Fußball-Bezirksliga

Zwei Minuten vor dem Abpfiff: Joker-Tor entscheidet Lüner Bezirksliga-Derby

Lange sah es beim Derby zwischen Westfalia Wethmar und BW Alstedde nach einem torlosen Unentschieden aus. In einem dramatischen Finale gelang dem TWW aber kurz vor Schluss doch noch der Lucky Punch.

Sommerliche Temperaturen, gekühlte Getränke, jede Menge Bratwurst und keine Bundesliga, die die Zuschauer auf das heimische Sofa hätte fesseln können – die Voraussetzungen für das Lüner Bezirksliga-Derby zwischen Westfalia Wethmar und BW Alstedde hätten am Samstag (4. September) kaum besser sein können. Zwar geizten die Teams anschließend 88 Minuten lang mit Toren, doch dafür verlief die Schlussphase umso furioser.

Schon vor Wochen begannen bei den Klubs die Vorbereitungen auf das Derby. Maximal 1000 Zuschauer waren für das Highlight-Spiel am zweiten Spieltag der Bezirksliga 8 zugelassen. Knapp 750 Menschen fanden letztlich den Weg auf die Sportanlage am Cappenberger See – und diese bekamen ein Duell auf Augenhöhe zu sehen.

BWA-Kapitän Philipp Herder muss verletzt vom Platz

„Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in die Partie“, hatte BWA-Spielertrainer im Vorfeld der Partie verlauten lassen. Und genauso ging seine Mannschaft die Partie auch an: In der Anfangsviertelstunde waren es vor allem die Hausherren, die um Spielkontrolle bemüht waren, doch mit zunehmender Dauer trauten sich auch die Alstedder mehr zu.

Besonders bitter allerdings: In der 16. Minute musste BWA-Kapitän Philipp Herder, der aufgrund einer Verletzung bereits weite Teile der Vorbereitung verpasst hatte, das Feld verlassen. Kurz darauf hatte der TWW dann die erste dicke Chance des Spiels, Neuzugang Jonas Osterkemper setzte den Ball allerdings knapp über das Gäste-Gehäuse (22. Minute).

„Der Plan war, den Wethmarern zunächst den Ball zu überlassen und dann über unsere Flügel zu kontern. Die Spielidee haben wir zu Beginn wirklich sehr gut umgesetzt“, so Spielertrainer Tim Hermes, der mit seinem Team durch Ferki Saku in der 30. Minute die Chance auf den Führungstreffer hatte, doch der Stürmer scheiterte am starken TWW-Schlussmann Florian Fischer.

Westfalia Wethmar kommt stärker aus der Pause

Kurz vor dem Halbzeitpfiff waren es dann auch die Gäste, die sich ein leichtes Übergewicht erarbeiten konnten und bei besten Möglichkeiten das 0:1 auf dem Fuß hatten (38. und 40.). „In dieser Phase hatte Alstedde sicherlich die Chancen, um in Führung zu gehen. In der Pause haben wir dann aber unsere Ausrichtung ein wenig verändert und sind so auch besser aus der Kabine gekommen“, konstatierte TWW-Trainer Steven Koch nach der Partie.

Doch obwohl die Hausherren zunehmend das Zepter in die Hand nahmen und sich BWA aufs kontern verlegte, ein Torerfolg blieb auch dem TWW verwehrt. Sowohl Dennis Wagner (74.) als auch Cihad Kücükyagci (76.) blieben bei ihren Chancen ohne Erfolg.

Und als sich die knapp 750 Zuschauer schon auf ein torloses Remis einstellten, gelang Wethmar doch noch der entscheidende Treffer. Nach einer Flanke von der linken Seite stand der eingewechselte Frederic Fischer vollkommen blank im BWA-Straftraum, konnte den Ball annehmen und brachte die Kugel zum umjubelten 1:0 im Tor unter (88.) – sämtliche Dämme bei den Hausherren brachen.

„Es war ein klassisches Null-zu-Null-Spiel“

Dabei war die Partie noch nicht abgepfiffen und Alstedde bekam tatsächlich noch die Chance auf den Ausgleich: Nach einer Unsicherheit in der TWW-Abwehr kullerte der Ball an Schlussmann Fischer vorbei Richtung Tor, ging schlussendlich aber knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus – die letzte Aktion des Spiels. Danach kannte der Jubel bei der Westfalia keine Grenzen.

„Es war eigentlich ein klassisches Null-zu-Null-Spiel. Ich habe aber auch gesagt, dass derjenige die Partie gewinnen wird, der das erste Tor schießt. Dass wir das dann am Ende sind, ist natürlich umso schöner“, betonte TWW-Trainer Koch. Seinem Gegenüber war die Enttäuschung nach der bitteren Pleite anzumerken: „Wir haben unsere taktischen Überlegungen komplett umgesetzt und haben es richtig gut gemacht. Eigentlich wollten wir zum Schluss den Lucky Punch setzen, leider ist das dann in die andere Richtung gegangen“, so Tim Hermes.

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Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul