Der Angeklagte absolviert derzeit eine Entziehungstherapie. © Martin von Braunschweig
Jugendlicher starb an Überdosis

Drogentod: Angeklagter aus Brambauer hat selbst lange ein Suchtproblem

Über Monate hinweg soll ein Mann aus Brambauer Drogen verkauft haben. Anfang 2019 starb ein Jugendlicher an einer Überdosis. Jetzt wird klar: Auch der Angeklagte hat ein Suchtproblem.

Das Geld aus den Drogenverkäufen will der 45-jährige Angeklagte zum großen Teil für seine eigene Rauschgiftsucht ausgegeben haben. Das hat der Mann gegenüber dem vom Gericht eingesetzten psychiatrischen Sachverständigen erklärt.

Den Hang, Rauschmittel einzunehmen, will der Angeklagte bereits in früher Jugend entwickelt haben. Zunächst habe es sich um Alkohol gehandelt, später auch um illegale Drogen.

Vor allem der Alkohol war aber wohl ein ständiger Begleiter des Mannes. Die Beziehung zur Mutter seiner beiden Kinder sei daran zerbrochen, hieß es am Montag (27.9.) im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht.

Verurteilung veränderte sein Leben

Erst eine Verurteilung vor einigen Monaten habe sein Leben dann grundlegend verändert, erklärte der 45-Jährige weiter. Inzwischen trinke er keinen Alkohol mehr und greife auch nicht mehr zu illegalen Rauschmitteln. Die Folge: „Ich fühle mich besser als je zuvor.“

Derzeit absolviert der Angeklagte mit Erfolg eine Entziehungstherapie in der LWL-Klinik in Herten. Inwiefern sich die in diesem Prozess zu erwartende zusätzliche Haftstrafe auf den Fortgang der Behandlung auswirken wird, kann noch niemand genau abschätzen.

Im Prozess hat der 45-Jährige die Drogenverkäufe zugegeben – auch an Minderjährige. Für den Tod des 18-Jährigen fühlt er sich aber nicht verantwortlich.

Über den Autor