Das Archivfoto zeigt das St.-Marien-Hospital in Lünen. © Goldstein (A)
Meinung

Ambulante Versorgung: Gesundheitspoltitik muss Grenzen überwinden

Lüner Privatpatienten gehen zur ambulanten Magenspiegelung ins örtliche Krankenhaus, gesetzlich Versicherte müssen sich für die Spiegelung auf den Weg nach Werne machen. Da läuft was falsch.

Eine große Baustelle im deutschen Gesundheitswesen ist seit Jahren die Sektorengrenze zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich.

In zahlreichen Gesetzeswerken haben sich wechselnde Koalitionen darin versucht, diese Grenze durchlässiger zu machen – mit mäßigem Erfolg.

Für unser Gesundheitswesen ist die Unterscheidung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung nach wie vor kennzeichnend. Das hat vor allem finanzielle Gründe.

Der Gedanke des 1985 ins Leben gerufenen Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR), etwa 2600 medizinische Leistungen, die sowohl ambulant als auch stationär erbracht werden können, auch gleich zu vergüten, wurde bislang nicht von der Politik umgesetzt.

Zum Leidwesen gesetzlich Versicherter wie Helga König. Die 84-Jährige muss sehen, wie sie für die Magenspiegelung von Lünen nach Werne kommt. Im St.-Marien-Hospital kann ihr da wegen der Gesetzeslage niemand weiterhelfen.

Und das wird sich erst ändern, wenn die künftige Bundesregierung sich des Themas annimmt und dafür sorgt, dass Leistungen der fachärztlichen ambulanten Versorgung sowie der Grund- und Regelversorgung im Krankenhaus gleich abgerechnet werden können.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks