Im Bereich des Cappenberger Sees könnte nach Meinung der CDU Altlünen/Altstadt eine neue Grundschule entstehen. © Neubauer (A)
Schulpolitik

Abgelehnte Grundschüler: CDU bringt Neubau am Cappenberger See ins Spiel

Die CDU Altlünen/Altstadt zeigt sich besorgt über die hohe Zahl an Kindern, die von den Grundschulen im Lüner Norden abgelehnt werden mussten. Die Christdemokraten schlagen einen Neubau vor.

Insgesamt 47 Mädchen und Jungen können im kommenden Schuljahr nicht ihre Wunschgrundschule im Lüner Norden besuchen. Stattdessen müssen sie auf andere Schulen im Stadtgebiet ausweichen – sehr zum Ärger der CDU Altlünen/Altstadt: „„Es ist sehr bedauerlich, dass 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Lüner Norden nicht an ihrer Wunschgrundschule beschult werden können“, erklärt der Ortsunionsvorsitzende Thorsten Redeker in einer Pressemitteilung.

Es sei bereits das zweite Jahr in Folge, dass nördliche Grundschulen nicht alle Schüler aufnehmen könnten. Und dabei wird es laut Redeker nicht bleiben: „Vor dem Hintergrund, dass am Hallenbad und an der alten Gärtnerei zwei Baugebiete gerade fast fertiggestellt wurden, das Baugebiet Wethmar Ost geplant wird, und dass in einigen Baugebieten im Norden der Generationswechsel im vollen Gange ist, sieht die Ortsunion in den kommenden Jahren keine Entspannung auf die Grundschulen zukommen.“

Die CDU sei nach wie vor der Meinung, dass der Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ gelten muss: „Da die vorhandenen Schulgebäude wenig Spielraum zur Erweiterung lassen, wäre zu prüfen, ob möglich ist, in der Nähe des Cappenberger Sees ein neues Schulgebäude mit mehr Platz für die Grundschüler zu erstellen.“

Auf Nachfrage erklärt Torsten Redeker, dass die CDU Altlünen/Altstadt den Bereich Cappenberger See als „goldene Mitte“ sehe, um dem Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ gerecht zu werden. Ein konkretes Grundstück schwebt den Christdemokraten dabei nicht vor.

Prognosen schwer zu treffen

Die Stadtverwaltung gibt sich zurückhaltend, was einen möglichen Neubau im Lüner Norden angeht. Bereits im Dezember, als sich das Defizit an Grundschulplätzen im Lüner Norden abzeichnete, hatte der stellvertretende Pressesprecher Alexander Dziedeck erklärt: „Basierend auf den allgemeinen Geburtenzahlen ist es kaum zu prognostizieren, wo Eltern ihre Kinder anmelden werden.“ Kapazitäten an einer Stelle zu erhöhen, würde den Anbau neuer Räume bedeuten. „Das ist vor dem Hintergrund vager Prognosen nicht umsetzbar.“

Eine Position, die auch Fachbereichsleiter Jürgen Grundmann in in der Erörterungskonferenz zum Ausschuss für Bildung und Sport (25. Februar) noch einmal erläuterte. Stadtsprecher Benedikt Spangardt ergänzt: „Die Geburtenzahlen sind bekannt und daraus können die zukünftigen Anmeldungen prognostiziert werden.“ Welche Auswirkung ein Neubau im Lüner Norden, insbesondere auf die Anmeldezahlen anderer Schulen hätte, könne die Stadt nicht ad hoc prognostizieren. Spangardt betont jedoch: „Es sind für alle Schulanfänger in Lünen auch Grundschulplätze vorhanden. Nur eben – je nach Elternwahlverhalten – nicht immer für jedes Kind an der Wunschschule.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen