Ilkay Kir trägt ab der kommenden Saison das Trikot von BW Alstedde. © BW Alstedde
Fußball

Über den BVB und Preußen Münster zu BW Alstedde: Der ungewöhnliche Karriereweg von Ilkay Kir

Ilkay Kir hat schon bei einigen namhaften Vereinen gespielt. Ab der neuen Saison kickt er nun für BW Alstedde. Das hat einen schmerzhaften Grund. Seine Ambitionen hat er aber noch nicht begraben.

Drei Neuverpflichtungen für die neue Saison gibt es beim Fußball-Bezirksligisten BW Alstedde schon. Mit Sercan Bayezit und Ilkay Kir sind darunter zwei Spieler, die sogar in den Jugendabteilungen von Profivereinen gespielt haben. Bayezit war beim VfL Bochum, Kir sogar bei Borussia Dortmund.

Die Liste der Ex-Vereine von Kir kann sich sehen lassen: Lüner SV, Borussia Dortmund, Preußen Münster, Rot-Weiss Ahlen. Beim LSV und BVB spielte der 19-Jährige gleich zweimal, mit Preußen sogar in der B-Jugend-Bundesliga. Bei Ahlen absolvierte er dagegen kein einziges Training. Der Grund: starke Rückenschmerzen.

Kir war „bei jedem Arzt in Münster“

„Ich war bei jedem Arzt in Münster. Keiner konnte mir sagen, was ich habe. Der Trainer von Ahlen, den ich aus Münster kannte, wollte mit mir zu Chefärzten gehen, hat das aber nie gemacht. Dann habe ich ganz mit dem Fußball aufgehört“, sagt Kir.

Wie kommt es dann, dass sich BW Alstedde in die klangvolle Reihe seiner Vereine einreihen darf? „Ich war ganz oben und dann ganz unten, weil ich aufgehört habe. Aber es ist wohl besser, dass ich was mache. Ich kenne Ferki Saku und den Trainer Alexander Wiegers von der A-Jugend. ‘Enno“ (Ferki Sakus Spitzname, Anm. d. Red.) hat mich überredet, zu Alstedde zu kommen.“

Also ging Kir bereits im vergangenen Sommer zu BWA und spielte, als das noch möglich war, ein paar Spiele bei den Junioren. In seinem ersten Spiel schoss er auch gleich drei Tore. Nach fünf Ligapartien wurde die Saison aber unterbrochen und bis jetzt auch nicht wieder aufgenommen.

Rückenschmerzen hat Kir nach einem Jahr ohne Verein damals nicht mehr gespürt. „Ich hatte wegen meiner Verletzung erst Bedenken, aber das lag vielleicht auch an der Belastung. Ich hatte bei Münster vier, fünf Mal die Woche Training.“

Ilkay Kir mit den Minikickern des Lüner SV, die damals sein Vater Ufuk Kir trainiert hat.
Ilkay Kir mit den Minikickern des Lüner SV, die damals sein Vater Ufuk Kir trainiert hat. © Michael Gössing © Michael Gössing

Statt Schmerzen hat der Lüner aber etwas anderes gemerkt. „Den Unterschied vom Spielniveau habe ich sehr gespürt. Das waren schon ganz andere Gegner und eine andere Vorgehensweise rund um das Spiel.“

Für den Sechser, der auch gerne etwas offensiver im Mittelfeld spielt, gehe es, wenn wieder Fußball gespielt werden kann, erstmal wieder darum, reinzukommen. Ambitionen höher zu spielen, hat Kir, dem der Sportliche Leiter Benedikt Kuhne Oberliga- bis Regionalliga-Niveau attestiert, aber dennoch.

„Umso höher, umso besser. Wenn ein Angebot kommt, wieso nicht? Kuhne hat mir auch gesagt, dass sie mir keine Steine in den Weg legen würden.“ Dass er seine fußballerischen Qualitäten nach der langen Zeit ohne Verein und der Saisonpause verloren hat, glaubt Kir nicht. „Ich werde Fußballspielen nie verlernen.“

Was er aber schnell verliere, wenn er nichts mache, wäre die Ausdauer. Deswegen nimmt er aktuell schon am Laufprogramm der ersten Mannschaft um Spielertrainer Tim Hermes teil. Zudem werde der Fitnesstrainer mit ihm ein paar Übungen für den Rücken machen.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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