Natur statt Brache in Lünen: Heimaterbe lädt auf Kurl 3 zur Entdeckertour

Das ehemalige Zechengelände Kurl 3 aus der Luft.
Die etwa zehn Hektar große Industriebrache Kurl 3 in Niederaden ist zu einem Naturgelände geworden. Zur Eröffnung wird eine geführte Tour angeboten. © Heimaterbe
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Zu einem Zuhause für Natur und Tiere ist das ehemalige Zechengelände Kurl 3 in Lünen-Niederaden geworden. Das Unternehmen Heimaterbe hat die etwa 10 Hektar große Industriebrache vor anderthalb Jahren von der RAG Aktiengesellschaft gekauft, um sie ökologisch aufzuwerten. Damit wurde das Niederadener Gelände mit seiner bewegten Geschichte der Natur wieder zurückgegeben.

Wie sich die ehemaligen Zechenfläche verändert hat, können sich Interessierte am Sonntag (16. Oktober) anschauen. Dann wird der renaturierte Bereich Kurl 3 an der Dammstraße in Niederaden offiziell eröffnet.

Das ehemalige RAG-Gelände an der Autobahn 2 in Niederaden.
So sah das RAG-Gelände an der Autobahn 2 in Niederaden aus, als es das Umwelt-Unternehmen Heimaterbe vor knapp zwei Jahren gekauft hat. © Goldstein (A)

Um 15 Uhr ist eine etwa anderthalbstündige Führung über die Fläche geplant. Die Organisatoren empfehlen festes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung. Wer teilnehmen möchte, sollte sich per E-Mail an info@heimaterbe.de bis Mittwoch (12. Oktober) anmelden. Damit die Veranstaltung möglichst gut auf das Publikum zugeschnitten werden kann, wird um Angabe der Personenanzahl, des Namens und des Alters gebeten.

Lehrpfad mit Infotafeln

Das Gelände, auf dem vor 60 Jahren der Kohleabbau aus Schacht Kurl 3 der Zeche Gneisenau begann, soll jetzt ein Ort der Begegnung von Mensch und Natur sein. Angelegt wurde ein Lehrpfad mit Info-Tafeln am Wegesrand. Das ehemalige Bergbau-Areal gehörte zwischenzeitlich zur Zeche Haus Aden, es folgte der Verbund mit Monopol und Heinrich Robert. 1998 wurde der dann zum Bergwerk Ost gehörende Schacht schließlich verfüllt.

Was blieb, war ein brachliegendes Gelände, das die RAG 2020 an Heimaterbe verkaufte. Das Unternehmen gehört zu dem Dachverband Green Zero und möchte eine Balance zwischen Wirtschaft und Umwelt herstellen. Firmen können investieren und ihre Ökobilanz aufwerten. Dazu werden die Umweltkosten von Ressourcen-Verbrauch und Emissionen berechnet und einem zu gleichen volkswirtschaftlichen Bedingungen geschaffenen Umweltwert gegenübergestellt.

So könnten Umweltbelastungen durch Umweltinvestitionen ausgeglichen und ein gleichberechtigtes Miteinander von Ökonomie und Ökologie bei der Produktion und dem Konsum von Gütern erreicht werden, heißt es. Einer der Kunden von Heimaterbe ist die Drogeriemarktkette dm.

Experten und Hochschulen beteiligt

Mit Unterstützung von Biologen, Forstingenieuren, Landschaftsplanern und Geologen sowie unter fachlicher Begleitung verschiedener Hochschulen sei die Industriebrache ökologisch entwickelt worden.

Wer an der Führung teilnehmen möchte, kann sein Fahrrad auf dem Gelände abstellen. Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eignet sich die Bushaltestelle „Niederaden Im Dorf“ (von dort aus zu Fuß nach Osten über „In der Bauget“ zur Dammstraße, hier nach rechts abbiegen). Wer mit dem Pkw kommt, kann im Eingangsbereich entlang der Dammstraße parken.