Die Polizei sperrte die Straßen für die Teilnehmer der Sternfahrt Ruhr. Sie endete im Seepark Horstmar. © Quiring-Lategahn
Fahrrad-Sternfahrt

Zeichen setzen für Verkehrswende: 1500 Radfahrer blockieren Straßen

Ein Zeichen auf zwei Rädern haben Radfahrer bei der Sternfahrt Ruhr von Witten nach Lünen gesetzt. Die Demo führte über große Straßen bis zum Seepark. Ein Teilnehmer stürzte und wurde verletzt.

„Ich bin noch nie mit so vielen Menschen Fahrrad gefahren“, sagt Wolfgang Maas. Der ADFC-Tourenleiter lotste mehr als 50 Teilnehmer aus Lünen zur Fahrrad-Sternfahr Ruhr 2021, die sich dort in den großen Tross einreihten. 1500 Radler seien bei der Demo für die „Verkehrswende jetzt“ unterwegs gewesen, heißt es seitens des ADFC. Ohne Motorengeräusch, dafür aber mit Klingeln und Musik, ging es über die eigens gesperrte B1 und die B236. Der Zug rollte auch durch den 1,4 Kilometer langen Tunnel in Wambel.

„Das war das Highlight“, berichtet Maas. Durch das Gefälle habe man mit 40 Stundenkilometern rollen lassen können. Ein Sturz in der Auffahrt zur B236 überschattete die Tour. Nach Polizeiangaben geschah das ohne Fremdeinwirkung. Der 54-jährige Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Die Polizei hielt die Straßen für die Demo frei. Auf Lüner Gebiet waren zeitweise die Jäger-, Bebel- und Preußenstraße für Autofahrer nicht passierbar. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, einer der Schirmherren der Sternfahrt, hatte die Radler von Witten aus begleitet. Der Technische Beigeordnete Arnold Reeker war mit der Lüner Gruppe vom Hauptbahnhof aus unterwegs.

Zur großen Fahrradsternfahrt sind auch Teilnehmer aus Lünen gestartet. Sie haben sich am Hauptbahnhof getroffen.
Zur großen Fahrradsternfahrt sind auch Teilnehmer aus Lünen gestartet. Sie haben sich am Hauptbahnhof getroffen. © Quiring-Lategahn © Quiring-Lategahn

Bürgermeister unterstützt Verkehrswende

„Das Motto Verkehrswende jetzt findet meine volle Unterstützung“, erklärte Kleine-Frauns bei der Abschlusskundgebung im Seepark. Dafür bekam er Beifall per Klingeln. Es sei entscheidend, ein Zeichen zu setzen, um das Bewusstsein für die Belange der Radfahrer zu ändern. Auch für den Klimaschutz sei die CO2-freie Mobilität ein wichtiger Beitrag. Es gelte keine Zeit zu verlieren und jetzt die Wende zu vollziehen.

Kleine-Frauns habe eine herrliche Fahrt erlebt. Es sei eine schöne Tour gewesen, weil sie auch sicher war. Die Forderung, dass Radfahren sicherer werden müsse, sei wichtig. Tempo 30 in den Städten könne von solchen nicht nachvollzogen werden, die nicht Rad führen. In puncto Radwegenetzausbau erhofft sich Kleine-Frauns einen Schub durch den Bau des IGA-Radwegs, der Lünen und Bergkamen verbinden wird. Baustart sei nächstes Jahr. „Da möchte ich alle zur Eröffnung begrüßen.“

An die 1500 Teilnehmer kamen nach der Sternfahrt im Seepark Horstmar zur Abschlusskundgebung zusammen.
An die 1500 Teilnehmer kamen nach der Sternfahrt im Seepark Horstmar zur Abschlusskundgebung zusammen. © Quiring-Lategahn © Quiring-Lategahn

Bis 2025 Radverkehrsanteil auf 25 Prozent erhöhen

Dass sich nur durch Aktionen von Bürgern in Verwaltungen etwas ändere, betonte Axel Fell, NRW-Landesvorsitzender des ADFC. Der Entwurf des neuen Fahrrad- und Mobilitätsgesetzes gehe nicht weit genug. Der ADFC fordert, dass bis 2025 der Radverkehrsanteil 25 Prozent betrage. Dieser hohe Anspruch soll einen Aufbruch schaffen.

Organisiert wurde die Tour unter anderem vom ADFC, Velocity Ruhr und dem VCD. Infos unter www.fahrradsternfahrt.ruhr.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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