Der Bau der neuen 4-Feld-Sporthalle auf dem Campus Lünen-Süd macht sichtbare Fortschritte. Bis die neue Halle fertig ist, wird es aber länger dauern als geplant. © Günther Goldstein
Schule

Großprojekt Campus Lünen-Süd: Baufortschritt mit Verzögerungen

Der Bau der neuen 4-Feld-Sporthalle am Campus Lünen-Süd nimmt sichtbar Gestalt an. Bis zur Eröffnung wird es allerdings noch dauern. Auch andere Teile des Großprojekts brauchen mehr Zeit.

Der Bau der neuen 4-Fach-Sporthalle am Campus Lünen-Süd nimmt weiter Form an. Die Außenwände stehen, zu sehen sind auch schon die Holzkonstruktionen für den Dachstuhl. Bis allerdings Sportler und Schüler dort aktiv werden können, wird es allerdings noch einige Zeit dauern.

Der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung – August 2021 – war bereits im Frühjahr auf April 2022 verschoben worden. Jetzt soll es der August 2022 werden, wie es von der SL Grundbesitz GmbH & Co. KG, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Lünen, als Bauherr heißt.

Verzögerungen durch Corona, Personal- und Materialmangel

„Die Verzögerungen ergaben sich durch verschiedene Faktoren wie erforderliche Bodensanierungsarbeiten, die allgemeine Corona-Situation sowie damit einhergehende eingeschränkte Personal- und Materialverfügbarkeiten“, teilt Stadtwerkesprecherin Jasmin Teuteberg weiter mit. Damit steht die SL Grundbesitz nicht alleine da, der gesamten Baubranche plagen seit Monaten die gleichen Probleme.

So sah es im April 2021 auf der Baustelle für die neue Sporthalle in Lünen-Süd aus. Bis November gab es weitere Verzögerungen, aber auch Fortschritte.
So sah es im April 2021 auf der Baustelle für die neue Sporthalle in Lünen-Süd aus. Bis November gab es weitere Verzögerungen, aber auch Fortschritte. © Stadtwerke Lünen © Stadtwerke Lünen

Ob der Neubau durch die Verzögerung teurer wird, lasse sich noch nicht beurteilen. Das Investitionsvolumen liegt unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Abbrucharbeiten (alte Ringerhalle und Schultrakt D) bei rund 10 Millionen Euro.

Gebaut und saniert wird im Zuge des Großprojekts auch im Hauptgebäude der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, auch die Arbeiten an der Musikinsel laufen. Für Schüler und Lehrer gehen damit einige Umstände einher.

Unterricht im Container bald vorbei?

Wegen der Sanierung im Hauptgebäude müssen die Schüler an anderer Stelle unterrichtet werden. Vor einer besonderen Herausforderung stehen dabei die Klassen, die in den 22 Containern auf dem Gelände des abgerissenen D-Trakts unterrichtet werden.

„Wir müssen coronabedingt auch hier sicherstellen, dass ausreichend gelüftet wird“, sagt Schulleiter Reinhold Bauhus, auch der Ideen-Geber für den Campus Lünen-Süd. „Es ist natürlich wünschenswert, dass wir bald wieder umziehen können.“

Der Baulärm selbst, sei natürlich ebenfalls eine Belastung. Laut Bauhus allerdings auch fast so etwas wie ein „Luxusproblem“. Denn: „Wenn wir Baulärm haben heißt das schließlich auch, dass es Veränderung gibt.“

Sanierung im Hauptgebäude verzögert sich durch Corona

Den ursprünglich geplanten Termin für die energetische Sanierung des Gebäudes – Ende 2021 – wird die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) aber nicht einhalten können. Für die Verzögerungen nennt die ZGL dabei vergleichbare Gründe, wie die SL Grundbesitz in Bezug auf die neue Sporthalle:

Pandemiebegingt kam es 2021 insbesondere bei Baustoffen aus Stahl, Holz und Dämmstoffen zu Materialengpässen, die auch zu teils drastischen Preissteigerungen führten, heißt es auf Anfrage. Um Auswirkungen auf zeitlichen Ablauf und Budget abzufedern, gebe es bereits Umplanungen und Materialänderungen – vollständig kompensieren lasse sich das jedoch nicht. Wie stark sich das auf die Kosten der Sanierung auswirke, lasse sich aktuell noch nicht sagen.

