Alstedde: Parkärger und ungutes Gefühl beim Joggen auf dem Lippedamm

rnSicherheitsdialog

Eigentlich wohnt man in Alstedde gut. Aber manchmal gibt es auch Probleme. Beispielsweise mit zugeparkten Straßen. Und Jogger laufen mit eher ungutem Gefühl über den Lippedamm.

Alstedde

, 14.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie sicher fühlen sich die Menschen in Alstedde? Das war Thema beim Sicherheitsdialog am Dienstagabend (13.8.) im Clubhaus des Blau Weiß Alstedde. Eingeladen hatte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, der Moderator Klaus Steffenhagen (ehemaliger Polizeipräsident von Köln und Hagen) und Bernd Wiesner, Leiter der Ordnungsbehörde, mitgebracht hatte.

Die Zahl der Alstedder, die ins Clubhaus gekommen waren, war überschaubar. Ihre Sorgen indes nicht.

Alstedde: Parkärger und ungutes Gefühl beim Joggen auf dem Lippedamm

Hatten zum Sicherheitsdialog ins Clubhaus von Blau Weiß Alstedde eingeladen: Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (v.l.), Moderator Klaus Steffenhagen und Bernd Wiesner, Leiter der Ordnungsbehörde. © Beate Rottgardt

Deutlich wurde - es fehlen Parkplätze. Ein Problem, das nicht nur in Alstedde, sondern auch in vielen anderen Teilen Lünens beobachtet wird. „Wenn ich Besuch bekomme oder ein Handwerker kommt, muss ich mein eigenes Auto woanders hinstellen, damit Besuch oder Handwerker dann bei mir parken können“, so eine neu hinzugezogene Bürgerin: „Eine so schlechte Parkplatzsituation wie in Alstedde habe ich noch nie erlebt.“

Supermarkt-Parkplätze sind wohl keine Lösung

Ihr Vorschlag, man könne doch bei Lidl oder Rewe fragen, ob deren Parkplätze nach Ladenschluss oder am Wochenende fürs Parken zur Verfügung stünden, sieht Kleine-Frauns skeptisch. „Diese Flächen gehören den Supermärkten, ich glaube nicht, dass sie sie freigeben werden.“

Zu viele parkende Autos seien, so ein anderer Alstedder, ein großes Problem im Bereich Hainweg, Waldweg und Hügelstraße. „Wenn da mal was passiert, kommt kein Rettungswagen durch“, so der Alstedder. Da auch viele Kinder dort herumliefen, sei es nur eine Frage der Zeit, bis tatsächlich mal was passiere.

Die Stadt habe dort schon mal Knöllchen verteilt, aber das habe leider nur für kurze Zeit abschreckend gewirkt, meinte ein anderer Bürger.

Alstedde: Parkärger und ungutes Gefühl beim Joggen auf dem Lippedamm

In der Ferienzeit ist hier alles entspannt, aber wenn die Schule wieder startet, wird die Albert-Schweitzer-Straße vor der Grundschule und der Kita regelmäßig morgens zugeparkt, so dass Anwohner mit ihren Autos kaum auf die Straße kommen. © Beate Rottgardt

Wenn die Ferien vorbei sind, werde nach Ansicht eines Alstedders ein weiteres Problem wieder auftauchen, und zwar „an der Albert-Schweitzer-Straße, wo die Grundschule am Heikenberg und die Kita Kleine Racker sind und an der Heinrich-Imbusch-Straße“. Morgens und nachmittags beim Bringen und Holen der Kinder würden viele Eltern relativ schnell durch die enge Straße fahren und dann alles rund um Schule und Kita zuparken. Auch da komme ein Rettungswagen oder die Feuerwehr im Notfall nicht durch.

Mütter mit Kinderwagen müssen auf die Fahrbahn ausweichen

„Abends werden die Bürgersteige zugesetzt, so dass Mütter mit Kinderwagen nicht daran vorbeikommen und auf die Fahrbahn ausweichen müsen“, sagt der Anwohner.

