Ärger um Beschluss zur Realschule Altlünen: „So jemand ist für mich kein Bürgermeister“

rnNeubau muss kommen

Die Realschule Altlünen muss neu gebaut werden. Das wusste man schon längst, finden CDU und SPD. Dass das Verfahren sich in die Länge zieht, machen sie vor allem an einem Mann fest.

Lünen

, 04.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Beschluss war eindeutig: Die Politik hatte einen Neubau der Realschule Altlünen gefordert - und zwar bis 2022, denn in dem Jahr läuft die Betriebserlaubnis des alten Gebäudes aus - der Brandschutz ist hier nur dank einiger schneller Nachbesserungen gegeben. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hatte den Beschluss nicht beanstandet, allerdings auf einen Protokollvermerk verwiesen, wonach die Stadt Lünen aufgrund ihrer Haushaltslage verpflichtet sei, Alternativen zum Neubau zu prüfen.

Jetzt lesen

Diese Prüfung ist nun abgeschlossen, wie Susanne Limena, Technische Leiterin bei der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL), am Dienstag (2. April) im Betriebsausschuss erklärte. „Weder eine komplette noch eine Teilsanierung machen wirtschaftlich Sinn“, fasste sie das Ergebnis zusammen. Also muss die Schule tatsächlich neu gebaut werden.

„Es kann nur einen Weg geben“

Dass es an dieser Lösung überhaupt Zweifel gab, konnten SPD und CDU nicht nachvollziehen. „Das Geld ist schließlich per Beschluss im Haushalt eingestellt, also kann es nur den einen Weg geben: Neubau, und zwar schnell“, erklärte Ausschussvorsitzender Martin Püschel (SPD). Notfalls werde der Betriebsausschuss die ZGL in der kommenden Sitzung konkret beauftragen: „Und zwar mit dem Ziel, dass der Neubau 2022 fertig sein muss.“

Püschels Fraktionskollege Rüdiger Billeb teilte mit, dass angesichts der Entwicklungen um die Realschule bei den Sozialdemokraten ein Gefühl aufgekommen sei, das allgemein mit dem menschlichen Hinterteil beschrieben wird: „Wir haben einen Neubau gefordert, Gelder eingestellt, und dann kommt einfach irgendjemand ein Jahr nach diesem Beschluss und prüft einfach eine Renovierung.“

Realistischer, aber ambitionierter Zeitplan

Günter Langkau von der CDU offenbarte dann, wer mit „irgendjemand“ gemeint war: „Politische Beschlüsse müssen respektiert werden. Ein Bürgermeister, der das nicht macht, ist für mich kein Bürgermeister“, gab er an die Adresse von Jürgen Kleine-Frauns zu Protokoll. „Wofür machen die ehrenamtlichen Politiker sich hier einen Kopf, wenn nachher hinter unserem Rücken plötzlich alles anders gemacht wird?“

Nun scheint zumindest die Marschroute klar: Der Beschluss vom 13. Juli 2018 wird umgesetzt. Susanne Limena versprach: „Wir werden einen Zeitplan erstellen, der realistisch ist.“ Martin Püschel ergänzte: „Aber ambitioniert sollte er auch sein.“

Lesen Sie jetzt