Auch im Hauptgebäude der KKG (links im Foto) wird weiter gebaut. Die energetische Sanierung wird aber nicht zum Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Die ZGL rechnet mit Juni 2022, wenn keine weiteren Verzögerungen, insbesondere durch die Corona-Pandemie, hinzukommen.
Auch im Hauptgebäude der KKG (links im Foto) wird weiter gebaut. Die energetische Sanierung wird aber nicht zum Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Die ZGL rechnet mit Juni 2022, wenn keine weiteren Verzögerungen, insbesondere durch die Corona-Pandemie, hinzukommen. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

„Auf der Baustelle gilt ein aufwändiges Hygienekonzept, das unter anderem eine räumliche Trennung der Arbeitsbereiche und eine Begrenzung der Anzahl an Beschäftigten vorsieht“, heißt es weiter. Dadurch konnten die Bauarbeiten nicht so schnell voranschreiten wie geplant. Auch Infektionen und Quarantänen haben den Zeitplan verzögert.

Im Laufe der Bauarbeiten wurde laut ZGL außerdem festgestellt, dass die vorhandene Bausubstanz an einigen Stellen nicht den Angaben in den Bestandsunterlagen entspricht. „Deshalb müssen vereinzelt Pläne geändert und alternative Lösungen für die Sanierungsarbeiten gefunden werden.“

Derzeit geht die ZGL davon aus, dass die Sanierung im Juni 2022 abgeschlossen sein wird. Weitere Verzögerungen durch die Coronapandemie seien aber auch für den zweiten Bauabschnitt nur schwer zu kalkulieren.

3 Millionen Fördergelder neu beantragt

Schließlich sollen auch die Freiflächen rund um Campus Lünen-Süd gestaltet werden. Über 3 Millionen Euro sind dafür nach Kostenschätzungen von Lünens Stadtplanern notwendig.

So werden für den Schulhof rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt, die „Aktiv-Achse“ soll etwa 440.000 Euro kosten, die „Bus-Schul-Achse“ 405.000 Euro und der Campusplatz 1.050.000 Euro. Sie sind die Grundlage für zwei Projekte, die die Stadt bei der Städtebauförderung des Landes eingereicht hatte.

Die neue Kita Dammwiese ist seit 1. Oktober eröffnet. In dem Neubau für rund 3 Millionen Euro werden 75 Kinder betreut.
Die neue Kita Dammwiese ist seit 1. Oktober eröffnet. In dem Neubau für rund 3 Millionen Euro werden 75 Kinder betreut. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Hoffnungen auf eine Förderung hatte Stadtplaner Thomas Berger schon im März des Jahres gedämpft. „Aufgrund überzeichneter Städtebauförderprogramme in diesem Jahr im Land NRW konnten die beiden angemeldeten Projekte für den Campus Lünen-Süd nicht berücksichtigt werden“, heißt es dazu jetzt von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage.

Neue Anträge für das Jahr 2022 sind gestellt. Die Aussichten auf Erfolg könne die Verwaltung nicht einschätzen. „Es kann jedoch erneut von einer großen Konkurrenz im Land NRW ausgegangenen werden.“

Eine konkretere Kostenberechnung für die Schulspielhöfe soll bis Anfang 2022, bzw. im 1. Quartal 2022, als Entwurf vorliegen. Über das weitere Vorgehen entscheidet auf dieser Grundlage dann der Rat der Stadt Lünen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
Zur Autorenseite
Matthias Stachelhaus

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.