Schaurig-schön soll es für die Besucher am Halloween-Wochenende gleich in zwei Horror-Häusern in Lünen werden. Sowohl die Familie Hahn in Brambauer als auch Familie Noge/Awiszio in Lünen-Süd bitten zum speziellen Gruselspaß. © Stephanie Tatenhorst
Gruselspaß an Halloween

Zwei Halloween-Häuser lehren bald das Fürchten in Lünen

Es wird nichts für schwache Nerven, das ist schon jetzt klar. Selbst für die Besitzer der Halloween-Häuser. Denn es ist nur noch eine Woche bis Halloween - und es gibt noch viel Arbeit.

Bei Familie Hahn in Brambauer sieht es vor dem Haus schon gespenstisch aus. Spinnenweben führen von der Hauswand ins Blumenbeet. Spinnen sind darin zu sehen und so manche Kürbisdeko ist auch schon angebracht. Doch das Zentrum vom Grusel-Gewusel Brambauer wird der Garten sein – und hier brachte Sturmtief Hendrik II einiges durcheinander.

„Ein Pavillon ist uns weggeflogen, der zweite trug Schäden davon“, bedauert Yvonne Hahn. Inwieweit die an der Traverse angebrachten Planen allem Stand hielten, musste überprüft werden. Das kostete Zeit, die bei den Vorbereitungen nicht eingeplant war.

Auch in Lünen-Süd wartet noch viel Arbeit auf Martin Noge, Schwiegervater Ralf Awiszio und Daniel Überschär, der für die Elektrik verantwortlich ist.

Martin Noge, Ralf Awiszio und Daniel Überschär haben noch viel vor, bis das Halloween-Haus in Lünen-Süd fertig ist. Tatkräftig angefeuert werden sie dabei aber von Megan, Dylan und Aaron. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Urlaubsbedingt konnten sie erst am Freitag (22. Oktober) mit dem Aufbau beginnen – und das Regenwetter ließ nicht viel zu. Reingeklotzt wurde daher am Samstag (23.) bei strahlendem Sonnenschein – und so ist das Labyrinth, das durch den Vorgarten führt, schon durch die aufgestellten Bauzäune klar erkennbar.

Gruselspaß an drei Tagen

Das steht in Brambauer schon längst in seiner finalen Version – und hier wurden auch schon die ersten Deko-Figuren angebracht. Doch einiges wartet noch darauf, seinen Platz in der fußläufigen Geisterbahn zu finden, die am kommenden Wochenende genau wie in Lünen-Süd an drei Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Die Öffnungszeiten

Gruselspaß in zwei Halloween-Häusern

  • Das Gruselgewusel in Brambauer, Am Kelmbach 20, hat Freitag, Samstag und Sonntag von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Jeweils um 17/17.30 Uhr kommen die Wallfahrer mit ihrer Zaubershow. Danach geht es Gruppenweise ins eigentliche Labyrinth.
  • Das Halloween-Haus Lünen-Süd, Derner Str. 87, hat am Freitag und Samstag von 17.30 bis 21 Uhr geöffnet. Süßigkeiten und Erschrecker gibt es allerdings erst am Sonntag, dem eigentlichen Halloween-Abend, von 17.30 bis 22 Uhr.

Beide Häuser kooperieren dabei, schicken ihre Besucher zum jeweils anderen – und noch etwas verbindet die beiden. Das legendäre Horrorhaus in Bergkamen-Rünthe, das jährliche mehr als 1000 Besucher anzog, wird nicht mehr öffnen – und die Betreiber Marco und Melanie Dietrich verkauften im Sommer einen Großteil ihrer Deko-Artikel. Sowohl Hahn als auch als Noge schlugen damals zu und können ihren Gästen in diesem Jahr daher völlig andere Dinge bieten.

In Lünen-Süd geht es um Horror-Film-Szenen

An Horrorfilmen orientiert sich dabei das Halloween-Haus Lünen-Süd. Schon jetzt bremsen Autofahrer, wenden nach wenigen Augenblicken ihr Fahrzeug und die Beifahrer drehen Videos. Dabei gibt es außer dem Eingangstor und der mit Spinnenweben überzogenen Hecke noch wenig zu sehen. Spannend wird es dahinter – und deshalb bietet das Haus des Schreckens auch zwei Varianten des Weges an.

Für viele Requisiten ist Einfallsreichtum gefragt. Einen Tipp vom ehemaligen Haus des Schreckens in Bergkamen-Rünthe nahm Martin Noge daher gern auf: Staubanzüge mit Stroh befüllen – und schon ist eine lebensgroße Puppe geschaffen. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Der für mutige Kinder und schreckhafte Erwachsene geeignete Weg führt außen herum und ist die „Notaufnahme“ des „Lost Hope Hospitals“, dem diesjährigen Motto des Hauses. Hier gibt es gruselige Puppen und nach wenigen Metern die Süßigkeitenrutsche zur Belohnung für den gezeigten Mut, doch dann ist der Spuk vorbei. Deutlich härter geht es im Gang „Intensivstation“ zu. „Hier werden wir alle vor Lichteffekten warnen“, sagt Ralf Awiszio ernst, „wer das nicht verträgt, sollte den anderen Gang nutzen.“

Schaurige Figuren und reale Erschrecker

Allein diese Warnung sollten Gäste in Lünen-Süd schon Ernst nehmen, denn: „Wir werden alles versuchen, um die Leute auf Übelste zu erschrecken“, sagt Ralf Awiszio mit breitem Grinsen. Natürlich soll es allen Beteiligten am Ende auch Spaß gemacht haben. „Wir wollen nicht, dass sich hier irgendjemand wirklich einnässt“, sagt Noge, doch was es in der Leichenhalle zu sehen gibt, wie „The None“ in Szene gesetzt wird und wie die eigenen Ängste im Darkroom wirken, der eng, dunkel und schallgeschützt sein wird, all das ist nicht abzusehen.

„Es ist schon etwas anderes, ob da nur eine elektrische Figur steht – oder ob plötzlich eine gleich gekleidete Gestalt auf einen zustürmt“, erklärt Martin Noge, dass es von so mancher Puppe auch einen gleich gekleideten realen Erschrecker gibt. Gerade bei Horrorfilm-Fans wirkten solche Aktion nochmals tiefer.

Die Nonne wird in Lünen-Süd eine besondere Rolle spielen. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

„Aber als Erschrecker achten wir schon darauf, wie weit wir bei bestimmen Personen gehen gönnen“, beruhigt Noge. Doch Streckbank, Särge, Skelette und so manch andere Deko werden auch so schon mehr als nur gruselig sein.

Gruselhaus mit Escape-Room-Charakter in Brambauer

Etwas weniger extrem wird es da in Brambauer zugehen. Das drei Generationen-Halloween-Haus hat die anfallenden Aufgaben schon auf alle Familienmitglieder verteilt. Die Söhne Bastian und Fabian werden als Erschrecker agieren, wobei Bastian die passende Geschichte dazu erzählt. Denn hier steckt ein Zeitreisender in einer bestimmten Dimension fest – und der Besucher muss ihm helfen, daraus zu entkommen. Es hat Escape-Room-Charakter, was hier geboten wird, denn die Besucher haben Aufgaben zu erfüllen.„Wir spielen mit Kuriositäten und Steampunk“, verrät Hausherr Carsten Hahn.

Nichts für schwache Nerven: Die Horrorbraut ist alles andere als hübsch. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Etwa drei bis fünf Minuten dauert der Weg durch das Labyrinth in Brambauer, das schon jetzt mit schwarzen Vorhängen bestückt ist und diverse Grusel-Momente bereit hält. So mancher Schrei wird auch hier zu hören sein, sind die Hahns überzeugt. Aus hübschen Portraitbildern werden beispielweise im Vorbeigehen fiese Fratzen, Video-Sequenzen werden Gänsehaut verursachen und fiese, ekelige Dinge von der Decke baumeln.

Profi-Zauberer kommen zur Einstimmung

Aber es gibt auch ganz bewusst eingerichtete Ruhezonen, in denen sich die Besucher einfach nur schaurige Objekte anschauen können, ohne dabei erschreckt zu werden. „Da gibt es dann wirklich nur etwas fürs Auge“, sagt Carsten Hahn.

Im Vorgarten von Yvonne und Carsten Hahn in Brambauer blieb alles vom Sturm verschont, im Garten, wo das eigentliche Labyrinth steht, gab es einiges zu reparieren. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Eine Überraschung gibt es für die Halloween-Besucher auch an allen drei Abenden jedoch vorab: 30 Minuten vor der Eröffnung kommen die Wallfahrer, das unheimliche immersives Theater. „Die machen Zaubertricks und binden das Publikum mit ein“, freuen sich die Hahns auf das Spektakel, für das sie tiefer in die Geldtasche griffen.

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