Die Geschäftsstelle Lünen des Jobcenters Kreis Unna am Zentralen Omnibusbahnhof. Ein Mann aus Barmbauer hatte zu Unrecht Geld kassiert. © Peter Fiedler (A)
Amtsgericht

Neue Arbeit und doch Geld vom Job-Center kassiert: Lüner vor Gericht

Zu Unrecht Geld vom Jobcenter kassiert, damit landete ein 25-Jähriger aus Lünen-Brambauer vor Gericht. Er hatte nicht gemeldet, dass er wieder in Lohn und Brot steht.

Die unangenehme Erfahrung, dass auch Unwissenheit nicht zwangsläufig vor großem Ärger schützt, musste ein 25-Jähriger aus Lünen-Brambauer machen. Er hatte das Jobcenter nicht frühzeitig über seine neue Arbeitsstelle informiert. Vor Gericht zeigte er sich nun geläutert.

Für den Monat März 2020 erhielt der junge Mann aus Lünen rund 360 Euro Unterstützung zu Unrecht, weil er wieder einen Job hatte und das Amt darüber keine Kenntnis besaß. Die Überzahlung kam ans Licht und dem 25-Jährigen wurde daraufhin ein Betrug durch Unterlassen vorgeworfen.

Nun wurde sein Fall vor dem Amtsgericht verhandelt und er alles sofort auf den Tisch. Er habe es einfach nicht gewusst, habe es aber sofort mitgeteilt, als er Mitte März 2020 einen Anruf vom Jobcenter erhalten habe. Nichtsdestotrotz: „Ich habe das alles auf die leichte Schulter genommen. Ich wusste es wirklich nicht besser. Ich dachte, das geht automatisch.“

So viel echte Einsicht, dazu unter anderem ein leeres Strafregister sowie der Umstand, dass der Schaden bereits gutgemacht wurde, stimmten die Vertreterin der Anklage und den Richter schließlich milde: Das Verfahren gegen den Lüner wurde ohne Auflagen eingestellt. Seine eigenen Kosten, die den Prozess betreffen, muss er allerdings selbst tragen – darunter auch die ausstehende Rechnung seines Verteidigers.

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