Vom einstigen Vereinsheim samt Theke ist am Karrenbusch mittlerweile nicht mehr viel übrig geblieben. © Timo Janisch
Fußball

Sportanlage am Karrenbusch versinkt im Chaos – BV Brambauer bezieht eindeutig Stellung

Die Sportanlage am Karrenbusch ist in einem desolaten Zustand. Vor allem das angrenzende Gebäude gleicht derzeit einem Trümmerfeld. Nun reagiert der BV Brambauer als langjähriger Eigentümer.

Der BV Brambauer war lange für die Sportanlage am Karrenbusch verantwortlich, verwaltete den Platz für die Stadt Lünen und ist nach wie vor Eigentümer der angrenzenden Gebäude. In den vergangenen Jahren war der Karrenbusch aber auch das Zuhause des FC Brambauer – in Absprache mit dem BVB. Mittlerweile ist an einen geordneten Sportbetrieb auf der Anlage kaum noch zu denken. Das hängt vor allem mit einem vermeintlichen Einbruch im vergangenen Juni zusammen.

Zerstörte Toiletten, herausgerissene Leitungen, kaputte Heizungen und jede Menge Farbe auf dem Fußboden – der Innenraum des einstigen Vereinsheims am Karrenbusch zeigt ein Bild der Verwüstung.

TSC Brambauer möchte Anlage nutzen

„Im Juni habe ich den Anruf bekommen, dass in die Gebäude eingebrochen worden sei. Die komplette Stromversorgung ist zerstört worden, Kabel wurden aus der Holzverkleidung gerissen und die einzelnen Zuleitungen zu den Verteilerkästen abgetrennt“, schildert Rainer Manns, Vorsitzender des BV Brambauer die Eindrücke.

Selbst die Armaturen in den Toilettenanlagen wurden von den Wänden gerissen.
Selbst die Armaturen in den Toilettenanlagen wurden von den Wänden gerissen. © Timo Janisch © Timo Janisch

Doch zunächst einen Schritt zurück: In welchem Zustand sich die Sportanlage am Karrenbusch befindet, wurde zuletzt bekannt, als der neu gegründete TSC Brambauer auf der Suche nach einer Heimstätte war und dafür den Platz am Karrenbusch ins Auge fasste.

Von offizieller Stelle hieß es, dass neben der Stadt vor allem der BV Brambauer als Verwalter für die gesamte Anlage zuständig sei. Dem widerspricht Manns allerdings entschieden. „Wir haben die Nutzungsvereinbarung für den Platz und die Pflege zum 31. Dezember 2019 gekündigt. Demnach war der FC Brambauer ab dem 1. Januar 2020 offiziell der ‚Hausherr‘ am Karrenbusch zuständig.“

Das Vereinsheim, die Garagen und weitere dazugehörige Räumlichkeiten verblieben aber im Eigentum des BVB. Während einer Kontrolle Mitte 2020 habe der BVB-Vorsitzende festgestellt, dass nicht nur die Schlösser ausgetauscht worden, sondern auch diverse Utensilien wie beispielsweise ein großer Ballfangzaun verschwunden seien. Ein offizieller Verursacher dafür sei allerdings nie ausfindig gemacht worden.

Elektroanlagen zerstört und Leitungen herausgerissen

„Der erneute Lockdown im Herbst hat dann dazu geführt, dass monatelang kein Betrieb auf der Anlage war und ich erst im März diesen Jahres die Gebäude wieder betreten habe“, so Manns. Schon zu diesem Zeitpunkt habe sich ihm ein erschreckendes Bild geboten.

Der Sachschaden beläuft sich auf schätzungsweise knapp 40.000 Euro.
Der Sachschaden beläuft sich auf schätzungsweise knapp 40.000 Euro. © Timo Janisch © Timo Janisch

So habe das komplette Mobiliar, das der BVB in den Gebäuden hinterlassen hatte, gefehlt. Zudem sei eine Kochzeile samt Herd, Küchenspüle und Unterschränken verschwunden. Die Frage nach den Verantwortlichen blieb auch in diesem Fall ungeklärt.

Der Höhepunkt sei laut Manns allerdings der Einbruch im vergangenen Frühjahr gewesen. „Es war eine reine Verwüstung, wir haben hier zerschlagenes Mobiliar, rausgerissene Leitungen, zerstörte Elektroanlagen und abgesägte Kupferrohre. Alles, was irgendwie brauchbar schien, wurde entwendet“, betont der BVB-Vorsitzende. Doch auch für den Einbruch habe kein Täter gefunden werden können. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage dieser Redaktion.

Sachschaden beläuft sich schätzungsweise auf knapp 40.000 Euro

Seither habe sich an der Sportanlage allerdings kaum etwas verändert. Die gröbsten Schäden seien vom BV Brambauer beseitigt worden, die Stadt habe auf Drängen der Verantwortlichen zumindest mit ersten Aufräumarbeiten im Umfeld der Sportanlage begonnen, doch vom einstigen Vereinsheim ist kaum etwas übergeblieben.

„Wir haben uns Kostenvoranschläge eingeholt, um zu schauen, was eine Wiederherstellung der Gebäude kosten würde. Der Schaden beläuft sich demnach auf knapp 40.000 Euro. Glücklicherweise sind wir versichert.“, erklärt Manns. Dass das Vereinsheim und die angrenzenden Garagen und Toilettenanlagen also in naher Zukunft wieder nutzbar sind, darf mehr als bezweifelt werden.

Offen ist derweil auch weiterhin die Frage, wer für die entstandenen Schäden am Karrenbusch verantwortlich ist. Sicher ist momentan nur, dass dort in wenigen Wochen ein Spielbetrieb stattfinden soll, jedoch unter äußerst widrigen Umständen.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch