13. Theater-Festival Lünen: Wie junge Leute mit dem Thema Schuld umgehen

Aufführungen

Mit zwei starken Aufführungen, allerdings digital, hat das 13. Festival Junges Theater in Lünen begonnen. Es ging um eine junge Frau auf Abwegen und um Party-Spaß in Zeiten der Pandemie.

Lünen

07.06.2021, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Daumen hoch für das 13. „Festival Junges Theater Lünen"! Oben von l.: Susanne Hocke (Organisation), Florian Klapetz (Kamera und Technik), Jan N. Schmitt (Organisation); Mitte: Der Literaturkurs des GA, Jürgen Larys (Theaterförderverein), Die Szenenzeiger; unten Horst-Müller Baß (Stadt Lünen), Reiner Krieger (Käthe-Kollwitz-Gesamtschule).

Daumen hoch für das 13. „Festival Junges Theater Lünen"! Oben von l.: Susanne Hocke (Organisation), Florian Klapetz (Kamera und Technik), Jan N. Schmitt (Organisation); Mitte: Der Literaturkurs des GA, Jürgen Larys (Theaterförderverein), Die Szenenzeiger; unten Horst-Müller Baß (Stadt Lünen), Reiner Krieger (Käthe-Kollwitz-Gesamtschule). © Screenshot: Florian Klapetz.

Vorhang auf für das 13. Festival Junges Theater Lünen in digitaler Form, das am Montag (7.6.) eröffnet wurde. Bereits der einleitende Kurzfilm der Filmgruppe der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule unter der Leitung von Volker Krieger thematisierte humorvoll die Schwierigkeiten, zu Coronazeiten miteinander ins Spiel zu kommen. Anschließend starteten Jan-Peter Lüffes „Szenenzeiger“ aus Hamm den Hauptteil des Festivals.

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Ihr vom Festivalfilmer Florian Klapetz mit Handkamera fast ohne Schnitte eingefangenes modernes Mysterienspiel „Bekehrt?“ schilderte eindringlich die Situation einer jungen Frau, die schon früh auf die Abwege der Kriminalität geraten ist. Eindringlich warf die Gruppe Fragen von Schuld und Gewissen auf und ließ die Frage offen, ob eine „Bekehrung“ und Wiedereingliederung in die Gesellschaft möglich ist. Das Mittel dazu zumindest war im Film zu sehen: Sich in die Rolle der Opfer durch (schauspielerische) Einfühlung zu begeben – ein großartiger Hinweis darauf, wie eng Theater und Therapie miteinander verbunden sein können.

Umgang mit dem tödlichen Virus

Ganz im Zeichen der Pandemie stand anschließend die in der Aula der Schule gefilmte Produktion des Literaturkurses des Gymnasiums Lünen-Altlünen, die Schulleiter Reiner Hohl unter seiner Regie hatte. „A little party never killed nobody“ zeigt die ganze Palette des Umgangs mit der im Stück zwar mit einer Chiffre gekennzeichneten, aber doch deutlich lesbaren Ausbreitung eines tödlichen Virus. Einige wollen sich trotzdem den Party-Spaß nicht verbieten lassen, bis es nach einer Ansteckung zu einem Todesfall kommt. Spätestens bei der Bestattung der verstorbenen Mitschülerin hat es jeden erreicht: Der Aluhut wird abgelegt.

Am Ende öffnet sich auch hier die Perspektive zu fast überpersönlichen Themen: Wie geht man – und sei es im Jenseits – mit der „Schuld“ um, selbst jemanden angesteckt zu haben? „Es ist wie es ist. Lebe Dein Leben“ ist die Antwort, die dennoch den Ernst des zuvor eindringlich und ausdrucksstark Gezeigten keineswegs aufhebt.

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Kommentare direkt in den Chat

Das diesjährige Festival bietet gerade durch das digitale Format allen beteiligten Gruppen die Gelegenheit, sich intensiv gegenseitig wahrzunehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Aber auch die live zugeschalteten Zuschauerinnen und Zuschauer konnten ihre Kommentare direkt in den „Chat“ geben oder persönlich aussprechen.

Gelobt wurde insbesondere die gelungene künstlerische, schauspielerische wie auch filmische Umsetzung aller Projekte, gerade in ihrer Unterschiedlichkeit. Ein überaus gelungener Start, der Lust macht auf mehr. Kostenlose Tickets für die nächsten Veranstaltungen am Mittwoch und Freitag (je 18 Uhr) können angefordert werden über festival-jungestheater-luenen@gmx.de

Die Broschüre des Festivals ist abrufbar über https://www.yumpu.com/de/document/view/65672207/programmheft-junges-theater-lunen-2021


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