Der Ascheplatz der SG Gahmen soll einem Kunstrasenfeld weichen. © Günther Goldstein
Fußball

SG Gahmen: So sieht der Weg zum Kunstrasenplatz aus

Die SG Gahmen möchte einen Kunstrasenplatz bauen. Bis der Verein die Fördergelder wirklich einstreichen kann, muss er allerdings einen Umstand definitiv noch ändern.

Die SG Gahmen will einen Kunstrasenplatz bauen. Das bestätigte der Verein. Bevor das neue Spielfeld Realität wird, muss die SGG allerdings noch einige Hürden nehmen. Dazu zählen auch Verhandlungen mit der Verwaltung.

Es ist eine Formulierung, die unklar erscheinen lässt, wie weit das Projekt Kunstrasenplatz bei der SG Gahmen schon fortgeschritten ist. „Der Ausschuss für Bildung und Sport beauftragt die Verwaltung, die notwendigen eigentumsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Projektes zu schaffen“, steht in der öffentlichen Niederschrift der Ausschusssitzung vom 3. Juni.

Anschließend solle die Verwaltung dem Verein das Benehmen für den Bau eines Kunstrasenplatzes erteilen, heißt es dort weiter.

Siegfried Störmer klärt auf

Siegfried Störmer, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Lünen, klärt auf Nachfrage dieser Redaktion auf.

Die SGG hat sich um Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen beworben, welche das Land im Rahmen des Projekts „Moderne Sportstätte 2022“ ausschenkt.

Für Fördermittel aus diesem Projekt haben sich viele Lüner Vereine beworben. Der Stadtsportverband (SSV) Lünen erstellt aus den eingegangenen Bewerbungen eine Art Ranking, so Störmer.

Staubige Zweikämpfe sollen an der Kaubrügge bald der Vergangenheit angehören. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Insgesamt seien Bewerbungen für Fördermittel in Höhe von über drei Millionen Euro eingegangen. Der Stadt Lünen stehen allerdings nur Finanzmittel in Höhe von etwas über 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Also hat der SSV im März elf Projekte vorgelegt, die Mittel erhalten sollen – darunter auch der mögliche Kunstrasen in Gahmen.

Bevor die SG Gahmen aber wirklich für Fördermittel des Landes infrage kommt, müssen die eingangs erwähnten „notwendigen eigentumsrechtlichen Voraussetzungen“ geschaffen werden. Störmer fasst zusammen: „Man muss wirtschaftlicher Träger des Platzes sein.“

Die SGG muss also Eigentümer des Platzes an der Kaubrügge sein oder einen langfristigen Pachtvertrag mit der Stadt abschließen. „Wenn der Platz Eigentum der Stadt ist, kann der Verein so viele Anträge stellen, wie er möchte“, so Störmer.

Deshalb hat der Ausschuss für Bildung und Sport in seiner Sitzung Anfang Juni zugestimmt, dass Verein und Verwaltung in Verhandlungen darüber eintreten können. „In der Regel pachten die Vereine den Platz“, so Störmer.

Hüseyin Tekin hat bereits Termine vereinbart

In dieser Phase befinden sich die SG Gahmen und die Verwaltung nun. Laut Hüseyin Tekin, Sportlicher Leiter der SGG, seien entsprechende Ortstermine schon vereinbart.

Kommen beide Parteien zu einer Einigung, haben die Gahmener einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Förderung absolviert. Mindestens 50 Prozent der anfallenden Kosten sollen dann vom Land übernommen werden.

Die SGG hat laut eigenen Angaben bereits Angebote für einen Kunstrasenplatz mit Korkverfüllung eingeholt und favorisiert derzeit eine Ausführung, die 420.000 bis 430.000 Euro kosten würde.

Das Förderprojekt des Landes hat die Gahmener dazu gebracht, ihre Planungen bezüglich des Kunstrasenplatzes konkret werden zu lassen. Auf Fördermittel der Stadt Lünen habe nur wenig Hoffnung bestanden, so Tekin.

Beim Bau des bisher letzten Kunstrasenplatzes in Lünen – 2015 erhielt der BV Lünen ein neues Spielfeld – sei die Botschaft gewesen, dass es sich dabei um den letzten Kunstrasen gehandelt habe, den die Stadt fördere. Sieben von zehn Lüner Fußballvereinen spielen seitdem auf diesem weitgehend witterungsunabhängigen Belag.

Da die SG Gahmen nur vier Mannschaften stellt, waren die Hoffnungen auf Fördermittel ohnehin gering. Dass ein Kunstrasen für einen Verein in dieser Größenordnung in Lünen ein Novum wäre, merkte auch Ausschussmitglied Hugo Becker (SPD) in der entsprechenden Sitzung an.

Im Sommer 2016 lehnte der Ausschuss beispielsweise einen Antrag des SGG-Vorstandes ab mit der Begründung, es werde keine Finanzierungsmöglichkeit gesehen.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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