Aktionsbündnis: Aurubis bietet Caterpillar-Azubis konkrete Hilfe an

rnRat steht hinter Belegschaft

Der Schock saß tief - 500 Beschäftigte von Caterpillar sind von der drohenden Werksschließung betroffen. Nun gibt es ein Aktionsbündnis und erste konkrete Hilfs-Maßnahmen.

Wethmar

, 16.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein neues Aktionsbündnis will den Beschäftigten von Caterpillar konkret helfen. Am Freitag (13.3.) tagte es zum ersten Mal auf Einladung von Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Und es gab auch schon konkrete Ideen und Hilfsangebote für die 500 Mitarbeiter des von Schließung bedrohten Unternehmens.

Werbung für wechselwillige Mitarbeiter bei Firmen

So gibt es für die 15 Auszubildenden von Caterpillar eine gute Nachricht. Friedhelm Deuter vom Vorstand von Pro Lünen brachte ein Angebot von Aurubis-Chefin Astrid Herbers mit. Sollten die 15 Azubis ihre Ausbildung nicht bei Caterpillar beenden, können sie ihre Lehre bei Aurubis fortsetzen und dann ihre Abschlussprüfung machen. Egal in welchem Lehrjahr die Azubis sind.

Zudem, so Deuter, werde man bei den 130 Firmen, die Mitglied von Pro Lünen sind, Werbung für wechselwillige Mitarbeiter von Caterpillar machen.

Da derzeit Fachkräftemangel herrsche und es bei Caterpillar, so die Vertreter von Industrie- und Handelskammer und Arbeitsagentur, sehr qualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiter gebe, müsse man nun versuchen, diese mit interessierten Firmen zusammen zu bringen.

Frühzeitig Beratungen am besten direkt im Betrieb

Der Vertreter der Agentur für Arbeit schlug vor, möglichst frühzeitig eine Beratung der Mitarbeiter direkt vor Ort im Caterpillar-Werk anzubieten. Sollte das nicht möglich sein, weil es die Geschäftsleitung nicht gestattet, brachte Kleine-Frauns eine räumliche Alternative für die Beratungen ins Gespräch. Die seien auch in den modernen Räumen der Feuerwache Wethmar möglich, die in unmittelbarer Nähe zum Gelände von Caterpillar liegt.

Man habe, so Frank Knoll vom Büro des Bürgermeisters am Freitagnachmittag, vereinbart, sich kurzfristig wieder zu treffen um über dem aktuellen Sachstand auf dem Laufenden zu bleiben und weitere Maßnahmen zu überlegen. Sollten direkte Treffen wegen der Corona-Lage nicht möglich sein,werde man in jedem Fall telefonisch in Kontakt bleiben.

Kurzfristig weitere Treffen geplant

Zum Aktionsbündnis gehören neben IHK, Arbeitsagentur und Pro Lünen auch der Betriebsrat von Caterpillar, die Wirtschaftsförderung des Kreises und der Stadt Lünen, die IG Metall, der DGB und die Kreishandwerkerschaft. Diese hatte signalisiert, dass sie ihre Erfahrungen in der Umschulung von Bergleuten für Handwerksbetriebe einbringen wolle.

Eine gemeinsame Erklärung in Sachen Caterpillar war am Donnerstag (12.3.) noch auf die Tagesordnung gebracht worden. Alle Lüner Ratsfraktionen erklärten sich solidarisch mit den Mitarbeitern von Caterpillar. „Die Mitglieder des Rates stehen geschlossen hinter der Belegschaft“ heißt es in der Erklärung, die von allen Ratsmitgliedern einstimmig verabschiedet wurde.

In der Sitzung erklärte der Bürgermeister: „Ich war auch im Kontakt mit dem Landeswirtschaftsministerium, wo man mir versichert hat, uns zu unterstützen“, so Kleine-Frauns.

Gespräch mit Betriebsräten

SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Haustein erklärte, es habe am Samstag ein Gespräch zwischen Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau, dem Lüner SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann gegeben. Auch in Dortmund und in Wuppertal will Caterpillar seine Werke schließen. „Daraus resultiert am Dienstag (17.3.) ein Termin mit Betriebsräten von Caterpillar in Düsseldorf“, so Haustein. Man hoffe, dass das Land sich um zusätzliche Arbeitsplätze bemüht.

GFL-Fraktionsvorsitzender Johannes Hofnagel hatte es als „inakzeptabel und Beispiel schlechter Unternehmensführung“ bezeichnet, wie die Mitarbeiter über die drohende Schließung informiert worden seien. Der Überbringer der schlechten Nachricht sei mit Bodyguards in den Betrieb gekommen und habe keine Fragen der Belegschaft beantwortet.

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