AfD im Kreis Unna will Neuauszählung der Stimmen

Landtagswahl 2017

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist nach einer Wahlpanne in Mönchengladbach skeptisch, ob nach der Landtagswahl von allen Wahllokalen die korrekte Stimmenzahl für die Partei übermittelt wurde. Auch der AfD-Sprecher für den Kreis Unna hat nun auf "Auffälligkeiten" hingewiesen und will eine Neuauszählung in einigen Wahllokalen.

KREIS UNNA

, 19.05.2017, 18:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
AfD im Kreis Unna will Neuauszählung der Stimmen

ARCHIV - Auf dem AfD-Landesparteitag zur Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl hängt am 26.02.2017 in Sparow (Mecklenburg-Vorpommern) ein Plakat mit dem Schriftzug "Alternative für Deutchland". (zu dpa «Parteitag AfD-Hessen zur Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl» vom 12.05.2017) Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bei der NRW-Landtagswahl in einem Wahlbezirk in Mönchengladbach mussten die Stimmen der AfD neu ausgezählt werden. Zuvor war es zu einer Panne gekommen: Durch einen Fehler bei der Stimmauszählung waren alle Stimmen für ungültig erklärt worden. Das teilte die Stadt am Freitag mit. 

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hatte die rechtspopulistische Partei im Bezirk „Altenheim Eicken“ 7,6 Prozent der Erststimmen, allerdings keine gültige Zweitstimme erhalten. Aufgrund dieses kuriosen Ergebnisses wurde eine Neuauszählung veranlasst. Das Ergebnis: Alle 37 Zweitstimmen für die AfD sind gültig. Die Partei hatte 8,6 Prozent der Stimmen erhalten. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, war zunächst nicht bekannt. Auswirkungen auf das Ergebnis der Wahl vom vergangenen Sonntag habe der umgehend korrigierte Fehler nicht.

AfD-Sprecher meldet Auffälligkeiten im Kreis Unna

Vor diesem Hintergrund hat Michael Schild, Sprecher der AfD im Kreis Unna, eine E-Mail an Kreiswahlleiter Christian Krahl geschickt. Darin schreibt er: „Bei der (...) Kontrolle der Auszählungen der einzelnen Wahllokale sind uns nun auch Auffälligkeiten im Kreis Unna untergekommen (...). Regelmäßig bekamen die AfD-Direktkandidaten etwas weniger Zweitstimmen, als die AfD Erststimmen.“ Als Beispiele nennt Michael Schild unter anderem die beiden Lüner Wahllokale

  • 6081 (Sparkasse Lünen-Süd: Erststimmen AfD 13,7 Prozent, Zweitstimmen 12,9 Prozent)
  • 6121 (Seniorenzentrum Minister Achenbach: Erststimmen AfD 10,9 Prozent, Zweitstimmen 8,9 Prozent)
  • sowie das Werner Briefwahllokal 0939: Hier kam die AfD auf 27 Erststimmen und eine Zweitstimme.

Schild schreibt weiter: „Ich bitte um Kontrolle Ihrerseits bzw. um eine Neuauszählung in den betreffenden Wahllokalen.“

Sind Eingabefehler die Ursache?

Der Kreis Unna reagierte am Freitag gelassen auf das AfD-Schreiben. Wie eine Kreissprecherin auf Anfrage unserer Redaktion sagte, käme es bei der Übermittlung der Stimmen vom Wahllokal an die Stadt und von dort zum Kreis immer mal wieder zu Eingabe- oder Tippfehlern. Weil das so ist, unterscheide man ja auch zwischen dem „vorläufigen“ amtlichen Endergebnis und dem „amtlichen“ Endergebnis, sagte die Sprecherin.

Das amtliche Endergebnis für den Kreis Unna liegt im Übrigen seit Freitag vor. Geringfügige Änderungen gegenüber dem vorläufigen Endergebnis, so die Kreissprecherin, seien bei der Feststellung des amtlichen Endergebnis berücksichtigt worden. Danach kam die die AfD im Wahlkreis 116 Unna II (Lünen/Selm/Werne) bei den Erststimmen auf 7,6 Prozent und bei den Zweitstimmen auf 8,8 Prozent.

mit dpa

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