Am Samstag (17.7.) wurde die Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer an der Bahnstraße in drei Einzelteile zerlegt. © Morton Minscke
Marode Brücke

Abriss an der Lüner Bahnstraße: 30 Jahre alte Holzbrücke hängt am Haken

Die Eichenholzbrücke an der Bahnstraße in Lünen muss aus Sicherheitsgründen ersetzt werden: Ein riesiger Kran hob die schweren Einzelteile am Samstagmorgen (17.7.) aus den Angeln.

Die meisten Menschen im Lüner Süden werden noch geschlafen haben, als am Samstagmorgen (17.7) der Mobilkran zur Bahnstraße kam und vor der Eichenholzbrücke in Stellung gebracht wurde. Mit seinen 80 Tonnen Hubkraft waren die alten Holzelemente der Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Gahmen kein großes Problem.

Schon deswegen nicht, weil die Mitarbeiter des Bauunternehmens Krutmann aus Menden gute Vorarbeit geleistet hatten. Obwohl die Stadt im Sauerland auch vom Hochwasser durch den Starkregen betroffen ist, konnten die Bauarbeiter pünktlich zum Brückenabriss nach Lünen kommen. Sie selbst wohnen in höheren Lagen und hatten deshalb keine Probleme, berichteten sie gegenüber unserer Redaktion.

Mittelteil der Brücke hängt am Morgen sicher am Haken

Die Brücke wurde 1990 aus Eichenholz und Bongossi Holz gebaut. Bei Letzterem handelt es sich um ein afrikanisches Hartholz, über das die Lünerinnen und Lüner bislang gelaufen sind. Die Tragkonstruktion wurde aus Eichenholz gefertigt. Fortschreitende Schäden machten den Abriss notwendig.

Das Archivbild zeigt die Brücke an der Bahnstraße im März dieses Jahres.
Das Archivbild zeigt die Brücke an der Bahnstraße im März dieses Jahres. © Goldstein (A) © Goldstein (A)

Zwei Tage lang hatten die Bauarbeiter an der in die Jahre gekommenen Brücke die Verschraubungen eingeölt und gängig gemacht, um sie am Samstagmorgen in ihre drei Bauteile zerlegen zu können.

Die Schrauben wurden gelöst und der Mittelteil der Brücke mit einem Kran aus der Konstruktion entfernt.
Die Schrauben wurden gelöst und der Mittelteil der Brücke mit einem Kran aus der Konstruktion entfernt. © Morton Minschke © Morton Minschke

Zuerst kümmerten sich die Bauarbeiter um den mittleren Abschnitt der Brücke und befestigten es an einen Haken. Als es sicher daran hing, wurden die sogenannten Gerbergelenke aufgeschraubt. Eine Kettensäge kam beim Zerlegen nicht zum Einsatz. Das gesamte Mittelteil wurde auf einem Tieflader abgelegt. Bei dem Versuch, die Kettensäge anzusetzen, hätte das harte Holz Funken geschlagen, lautet die Einschätzung der Arbeiter vor Ort.

Sperrungen eher aufgehoben als gedacht

Die beiden Seitenteile waren zu diesem Zeitpunkt noch mit den Widerlagern und dem zweiten Fundament fest verbunden. Sie wurden dann gelöst und auf einem vorbereiteten Platz abgelegt.

Auch die Seitenteile wurden komplett entfernt.
Auch die Seitenteile wurden komplett entfernt. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Noch bevor es an diesem grauen Morgen richtig hell wurde, war alles erledigt. Deshalb musste die Bahnstraße nicht wie vorher von der Stadt Lünen angekündigt bis Sonntagabend für den Geh- und Fahrzeugverkehr komplett gesperrt werden. Verkehr samt Buslinie liefen am Morgen wieder normal.

Als Nächstes wird das Mendener Bauunternehmen Krutmann die alten Fundamente durch neue ersetzen. Anfang Oktober, so lauten die aktuellen Planungen, soll dann die neue Brücke eingesetzt werden. Bis zur Fertigstellung soll der Geh- und Radverkehr über die an die Nord- und Südseite der Brücke angrenzenden Rampen abgeleitet werden. Hinweistafeln sollen alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf die gegenüberliegende Rampe führen.

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Redaktion Lünen
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Günther Goldstein

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