Am Lüner Berufskolleg droht ein Park-Chaos

Bauarbeiten mit Vollsperrungen

Bauarbeiten und Vollsperrungen - von diesen Plänen der Stadt Lünen wurde das Lippe Berufskolleg am Mittwoch völlig überrascht. Die schon jetzt angespannte Parksituation an der Dortmunder Straße zwischen Moltkestraße und Berufskolleg dürfte sich 2018 damit noch verschärfen.

LÜNEN

, 15.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Am Lüner Berufskolleg droht ein Park-Chaos

Das Stück der Dortmunder Straße, an dessen Ende das Lippe Berufskolleg liegt, soll ab Frühjahr 2018 saniert werden. Die Parksituation dort ist allerdings jetzt schon sehr angespannt.

Die Parksituation an der Dortmunder Straße zwischen Moltkestraße und Lippe Berufskolleg ist schon jetzt angespannt. 2018 dürfte sich das Problem fehlender Parkmöglichkeiten noch deutlich vergrößern. Denn die Stadt plant, den Straßenabschnitt und die Graf Haeseler-Straße zwischen Dortmunder und Konrad-Adenauer-Straße in einen „technisch neuwertigen Zustand“ zu bringen.

Schulleiter wusste nichts von den Plänen

Über die Pläne informierte am Dienstagabend (13. Juni) Reinhard Scholz, Leiter der Abteilung Straßenbau, Anlieger im Rathaus. Nicht mit dabei waren Vertreter des Lippe Berufskollegs, dessen 2300 Schüler und 130 Lehrer mit den Parkplätzen auf dem Schulgelände schon jetzt nicht auskommen.

„Wir wussten von der geplanten Baumaßnahme bislang nichts“, so Schulleiter Arno Franke am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Auch der Kreis Unna als Schulträger, der anteilig auch als Anlieger nach der Baumaßnahme zur Kasse gebeten wird, habe noch keine Info darüber bekommen. „Das finde ich schon sehr befremdlich“, so Franke.

Anreise "zu Fuß oder mit dem Bus"

Seine Schüler und viele Lehrer kämen aus Dortmund und den umliegenden Städten bis Münster. Scholz hatte auf Nachfrage bei dem Info-Termin am Dienstag (13. Juni) gesagt, es werde während der Bauzeit auch zu Vollsperrungen kommen und in dieser Zeit gebe es keine Parkmöglichkeiten. Auch nicht für das Berufskolleg, dessen Schüler dann „zu Fuß oder mit dem Bus“ zur Schule kommen könnten.

„Das ist unglaublich. Man kann sich nicht so über die Interessen der Schüler hinwegsetzen“, so Franke. Er habe gestern bereits ein Gespräch mit dem Büro von Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns geführt. Man habe ihm zugesagt, dass der Bürgermeister die Angelegenheit künftig selbst klären werde. 

Anwohner müssen mit Baufirma sprechen

Mit den Anwohnern würde, so Scholz am Dienstag (13 Juni), die Baufirma vor Ort klären, wie sie bei Vollsperrung auf ihre Parkplätze oder in die Tiefgarage kämen. Die Baumaßnahme findet zusammen mit Kanalbaumaßnahmen des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) statt, der sich auch an den Baukosten beteiligt. Genaue Summen könne er noch nicht nennen.

Im Zuge der Arbeiten solle an beiden Straßen auch die Beleuchtung erneuert werden. Einige Bäume würden gefällt und durch neue Bäume ersetzt. Ein Anlieger fragte nach Parkausweisen, wie es sie in anderen Straßen im Umfeld auch gäbe. Diese Anregung will Scholz in den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mitnehmen.

Platz für Parkflächen wird nicht größer

Definitiv werde es aber nach der Baumaßnahme nicht mehr Platz für Parkflächen als bisher geben. „Die Parkplätze am Berufskolleg reichen ja jetzt schon nicht aus“, so eine Anwohnerin. Andere Teilnehmer beschwerten sich, dass die Zufahrt zu ihrer Tiefgarage an der Dortmunder Straße ständig zugeparkt werde oder dass es eine Kunst sei, in den Garagenhof am Haus zu kommen, weil überall parkende Autos stehen. Auch diese Kritik will Scholz an die Politik weitergeben.

 

 

Unsere Redakteurin Beate Rottgardt kommentiert die Parksituation am Lippe Berufskolleg:

Gemeinsame Lösung finden

Rechtzeitig vorher informieren – zu diesem „Format gemäß der Zuständigkeitsordnung“ hat die Abteilung Straßenbau am Dienstag eingeladen. So wurden jetzt zwar die Anlieger über den ersten vorliegenden Entwurf für die beiden Straßen unterrichtet. Ausgerechnet die Verantwortlichen vom Lippe Berufskolleg und vom Kreis Unna waren aber nicht dabei.

Nun könnte man sagen, sie hätten den Termin ja aus der Zeitung erfahren können. Aber sicher wäre eine Mail oder ein Anruf bei Schulleiter und/oder Kreis möglich gewesen, um Missverständnisse und Ärger schon im Vorfeld zu vermeiden. Die von Reinhard Scholz genannte „Alternative“ – zu Fuß oder mit dem Bus zu kommen – ist für die vielen auswärtigen Schüler und Lehrer schlicht keine.

Die Parkflächen an der Schule reichen jetzt schon lange nicht mehr. Stadt, Schule und Anwohner sollten jetzt gemeinsam Lösungen finden, mit denen alle gut leben können.

Vorgehensweise

Beschlussgremium ist der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Der Ausschuss für Stadtentwicklung nimmt die Pläne zur Kenntnis.
Ausgeschrieben werden soll die Maßnahme noch in diesem Jahr.
Baubeginn könnte Frühjahr 2018 sein, der Schwerpunkt der Bauarbeiten soll auch 2018 abgeschlossen sein.
Vor Baubeginn wird es eine weitere Information der Anlieger geben – über Verkehrslenkung, Baudurchführung und Kosten.
Rund zwei Jahre nach Beendigung der Baumaßnahme erhalten die Anlieger dann den Bescheid, wie hoch ihr Anteil an den Kosten ist.

 

 

 

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