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Aldi möchte vier Märkte in Lünen vergrößern

Politische Diskussion

Der Discounter Aldi will sich an vier der fünf Lüner Standorte vergrößern: Von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 1200. Ganz so einfach ist das jedoch nicht. Es geht um Planungsrecht – und darum, ob die Politik eine solche Vergrößerung überhaupt will.

LÜNEN

, 06.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Aldi möchte vier Märkte in Lünen vergrößern

Die Aldi-Filiale an der Bebelstraße ist einer der Standorte, die der Konzern in Lünen gerne ausbauen möchte. Ob es so weit kommt, wird am Ende wohl auch eine Entscheidung der Politik sein.

"Die Stadt Lünen tut sich momentan noch etwas schwer“, erklärte ein Sprecher der Regionalgesellschaft von Aldi am Donnerstag auf Anfrage. Das liege allerdings nicht etwa daran, dass die Stadt nicht wolle – sondern an den Gegebenheiten an den vier verschiedenen Standorten: Mengeder Straße, Bebelstraße, Borker Straße und Dortmunder Straße.

Alle Filialen dort seien etwa 800 Quadratmeter groß, teilte Stadtplaner Thomas Berger vor Kurzem dem Ausschuss für Stadtentwicklung mit. Alle sollen künftig, geht es nach Aldi, über rund 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen. Das Sortiment, bekräftigt der Aldi-Sprecher, bleibe das gleiche. Aber die Präsentation ändere sich: Breitere Gänge, niedrigere Regale: „Deswegen knabbern wir an dieser 800-Quadratmeter-Grenze.“

Stadt bezieht keine klare Position

Über die Möglichkeiten spricht Aldi derzeit mit der Stadt. Eine eindeutige Position dazu, ob diese Erweiterungen nun gewollt sind oder nicht, gibt es dort nicht. Zu komplex ist die Gemengelage: „Eine diffuse Gefechtslage“, sagt Stadtplaner Thomas Berger dazu.

An manchen Standorten müsste erst noch das nötige Planungsrecht geschaffen werden, dafür sind dann politische Beschlüsse nötig. Und dann ist da noch der Masterplan Einzelhandel. In dem ist auch das sogenannte Nahversorgungskonzept enthalten.

Nahversorgungskonzept soll überarbeitet werden

Nach den Vorgaben dieses Konzeptes wären viele der geplanten Aldi-Ausbauten wiederum gar nicht möglich. Ein Ziel ist nämlich unter anderem, die schon bestehenden Angebote zu schützen. Bei einer „Verträglichkeitsprüfung“ in Wethmar war so zum Beispiel herausgekommen, dass ein neuer Markt in Wethmar-Ost nicht realisierbar wäre, ohne den Netto an der Münsterstraße zu gefährden.

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Möglich ist aber, dass das Nahversorgungskonzept schon bald überarbeitet wird: „Das müssen wir machen, weil sich auch die Rahmenbedingungen geändert haben. Es macht keinen Sinn, stur die alten Ziele weiter zu verfolgen“, sagt Stadtplaner Berger. Ein altes Ziel war unter anderem auch, die Nahversorgung der Bevölkerung in einem Radius von 500 bis 700 Metern sicherzustellen. „Das lässt sich unter den heutigen Rahmenbedingungen nicht mehr herstellen.“

Internethandel hat Einfluss auf Lebensmittelverkauf

Zu den veränderten Rahmenbedingungen gehört laut Aldi-Sprecher auch, dass der Internethandel im Lebensmittel-Bereich immer stärker werde. „Das ist in den Einzelhandelskonzepten der Städte gar nicht vorgesehen. Dem müssen wir aber früh genug entgegentreten.“

Wie genau es weitergehen wird, stellt sich heraus, wenn die Neuaufstellung des Nahversorgungskonzeptes abgeschlossen ist. „Wir sind in den Vorbereitungen, das Geld dafür ist im Haushalt schon vorhanden“, sagt Berger. Die Gespräche mit Aldi laufen dazu parallel weiter. Wenn für Aldi alles gut läuft, könnten die Arbeiten an einigen Filialen schon im kommenden Jahr beginnen.

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