sah, blieb es bei diesem Spielstand.

Bei SG-Trainer Kadir Kaya wollte trotz des Weiterkommens aber keine überschwängliche Freude aufkommen: „Es haben sich mehrere unserer Spieler verletzt und da kann man sich als Trainer dann auch nicht so riesig freuen. Letztlich haben wir den Sieg teuer bezahlt.“

Derweil steht der Gegner der SG Gahmen für die dritte Runde des Pokals bereits fest: Am Donnerstag (4. November) empfängt der A-Ligist ab 19 Uhr den SV Brackel aus der Landesliga.

SGG: Tutuncu – Gülec (78, Gülpinar), Tikici, Benashvili (39. F. Kiymaz), R. Kiymaz, Karaduman, Yildiz, Koc (90+2. Cirak), Erbil, Elitok, Uzun (81. Berisha)

Tore: 1:0 Agyapong (78.), 1:1 Gülpinar (80.), 1:2 R. Kiymaz (88.)

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul