Nico Sonnen (2.v.l.) traf doppelt gegen Sölde. Er war der Matchwinner und fügte dem Tabellenführer die erste Saisonniederlage zu. © Marius Paul
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Wethmars Matchwinner: „Es war ein geiler Tag für uns, Sölde die drei Punkte zu klauen!“

Der VfR Sölde ist geschlagen - zum ersten Mal in dieser Saison. Westfalia Wethmar hat damit für die große Überraschung des Bezirksliga-Spieltages gesorgt. Der Matchwinner ist überglücklich.

Es war die Überraschung des 8. Spieltages in der Fußball-Bezirksliga: Westfalia Wethmar fügt dem Tabellenführer VfR Sölde die erste Saisonniederlage zu und zeigt damit: Der VfR ist verwundbar und nicht unbesiegbar. Das wird anderen Mannschaften zusätzliche Motivation geben. Doppeltorschütze Nico Sonnen spricht von einem „geilen Tag“.

„Wir hatten nichts zu verlieren“, sagte Nico Sonnen nach seinem Doppelpack gegen Sölde. © Marius Paul © Marius Paul

Gewackelt hatte der VfR Sölde schon mehrfach in dieser Saison: Drei der sieben Saisonsiege der Sölder waren knappe 2:1-Erfolge. Gegen die SG Massen am 6. Spieltag drehte der VfR noch einen Rückstand. Gegen Wethmar gelang das nicht mehr. Der Sölder verloren völlig überraschend mit 1:2 beim Tabellensechsten. Matchwinner war Nico Sonnen. Der 21-Jährige erzielte beide Tore, bevor Marvin Koschinski zwölf Minuten vor Abpfiff nur noch der Anschluss gelang.

Westfalia Wethmar hatte großen Respekt vor dem VfR Sölde

„Es war ein geiler Tag für uns, Sölde die drei Punkte zu klauen“, sagte Nico Sonnen. Mit viel Respekt war Wethmar in das Heimspiel gegangen. „Sölde hatte ja 7:0 gegen Schwerte gewonnen und noch keinen Punkt abgegeben“, sagte Sonnen am Montag, „aber das sind ja Spiele, auf die man als Fußballer Bock hat. Wir hatten nichts zu verlieren.“

Wethmars Trainer Steven Koch hatte seine Mannschaft vorher eingeschworen. „Er sagte, dass wir uns nicht verstecken müssen und gegen jede Mannschaft der Liga gewinnen können. Wir haben auch unsere Qualitäten“, berichtete Nico Sonnen. Dabei wäre der Tag für den 21-Jährige fast noch besser gelaufen. Bei seinem Lattenkracher sahen einige Wethmarer den Ball hinter der Linie und in einer zweiten strittigen Szene in der ersten Halbzeit erkannte der Unparteiische seinen Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht an.

Die Abseitsstellung konnte Nico Sonnen nicht fassen. Nach Spielschluss war es ihm aber egal. © Marius Paul © Marius Paul

Doppelpack statt Viererpack – Nico Sonnen bleibt gelassen

Also nur ein Doppelpack statt eines Viererpacks – Sonnen nahm den Unparteiischen aber in Schutz und war auch nicht nachtragend: „Für den Schiedsrichter ist es extrem schwierig. Ob der Ball hinter der Linie war oder nicht, weiß ich nicht. Beim Abseitstor flog er zwei oder dreimal im Fünfmeterraum hin und her. Das ist jetzt egal.“ Nico Sonnen stand stellvertretend für den Wethmarer Willen, das zweite Tor nachzulegen.

Dass es Wethmar in der Schlussphase noch einmal zittern müsste, wusste auch der Westfalia-Stürmer – spätestens nach dem Anschlusstreffer. „Als das Tor gefallen ist, waren noch etwa 15 Minuten zu spielen. Da wusste ich, dass es jetzt extrem schwierig wird. Man hat es der Mannschaft aber angesehen: Die Kette hat sich in jeden Ball geworfen, wir sind immer wieder angelaufen. Ich habe gewusst, dass es ein Sieg für uns werden sollte.“ Wethmar ist es zu verdanken, dass der Titelkampf wieder spannend ist.

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Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith