Alte Schule in Alstedde soll Kita bleiben: SPD kritisiert Entscheidung

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Nicht einverstanden zeigt sich die SPD mit zwei Standorten für künftige Kitas. Die Stadtverwaltung verweist auf die aktuelle Situation und kündigt Gespräche mit dem Landesjugendamt an.

Alstedde

, 30.07.2020, 12:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer mehr Familien, immer mehr Kinder, immer mehr Betreuungsbedarf: Auch in den kommenden Jahren wird es für Lünen ein Herausforderung sein, genügend Kita-Plätze vorzuhalten. Die Verwaltung hatte deshalb schon im Juni angekündigt, ältere Einrichtungen auch dann weiter zu nutzen, wenn die entsprechenden Neubauten fertig sind.

Ein Beispiel ist die Kita Pusteblume der AWO am Alten Postweg in Horstmar. Ein Investor möchte in dem Stadtteil eine neue Kita bauen, die dann ebenfalls von der AWO betrieben werden soll. Die alte Kita Pusteblume soll jedoch als Dependance-Lösung bestehen bleiben, um weitere Bedarfe abzudecken.

Komplett- oder Teilnutzung möglich

Ein ähnliches Modell schwebt der Verwaltung auch in Alstedde vor. Dort ist die Kita Kinderhaus derzeit in der Alten Schule untergebracht. Sobald der Neubau am Alten Kirchweg - quasi direkt nebenan - fertig ist, soll das Kinderhaus umziehen. Die Alte Schule würde nach dem Wunsch der Verwaltung dann Kita bleiben.

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Eine entsprechende Mitteilung der SPD bestätigte Stadtsprecher Alexander Dziedeck auf Anfrage. Detaillierte Pläne für eine Nachnutzung der Alten Schule gebe es allerdings noch nicht: „Ob es zu einer Komplett- oder Teilnutzung kommen wird, ist davon abhängig, welche Altersgruppen am Standort versorgt werden soll“, so Dziedeck. „Die Verwaltung wird dazu nach der Sommerpause Gespräche mit dem Landesjugendamt führen.“

SPD möchte Bürgerhaus statt Kita

Die SPD kritisiert die Pläne, die Kita am Standort Alte Schule weiterzuführen: „Diese alte und dann neue Kita würde quasi über keinen Außenbereich verfügen und direkt neben einer der modernsten Kindertagesstätten inklusive eines sehr großzügig bemessenen Außenbereiches in Lünen liegen“, schreiben die Genossen in einer Mitteilung. Die SPD befürchtet ein „Zwei-Klassen-System“, wenn nicht die Elterninitiative Kinderhaus Lünen Trägerin beider Kitas wird. Ansonsten scheide das Gebäude „für die SPD-Fraktion als Kita-Standort aus.“

Alexander Dziedeck erklärt, dass es derzeit weder konkrete Verhandlungen mit potenziellen Trägern für die Alte Schule, noch Bewerbungen für eine Trägerschaft gibt. Was eine mögliche, von der SPD als Bedingung genannte gemeinsame Nutzung der Außenflächen für beide Kitas gibt, werde „mit der Elterninitiative Kinderhaus Lünen abgestimmt“.

Die SPD würde es ohnehin gerne sehen, wenn die Alte Schule eine neue Nutzung erhält: Mittelfristig wollen die Sozialdemokraten „den kompletten Gebäudekomplex zu einem Bürgerhaus entwickeln“, was auch im Interesse des Initiativkreises Alte Schule Alstedde wäre.

Waldkita an der Moltkestraße?

Auch mit dem geplanten Standort einer Kita an der Röntgenstraße im Geistviertel ist die SPD nicht einverstanden. Das Grundstück liegt wie berichtet nicht direkt an der Straße und bräuchte eine neue Zuwegung, außerdem müsste aufgrund der geringen Fläche zweigeschossig gebaut werden - hier hatte die Verwaltung auf positive Erfahrungen mit anderen Kitas verwiesen. Für die SPD trotzdem ein No-go: „Der Standort bereitet nach Auffassung der SPD-Fraktion mehr Probleme, als er eine Lösung des Problems bieten kann.“

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Die Sozialdemokraten sehen eine neue Kindertagesstätte stattdessen eher an der Moltkestraße, auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge. Aktuell sei es vom Deutschen Roten Kreuz gepachtet. „Der gute verkehrliche Anschluss, die Lage unmittelbar auf dem Weg zum Remondis-Gelände sowie zur neu zu entwickelnden Steag-Fläche machen den Standort auch für einen Betriebskindergarten interessant.“ Zudem gebe es dort die Möglichkeit, ein neues pädagogisches Konzept wie eine Waldkita zu realisieren.

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