Carina Püntmann vom VfL Brambauer wird von Svea Renhof vom Lüner SV attackiert. © Goldstein
Handball

VfL Brambauer gewinnt hitziges Derby dank Sieben-Meter-Killerin – Rote Karte sorgt für Aufregung

In einem heftig geführten Oberliga-Derby zwischen dem VfL Brambauer und dem Lüner SV hagelt es Sieben-Meter-Strafwürfe wie am Fließband. Torhüterin Karen Jaschewski beweist Killer-Qualitäten.

Erfolgreicher Sonntagnachmittag für den VfL Brambauer: Das Team von Trainer André Schwedler siegt verdient im Derby der Handball-Oberliga gegen den Lüner SV mit 26:23.

Oberliga

VfL Brambauer – Lüner SV

26:23 (11:13)

Den besseren Start in der randvollen Sporthalle Brambauer erwischte der VfL, der nach sechs Minuten mit 2:0 führte. Der Lüner SV brauchte, um in die Partie zu kommen und warf erst nach knapp über sieben Minuten das erste Tor.

Nachdem es nach gut zehn Minuten 4:4 stand, entwickelte sich ein hitziges Derby auf Augenhöhe, dass der Kulisse definitiv würdig war. „Wir wollten unbedingt diese Derby-Kulisse schaffen. Das ist schon eine besondere Stimmung heute in der Halle gewesen. Sonst ist es nicht immer so voll und auch die Trommler sind nicht immer dabei“, zeigte sich auch VfL-Trainer André Schwedler nach der Partie beeindruckt.

Die Gäste fielen immer wieder durch eine extrem ruppig agierende Abwehr auf, die vor allem den Heimfans nicht gefiel und die Derby-Atmosphäre nur noch mehr anstachelte. „Überrascht hat uns die aggressive Abwehr nicht. Da habe ich nichts anderes erwartet. Meine Mädels sind mir da zu lieb, von denen wünsche ich mir auch manchmal ein bisschen mehr Härte“, kommentierte Schwedler das Lüner Abwehrverhalten nach dem Spiel nüchtern.

Ruppige Gäste-Abwehr mündet in roter Karte

Die aggressive Abwehr des LSV fand in der 24. Minute beim Stand von 9:10 ihren negativen Höhepunkt, als Anna Lieneke Brambauers Sarah Bauer im Zweikampf so sehr von hinten am Trikot nach unten zog, dass diese hart mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufschlug. Nach kurzer Beratung zeigten die beiden Schiedsrichter Lünens Nummer vier daraufhin die glatt Rote Karte.

„Wären wir im Fußball, würde ich sagen, lasst den Videobeweis das entscheiden. Aus meiner Sicht diagonal übers Spielfeld war die Karte meiner Meinung nach aber berechtigt. Das war einfach eine sehr unglückliche Aktion“, analysierte Brambauers Coach die Situation.

Die Rote Karte tat dem Niveau des Spiels allerdings keinen Abbruch. Kurz vor Ende der ersten Hälfte hatte der VfL die Möglichkeit, beim Stand von 11:12 für ein Unentschieden zur Halbzeit zu sorgen, verlor aber Sekunden vor Schluss den Ball und lag nach einem Tor von Lünens Carla Verhasselt auf einmal mit zwei Toren zur Pause hinten.

Grund für Schwedler, kurzzeitig aus der Haut zu fahren: „Da habe ich mein Team in der Halbzeit schon angeschissen. Es war völliger Blödsinn, dass wir da mit minus zwei in die Halbzeit gehen“, erzählt er zurückblickend.

VfL Brambauers Sieben-Meter-Killerin im Fokus

Dies sei aber schnell abgehakt gewesen und im Fokus habe Halbzeit zwei gestanden. Nachdem diese bis zur 40. Minute (17:16) ein Abbild der ersten Halbzeit war, kippte das Spiel in Richtung der Heimmannschaft, die sich bis zur 52. Minute beim 24:19 einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung erkämpfte.

Großen Anteil hierbei hatte auch VfL-Torhüterin Karen Jaschewski, die sich einer Sieben-Meter-Flut entgegenstemmte und von insgesamt 13 LSV-Strafwürfen nur sechs passieren ließ. „Das ist eigentlich gar nicht ihre Stärke. Karen steht mit Sieben-Metern sonst auf Kriegsfuß“, schmunzelte Trainer Schwedler nach dem Spiel.

Spätestens diese unfassbare Quote Jaschewskis zog dem Gäste-Team den Zahn. In den Schlussminuten kam der Lüner SV auch trotz Abwehrumstellungen auf 5-1 und 3-2-1 nicht mehr dichter als auf drei Tore heran und der VfL Brambauer feierte einen verdienten 26:23-Heimsieg. „Das eine oder andere Bier gibt es definitiv nachher“, freute sich auch André Schwedler über den verdienten Derby-Sieg.

VfL: Sindermann, Fleckstein, Rykowski (1), Holz (1), von Unruh, Titz, Wagner, Kost (2), Bittscheidt (3), Leismann (3), Jaschewski, Bauer (6), Püntmann (5), Brannekämper (5), Gamradt

LSV: Schink, Wolf, Lienecke (2), Wilberg (4), Renhof, T. Schmidt (2/1), Lohölter (3/2), C. Schmidt, J. Krause, M. Krause, A. Schmidt (2), Verhasselt (5), Rempe (1), Dreßler (4), Geißler