Ärger um verkaufsoffenen Sonntag in Lünen

Geltungsbereich für 2. April

Der verkaufsoffene Sonntag am 2. April sorgt bei Lüner Händlern für Verwirrung: Erstmals dürfen nur Läden in einem engen Innenstadtradius öffnen. Die Stadt hat den Geltungsbereich geändert – zum Ärgernis mancher Geschäftsleute. Denn die wurden nicht informiert und haben sich personell auf die Sonntagsöffnung eingestellt.

LÜNEN

, 29.03.2017, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

 

Auch Rewe Krummenerle an der Viktoriastraße hat fest mit dem verkaufsoffenen Sonntag am 2. April gerechnet. „Wir hatten immer geöffnet“, sagt Markleiterin Melanie Janda. Für Sonntag war alles organisiert. Veränderungen waren nicht bekannt. Doch jetzt bleibt der Laden geschlossen. „Wir dürfen ja nicht.“

Auch Kai Sembach, Marktleiter von Toom Baumarkt am Buchenberg, reagiert überrascht. „Die Karte des neuen Geltungsbereichs kenne ich nicht.“ Toom am Buchenberg hat sich stets an verkaufsoffenen Sonntagen beteiligt.

Sonntagsöffnungen nur in direkter Nähe zu besonderer Veranstaltung

Die Stadt hat auf die veränderte Gesetzeslage reagiert. Inzwischen dürfen Sonntagsöffnungen nur in direkter räumlicher Nähe zu besonderen Veranstaltungen stattfinden. Das ist am Sonntag der Fall, wenn das Stadtumbaufest mit vielen Aktionen gefeiert wird.

Zeitgleich lädt der City Ring im Bereich der City mit Schwerpunkt Fußgängerzone Lange Straße und Münsterstraße sowie verkehrsberuhigter Bereich Münsterstraße zum ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres ein. Dann dürfen Geschäfte von 13 bis 18 Uhr öffnen – allerdings nur die in dem geänderten Geltungsbereich.

Ausgeschlossene Einzelhändler zeigen sich enttäuscht

Im März hat es dazu einen Ratsbeschluss gegeben. Der wurde im Amtsblatt 8/2017 veröffentlicht. Einige Händler sind auch angerufen worden. Jörg Patzer, Inhaber von Edeka an der Kamener Straße beispielsweise. „Ich wurde gefragt, ob ich mich mit einem klaren Konzept einbinden will“, sagt er. Doch das rechne sich für ihn nicht.

Dennoch ist Patzer enttäuscht. „Seit zehn Jahren mache ich mit. Das war immer positiv. Jetzt fehlt mir der Umsatz“, sagt er. Außerdem fühle er sich nicht mehr zugehörig zur Innenstadt.

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Lünen blüht auf: Das war der verkaufsoffene Sonntag im April 2016

Frühlingsgefühle lagen beim verkaufsoffenen Sonntag in der Luft. Milde Temperaturen, Sonnenschein, strahlend blauer Himmel, eine Blütenpracht und Aktionen lockten zahlreiche Menschen zum Bummeln, Flanieren und Einkaufen in die Stadt.
10.04.2016
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Auch die Evangelische Stadtjugend war dabei: Vor der Stadtkirche St. Georg informierte sie anhand vieler Fotos nicht nur Ÿber diverse Ferien- und Freizeitaktionen, sondern stellte auch Spiele fŸr Kinder sowie einen Imbiss-Stand bereit.© Foto: Beuckelmann
Bummeln und Flanieren machte beim verkaufsoffenen Sonntag scheinbar auch hungrig und durstig.© Foto: Beuckelmann
Die neue FrŸhjahrskollektion lockte beim verkaufsoffenen Sonntag die Kundschaft an.© Foto: Beuckelmann
Die neue FrŸhjahrskollektion lockte beim verkaufsoffenen Sonntag die Kundschaft an.© Foto: Beuckelmann
Schon kurz nach 13 Uhr fŸllte sich die Fu§gŠngerzone zusehends.© Foto: Beuckelmann
Christine Zapler verteilte mit ihrem Team rund 1000 FrŸhlingsblŸher im Auftrag des City Ring LŸnen.© Foto: Beuckelmann
In der Fu§gŠngerzone entfaltete sich an manchen Stellen eine wahre BlŸtenpracht.© Foto: Beuckelmann
Christine Zapler verteilte mit ihrem Team rund 1000 FrŸhlingsblŸher im Auftrag des City Ring LŸnen.© Foto: Beuckelmann
Die Familie Wolf bewertete die Aktion des City Ring LŸnen als gelungen. So wurden rund 1000 FrŸhlingsblŸher kostenlos an Passanten verteilt.© Foto: Beuckelmann
FŸr tŸrkische SpezialitŠten sorgte auf der Lange Stra§e der Aktive Frauenverein.© Foto: Beuckelmann
Schon kurz nach 13 Uhr fŸllte sich die Fu§gŠngerzone zusehends.© Foto: Beuckelmann
Schon kurz nach 13 Uhr fŸllte sich die Fu§gŠngerzone zusehends.© Foto: Beuckelmann
Das Team von ãKreta«s SchŠtzeÒ sorgte fŸr leckere griechische SpezialitŠten, etwa einen vergŸnstigten Antipasti-Teller mit Wein.© Foto: Beuckelmann
Schon kurz nach 13 Uhr fŸllte sich die Fu§gŠngerzone zusehends.© Foto: Beuckelmann
In Hšhe der Persiluhr strahlten sechs VW-KŠfer um die Wette.© Foto: Beuckelmann
Im und vor dem FachgeschŠft Spielwaren Blomenkemper konnten Kinder nach Herzenslust spielen.© Foto: Beuckelmann
In Hšhe der Persiluhr strahlten sechs VW-KŠfer um die Wette.© Foto: Beuckelmann
Schon kurz nach 13 Uhr fŸllte sich die Fu§gŠngerzone zusehends.© Foto: Beuckelmann
Auf dem Willy-Brandt-Platz informierte die Sÿkoda Roadshow Ÿber die neuesten Automodelle.© Foto: Beuckelmann
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Auch Hans Bäcker vom Möbelhauses Bäcker an der Kamener Straße wurde vorab informiert. Er findet schade, nicht mehr dabei sein zu können. „Entweder es allen erlauben oder keinem“, ist seine Meinung. Er wird am Sonntag zu einem Schautag einladen – ohne Beratung und Verkauf.

Stadt hat nicht jeden über verkaufsoffenen Sonntag informiert - wie immer

Für Bodo Hauschopp von Möbel Hauschopp Raumkonzept an der Münsterstraße ist der geänderte Geltungsbereich neu. Es sei ihm gar nicht bewusst, davon ausgenommen zu sein. „Wir haben immer unseren Schautag auf den verkaufsoffenen Sonntag gelegt“, sagt er. Das wird er auch jetzt tun.

Die Stadt kündigt an, Verstöße mit einem Bußgeld von 500 Euro zu ahnden. Eine Sprecherin sagte, man habe in der Vergangenheit die Händler nicht darüber informiert, dass sie öffnen dürfen. Und jetzt eben auch nicht, dass sie geschlossen haben müssen. Von einer Holschuld war die Rede. Jeder hätte die Möglichkeit, bei der Stadt nachzufragen.

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