300 Busse täglich - Lüner wegen Lärm genervt

Bürgerantrag geplant

Die Anwohner in der Lüner Altstadt rund um die Marienkirche sind genervt. Nach ihrer Zählung fahren täglich bis zu 300 Busse an ihren Häusern vorbei. Jetzt wollen sie mit einem Bürgerantrag bei der Stadt erreichen, dass weniger Verkehr fließt.

LÜNEN

, 24.04.2017, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
300 Busse täglich - Lüner wegen Lärm genervt

Bürger der Erzbergerstraße, Graf-Adolf-Straße und Gartenstraße wollen einen Bürgerantrag bei der Stadt einreichen, um die Verkehrssituation in der Altstadt zu beruhigen.

Herbert Hamann erinnert sich an Zeiten, da war es noch schön ruhig im Altstadtviertel. Doch seit der Wiedereröffnung der Salford-Brücke im Mai 2016 rollen wieder viele Linienbusse durch das Wohnquartier. Der Verkehrslärm sei in den Wohnungen der Anwohner zu hören, sagt er.

Dazu kämen noch die Vibrationen, die im Mauerwerk zu spüren seien. In Stoßzeiten rollten durch die Erzbergerstraße bis zu 15 Busse pro Stunde, so Hamann. „Ist das nötig?“, fragen er und 104 andere Anwohner der Altstadt.

Verkehrsgesellschaft ist skeptisch

Ihr Bürgerantrag zielt darauf ab, dass die Verwaltung die Situation prüft, Vorschläge für Verbesserungen unterbreitet und Abhilfe schafft. Konkret fordern die Bürger, den Busverkehr deutlich zu reduzieren. „Wir wollen ja nicht, dass kein Bus mehr durch die Straße fährt“, sagt Herbert Hamann. „Aber wir haben das Gefühl, dass die VKU (Verkehrsgesellschaft Kreis Unna) sich keine Gedanken gemacht hat, ob es alternative Routen gibt.“

Divers Alternativen seien durchdacht worden, erklärte Uwe Greif, VKU-Betriebsleiter in Lünen. „Wir wollen unsere Kunden ohne große Umwege in die Stadtmitte bringen“, so Greif. Um zur Haltestelle Persiluhr zu gelangen, müsse die Erzbergerstraße befahren werden. Das sei für die Kunden die bestmögliche Lösung.

Eine Reduzierung des Taktverkehrs hält Uwe Greif für schwierig. „Die Linien, die aus unterschiedlichen Ortsteilen kommen, wollen alle zur Stadtmitte. Wir können unseren Kunden nicht zumuten, dass sie kurz vor dem Ziel aussteigen oder umsteigen müssen.“

Weiterer Vorwurf: Tempo 30 würde nicht eingehalten

Ein weiterer Vorwurf der Anwohner in ihrem Bürgerantrag: In der Tempo-30-Zone würden Busse als auch Autos viel zu schnell fahren. Die Anwohner fordern mehr Geschwindigkeitskontrollen und die Installation (dauerhaft oder temporär) einer „freundlichen“ Radaranlage mit dem Leuchtspruch „Danke Sie fahren 30“ in der Erzbergerstraße.

Uwe Greif zu dem Vorwurf: „Aufgrund der verengten Fahrbahn können die Busse dort gar nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren. Wenn ein voll besetzter Bus vorbei fährt, fühlt es sich natürlich für den Passanten aufgrund der Masse des Busses schneller an, als wenn ein PKW vorbeifahren würde.“

Betroffene: Antrag soll Thema in nächster Ausschusssitzung werden

Der Antrag mit 105 Unterschriften von Anwohnern der Erzbergerstraße, Graf-Adolf-Straße und Gartenstraße soll nächste Woche bei der Stadt eingereicht werden. Die Betroffenen wünschen sich, dass er in der nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung im Mai Thema ist.

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