Am Kreisverkehr Steinstraße/Wehrenboldstraße hat sich der Unfall im Januar ereignet. © Foto: Goldstein
Unfall

Autofahrer (83) übersah Radfahrerin: Gericht diskutierte Fahrtüchtigkeit

Noch heute kämpft eine Radfahrerin aus Lünen mit den Unfall-Folgen. Ein Autofahrer (83) hatte sie nicht wahrgenommen. Vor Gericht ging es auch um die Frage seiner Fahrtüchtigkeit.

Bei einer Autofahrt übersah ein Rentner aus Lünen eine Radfahrerin und es kam zur Kollision, bei der die Frau nicht unerheblich verletzt wurde. Dem Unfall folgte nun ein Strafverfahren gegen den 83-Jährigen.

Das Unglück ereignete sich am 13. Januar in dem Kreisverkehr im Bereich der Wehrenboldstraße und Steinstraße. Der Senior nahm die Frau auf dem Fahrrad nicht rechtzeitig wahr, es gab den Zusammenstoß, sie stürzte und zog sich dabei Verletzungen zu, mit denen sie noch heute kämpft. Dem betagten Lüner wurde danach nicht nur fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt. Es entstand auch der Verdacht, dass er körperlich gar nicht mehr dazu in der Lage war, hinter dem Steuer zu sitzen, weil er den Kopf nicht ausreichend drehen könne.

„Kann Kopf drehen wie eine Eule“

Die Radfahrerin übersehen zu haben, das stellte der 83-Jährige nun im Prozess vor dem Amtsgericht gar nicht in Abrede. „Die war vorher nicht da.“ Körperliche Mängel stritt er ab – und zwar vehement: „Ich kann den Kopf drehen wie eine Eule.“ Sein Anwalt fügte hinzu: „Alter heißt ja noch lange nicht, dass man nicht fahrtüchtig ist.“

Ankläger und Richterin hatten ein Einsehen mit dem Rentner, der den Kopf tatsächlich drehen konnte. Das Verfahren wurde eingestellt – gegen 300 Euro Schmerzensgeld für die Geschädigte.

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