Am Mittwochvormittag versammelten sich Vertreter der Stadt Lünen, der Bauinvestor, der Bauleiter, Vertreter der AWO und der leitende Architekt zum symbolischen Spatenstich an der neuen Kita an der Preußenstraße. © Laura Schulz-Gahmen
Kita-Bau

Neue Kita: Millionen-Projekt in Lünen soll Jung und Alt zusammenbringen

Die neue Kita in Horstmar soll mehrere Millionen Euro kosten. Dem Investor und Bauherrn aus Ratingen hat schwebt ein ganzheitliches Konzept vor, dass auch ältere Menschen mit einbindet.

Die Nachfrage nach Kitaplätzen nimmt nicht ab. Vor allem durch die Berufstätigkeit beider Elternteile sind auch die Plätze für Kinder unter drei Jahren beliebt. An der Preußenstraße entstehen gerade etwa 75 neue Kitaplätze.

Am Mittwoch, 27. November, kamen die Verantwortlichen von Stadt, Träger und Bauinvestor für einen symbolischen Spatenstich zusammen. Auch der leitende Architekt Ahmad-Shakib Dadgar war vor Ort und nannte den geplanten Fertigstellungszeitpunkt: März 2023.

Verzögerungen wegen Lieferschwierigkeiten nicht erwartet

Auf die Frage der Redaktion, ob er mit Verzögerungen aufgrund der derzeitigen Lieferschwierigkeiten von Baumaterial und Holz rechne, sagte er: „Nein, ich rechne nicht damit.“ Wenn der Rohbau pünktlich fertig wird, sehe man ja bereits, ob der angepeilte Fertigstellungszeitpunkt passe. Das hänge aber vom Winter ab und davon, ob die Decke dann bereits auf den Rohbau kann.

Das Grundstück an der Preußenstraße hat eine besonders zentrale Lage in Lünen und passt daher gut zum hohen Bedarf an Kitaplätzen. Es ist etwa 2.612 Quadratmeter groß und neben den vier Kita-Gruppen sollen auch 26 Wohnungen entstehen.

Michael Türk ist mit seinem Bauinvest-Unternehmen aus Ratingen spezialisiert auf Kitas und Wohnungen für Senioren. Vor allem sollen es bezahlbare Seniorenwohnungen werden. Außerdem wird es ein energieeffizienter Bau.

Schnelle Baugenehmigung und Einsatz der Stadt

Michael Türk hatte das Grundstück für rund 750.000 Euro gekauft. Er ist Grundstückseigentümer und Bauherr und dankte der Stadt Lünen, „die sich für den Standort eingesetzt hat“. So viel Platz für eine Kita zu haben, sei eher ungewöhnlich. Andererseits unterstütze die Stadt somit auch den Ausbau.

So soll die neue Kita an der Preußenstraße ab März 2023 dann aussehen.
So soll die neue Kita an der Preußenstraße ab März 2023 dann aussehen. © Büro Michael Türk © Büro Michael Türk

Auch die Baugenehmigung sei schnell da gewesen, das sei auch nicht oft der Fall. Außerdem ist Michael Türk froh darüber, die AWO als Mieter zu haben: „Die AWO hat immer beste Zustände in ihren Kitas.“

Senioren und Kindergartenkinder unter einem Dach

Über der Kita entsteht Wohnraum für Senioren. Und hier kommt das Ehrenamt ins Spiel, das beiden Generationen dienen soll. In einigen Kitas in Deutschland gibt es schon Projekte, bei denen Senioren ehrenamtlich in Kitas mithelfen. „Es gibt so genannte Vorlese-Omis und ältere Menschen, die im Garten helfen“, sagt Ahmad-Shakib Dadgar.

Und auch hier sollen die Senioren, wenn sie denn möchten, in den Kita-Alltag eingebunden werden. Ein genaues Konzept steht dafür zwar noch nicht, aber in Absprache mit der AWO sollen sowohl die Kinder als auch die Senioren von der jeweils anderen Generation profitieren. Ganz nach dem Motto: Die Jungen lernen von den Älteren und die Älteren werden von den Jungen fit gehalten. Die künftigen Mieter werden vorab ausdrücklich auf die Kita hingewiesen.

Jetzt schon auf Personalsuche

Neben dem hohen Bedarf an Kitaplätzen, sind auch die Kosten für eine Kindertagesstätte nicht zu unterschätzen. Aktuell wurden bereits etwa 1,2 Millionen Euro in das Projekt investiert. Insgesamt soll der Neubau mit den Wohnungen 7,2 Millionen Euro kosten. „8,60 Euro pro Quadratmeter zahlt das Land an die AWO an Miete, die Stadt Lünen stockt das auf“, so Türk zu der Kita-Sitaution. Personal werde gesucht. „Der Beruf wird bereits attraktiver durch eine praktische Ausbildung. Außerdem zahlen wir vom ersten Tag an 1.200 Euro“, so Rainer Goepfert, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems. Damit dann aber auch zum Kita-Start genügend Kita-Personal da ist, sucht die AWO bereits jetzt nach Verstärkung für die Kita an der Preußenstraße ab März 2023.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen