Alex de Gruisbourne hat das Torwart-Gen an seine beiden Enkelkinder vererbt

rn80. Geburtstag

Mitte der 50er-Jahre spielte Alex de Gruisbourne mit dem LSV gegen Schalke. Heute feuert er in Wethmar seine beiden Enkel an, mit denen ihn mehr als bloß die Torwarthandschuhe verbindet.

Wethmar

, 07.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Paul (16) und Lotti (14) heute für Westfalia Wethmar im Tor stehen, macht ihren Großvater Alex de Gruisbourne besonders stolz. Schließlich stand der gebürtige Lüner selbst lange Zeit zwischen den Pfosten - wenn auch zunächst für einen anderen Lüner Verein.

Dass sie aber nur deshalb Torwart geworden seien, weil der Opa es auch war, sehen Paul und Lotti nicht so. „Ich hab schon vor zwölf Jahren mit dem Fußballspielen angefangen“, erzählt der 16-Jährige. Und mit vier Jahren hat er sich noch keine Gedanken über vererbte Talente gemacht.

Noch fast täglich auf dem Sportplatz

Seine Schwester spielt erst seit einem Jahr für die Damenmannschaft von Westfalia Wethmar. Auch im Tor, wie Bruder und einst der Opa.

Der wird am Samstag (7.9.) 80 Jahre alt und steht noch immer „eigentlich täglich“ auf dem Sportplatz am Cappenberger See. Vor allem natürlich, um die Enkel trainieren und spielen zu sehen.

Gerne erinnert er sich an die eigene aktive Hoch-Zeit beim Lüner SV. „Angefangen hat alles 1953. Und in der Saison 1955/56 haben wir dann um die Westfalenmeisterschaft gespielt“, erzählt er. Da war der damalige Sportplatz am Schützenhof regelmäßig ausverkauft. Und dann kam der große Tag für die Elf von de Gruisbourne. Gegen Schalke 04 ging es um den Finaleinzug zur Westfalenmeisterschaft.

Alex de Gruisbourne hat das Torwart-Gen an seine beiden Enkelkinder vererbt

Den Zeitungsausschnitt mit diesem Foto hält Alex de Gruisbourne in Ehren. Es zeigt ihn (2.v.l.) als Torwart der Mannschaft des LSV, die in der Saison 1955/56 im Halbfinale der Westfalenmeisterschaft gegen Schalke verloren hat. © De Gruisbourne (Archiv)

Obwohl die Stürmer zwei Tore schossen, klappte es nicht. Die Knappen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht - de Gruisbourne musste vier Mal hinter sich greifen.

Nach der Bundeswehrzeit wechselte er zu Westfalia Wethmar, dem Verein, in dem heute seine beiden Enkelkinder in seine Fußstapfen getreten sind.

Später blieb auch kaum noch Zeit für Fußball. Denn de Gruisbourne war für die frühere Westfalia (heute Caterpillar) auf Montage in aller Welt.

Prägende Begegnungen auf Montage für die Westfalia

Die Reisen bescherten ihm zwei besondere Begegnungen. 1970 lernte er in Mexiko-Stadt eine Nonne kennen, die dem Orden der „Schwester Maria“ angehörte. „Sie kümmerte sich um die Straßenkinder dort.“

Vier Jahre später traf der Lüner dann einen Pater der Steyler Mission in Ecuador. „Ein Freund, der mit mir in der Zechensiedlung groß geworden ist, war im selben Orden.“ Bis zu seinem Tod kam der Freund öfter zu Besuch, denn er musste sich im Tropeninstitut in Hamburg behandeln lassen.

Auch das Wirken des Paters in Ecuador beeindruckte den Lüner. Seitdem unterstützt er die Projekte beider Gemeinschaften - der in Ecuador und der in Mexiko.

Begeisterung fürs Motorradfahren

Auch wenn er nicht mehr aktiv Fußball spielen konnte - ein anderes Hobby beschäftigte ihn auch viele Jahre lang. Das Motorradfahren und der BMW Motorradclub. Aus Liebe zu seiner Tochter gab er dieses Hobby auf, nachdem seine Frau Anneliese unerwartet gestorben war - mit ihr war er mehr als 50 Jahre lang verheiratet.

Vor 20 Jahren musste de Gruisbourne Kampfgeist beweisen, als er schwer erkrankte: „Aber ich hab die Krankheit besiegt.“ Umso dankbarer ist er, dass er nun mit erlebt, wie seine Enkelkinder das selbe Hobby haben, das ihn schon als jungen Mann begeisterte. „Ich freue mich sehr darüber und unterstütze die Beiden auch dabei.“

Bayern-Fans: Wie der Opa so der Enkel

Mit Paul teilt er noch etwas - wie der Opa ist auch der 16-Jährige Fan von Bayern München. Beide schauen auch oft gemeinsam Fußball und fachsimpeln dann. Eigentlich klar, dass für de Gruisbourne zwei Bayern-Torhüter seine Lieblings-Spieler sind. „Sepp Maier und Manuel Neuer“, sagt der fast 80-Jährige. Auch wenn Neuer mal Schalker war und ausgerechnet die Gelsenkirchener dem Lüner seinen Traum vom Meisterschaftsfinale verdorben haben.

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