Abgesagt! Kinofest 2020 fällt wegen der Corona-Pandemie aus

rnKinofest in Lünen

Tausende Menschen in und vor den Sälen der Cineworld - all das wird es 2020 nicht geben. Das Kinofest in Lünen wird 2020 nicht stattfinden. Ganz aufgeben will der Kinofest-Chef aber noch nicht.

Lünen

, 05.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kinofest 2020 fällt aus. Das hat der Träger, der Verein Pro Lünen, am Mittwoch mitgeteilt. Als Grund nennt der Verein, dass Empfänge mit Hunderten Gästen und Vormittage mit rund 1000 Schülern in Corona-Zeiten in der Cineworld „schlicht nicht durchführbar und zur Zeit wie auch in wenigen Monaten nicht realistisch“ seien.

Der Vorstand des Vereins nehme zudem an, dass die Bevölkerung momentan nicht unbedingt vermeidbare Risiken eingehen wolle - ein Besuch des Kinofestes würde dazu offenbar zählen.

Entscheidung immer wieder vertagt

Zuletzt war lange offen geblieben, ob das Kinofest stattfinden könnte. Im April hieß es noch, das Kinofest würde vorgezogen, es sollte vom 28. Oktober bis 1. November stattfinden. Max Püschel, Sprecher von Pro Lünen, sagt, der Vorstand habe im März eigentlich schon beschlossen, dass man sich Anfang Juni endgültig entscheiden wolle. So könne man mit Vorlauf planen und unnötige Ausgaben vermeiden. Das jedoch habe sich dann immer weiter verschoben.

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„Wir bedauern die Absage sehr“, sagt Püschel, es sei auch über andere Möglichkeiten, etwa ein Hybrid-Festival, diskutiert worden. Das hätte dann in kleinerem Maße vor Ort, in größerem auch online stattfinden können. Aber: „Das Festival ist auch verankert als Treffpunkt vor Ort, zum Austausch. In der Online-Variante sehen wir eine gewisse Beliebigkeit. Da kommen wir nicht her, das sollte es nicht sein.“

Kinofest-Leiter Mike Wiedemann sieht das anders. Ein solches Hybrid-Festival hätte er allemal besser gefunden als die Komplett-Absage. „Da habe ich Bedenken“, sagt er. Lasse man dieses Jahr komplett ausfallen, stehe man nächstes Jahr vor dem selben Problem. „Wenn ich das Robert-Koch-Institut ernst nehme, wird es nächstes Jahr auch nicht so laufen können wie immer. Dann fangen wir wieder bei 0 an.“

Kleineres Festival für Kinofest-Chef noch möglich

Die Absage von Pro Lünen respektiere er natürlich, die Idee eines kleineren Festivals wolle er aber weiterverfolgen. Filme könne man in der Cineworld ja zeigen, schließlich laufe der Betrieb dort ja auch unter Corona-Bedingungen. Für ein solches, kleineres Festival, bräuchte es natürlich dann einen neuen Träger.

Inhaltlich ist er vorbereitet, das Team um Wiedemann, Sven Ilgner und Anke Höwing hat schon rund 200 Filme gesichtet.

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Wie stark der Ausfall des Kinofestes wiegt, zeigt der Blick auf die blanken Zahlen. Pro Lünen hat laut Püschel im vergangenen Jahr rund 480.000 Euro zur Finanzierung des Festivals organisiert, 75.000 davon stammen aus den Einnahmen durch Eintrittsgelder. Große Sponsoren sind die Film- und Medienstiftung NRW und die Bürger- und Kulturstiftung der Sparkasse an der Lippe. 2019 kamen rund 10.000 Gäste, darunter alleine rund 3000 Schülerinnen und Schüler. Die finanziellen Verluste durch die Absage seien zu verkraften, sagt Püschel, lägen aber immer noch „auf dem Niveau eines Kleinwagens“.

Bedauern auch beim Cineworld-Betreiber

Auch Lutz Nennmann, einer der beiden Cineworld-Chefs, bedauert die Absage des Kinofestes: „Wir hätten das gerne durchgeführt und mitbetreut“, sagt er. „Aber wir haben grundsätzlich Verständnis für diese Entscheidung in diesem außergewöhnlich schlechten Jahr.“ Die Absage sei, vor allem zu Corona-Zeiten, mit weiteren finanziellen Einbußen für die Cineworld verbunden. In anderen Jahren, wenn etwa parallel ein Blockbuster startet, sei die normale Öffnung möglicherweise finanziell lohnenswerter als das Kinofest. Davon jedoch wäre 2020 nicht auszugehen.

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