Altem Schulgebäude in Alstedde droht der Abriss

Denkmalschutz-Prüfung läuft

Denkmal oder nicht? Das ist die Frage für das älteste noch erhaltene Schulgebäude der früheren Gemeinde Altlünen am Alten Kirchweg in Lünen-Alstedde. Ein Denkmalschutz-Antrag soll verhindern, dass das Gebäude dem Erdboden gleichgemacht wird. Die Prüfung geht jetzt in die entscheidende Phase.

ALSTEDDE

, 27.04.2016, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Altem Schulgebäude in Alstedde droht der Abriss

Ein Luftbild der alten Schule in Alstedde, heute ist darin die Kita Kinderhaus untergebracht.

Arbeitskreis Umwelt und Heimat und Stadtverband für Heimatpflege haben im November 2015 den Antrag gestellt, das Haus unter Schutz zu stellen. So wollen sie verhindern, dass es dem Abrissbagger zum Opfer fällt. Denn in den Überlegungen der Stadt, die Kita Kinderhaus Alstedde um zwei Gruppen zu erweitern, spielt auch die Variante „Abriss und Neubau“ eine Rolle. Heißt: Das Kita-Hauptgebäude könnte dem Erdboden gleichgemacht werden, damit an dieser Stelle ein Neubau errichtet werden kann. Die Heimatpfleger fürchten, dass die Abrissbirne dann auch das angrenzende frühere Schulgebäude treffen könnte, das von der Kita genutzt wird.

Unbedingt erhaltenswert

Ein Jammer wäre das, finden die Antragsteller. Aus ihrer Sicht ist das Gebäude, in dem Ostern 1865 Unterricht für 84 Kinder aus Alstedde und Nordlünen begann, unbedingt erhaltenswert. Mit dem Stallgebäude und dem ehemaligen Schulgarten bilde es ein „einmaliges Ensemble.“

Der Antrag auf Denkmalschutz wird bei der Stadt Lünen in ihrer Funktion als Untere Denkmalbehörde bearbeitet. Verantwortlich ist Thomas Berger, Leiter der Stadtplanung. „Von außen ist das Gebäude bereits angeguckt worden. Wir haben auch alles an Archivmaterial gesammelt; es ist nicht wirklich viel“, sagte Berger auf Anfrage.

Jetzt sei er dabei einen Termin für die Besichtigung von innen zu koordinieren – mit der Kita, der Mieterin, die im Dachgeschoss der früheren Schule wohnt, und der zuständigen Vertreterin des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege in Münster. „Die Expertise von dort ist Grundlage für unsere Entscheidung“, betont Berger, „wenn fachlich Denkmalwürdigkeit festgestellt wird, dann wird auch unter Schutz gestellt.“

Entscheidung kann noch dauern

Das Westfälische Amt für Denkmalpflege ist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe angedockt. Dessen Sprecher Markus Fischer bestätigte, dass es „eher in Tagen als in Wochen“ den Termin in Alstedde geben werde. Eine schnelle Entscheidung bedeute das aber nicht zwangsläufig: „Nach dem Ortstermin müssen wir noch Aktenstudium betreiben, daher kann man nie sagen, wie lange es bis zur Entscheidung dauert.“ Manfred Scholz, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt und Heimat, hofft auch auf eine Einladung zum Ortstermin, „damit wir unsere Position darstellen können.“

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