In solchen Fällen, so Bernd Wiesner, habe sich in anderen Stadtteilen, wo es ähliche Probleme an Schulen gibt, die Zusammenarbeit mit den Ordnungspartnerschaften bewährt: „Das zeigt nachhaltige Wirkung.“ Die Bürger befürchten jedoch, dass diese Wirkung „nur ein, zwei Tage“ anhält.

Probleme im Bereich Reygershof

Ein Alstedder, der gerne joggt, sprach die „hohe Frequentierung von Jugendlichen am Lippedamm“ an, die mit den Läufern auf eigene Art „kommunizieren“. Er empfahl, am besten nur noch zu zwei zu joggen. Man komme dort schnell in Konflikte, gerade im Bereich des Flussparks Richtung Innenstadt.

Probleme gebe es auch am Reygershof, wo sich auch Cliquen treffen und leider einiges auch schon zerstört worden sei. In diesem Bereich ist vor einiger Zeit ein Jogger überfallen worden.

Seit diesem Vorfall, so eine Alstedderin, gehe sie in diesem eigentlich schönen Bereich nicht mehr spazieren: „Ich hab einfach Angst.“ Steffenhagen riet den Bürgern, sich auf jeden Fall auch an den zuständigen Bezirksbeamten der Polizei zu wenden. „Wir wollen die jungen Leute nicht verjagen, aber es wäre trotzdem gut, wenn Polizei und Ordnungamt dort mehr Präsenz zeigen“, so ein Teilnehmer des Abends.

Bürger sollen Beschwerdetelefon nutzen

Beschwerden aus Alstedde lägen derzeit nicht vor, so Wiesner. Er ermunterte aber die Bürger, wie auch der Bürgermeister, sich an das Beschwerdetelefon (02306) 104 20 20 der Stadt zu wenden. Man sei angewiesen auf Informationen aus der Bürgerschaft, wenn es in Stadtteilen Probleme gebe.

Schwierige Parkplatzsituation beim Sportplatz

Ein Vertreter von Blau Weiß Alstedde, des Sportvereins, der im Juni 2020 sein 100-Jähriges feiert, machte auf die schwierige Parkplatzsituation bei Spielen am Sportplatz aufmerksam. „Hier fehlt Parkfläche. Wenn bei uns die Jugendmannschaften hintereinander weg ihre Spiele austragen, ist es sehr eng.“ Kleine-Frauns sagte zu, sich bei einem der nächsten Heimspieltage selbst ein Bild zu machen.

Alstedde: Parkärger und ungutes Gefühl beim Joggen auf dem Lippedamm

Dieser Zuweg zum Sportplatz von Blau Weiß Alstedde ist ein Dauerärgernis. Einmal im Jahr wird er notdürftig geflickt, doch bei Regen treten wieder neue Löcher auf. Dort stürzte zuletzt ein Senior. Der Verein wünscht sich eine dauerhafte Besserung. © Beate Rottgardt

Ein anderer Vertreter des Sportvereins bat auch darum, den Zuweg zum Platz endlich dauerhaft so zu gestalten, dass auch ältere Besucher problemlos dorthin gelangen. Zuletzt war eine Frau mit Rollator gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen. „Es wird notdürftig einmal im Jahr geflickt, aber beim nächsten Regen sind die Löcher wieder da, weil der Schotter wieder rausgespült wird.“ Man arbeite eng mit dem Coldinne Stift in Alstedde zusammen, so dass auch immer mal wieder Senioren zum Kaffeetrinken ins Clubhaus kommen und Probleme haben, den Zuweg zu nutzen. Hier solle die zuständige Abteilung Stadtgrün eine Lösung finden, sagte der Bürgermeister zu. Wenn noch die entsprechenden Mittel im Haushalt vorhanden seien, könne man auch eine kurzfristige Lösung schaffen.

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