Applaus für Straßenbahn-Idee, Kritik an Lkw-Plänen für Brambauer

rnMichael Ristovitch

Die Wiedereinführung einer Straßenbahn von Brambauer bis Waltrop - diese Idee sorgte in jüngerer Vergangenheit für Aufsehen. Jetzt hat sich auch Brami-Chef Michael Ristovitch geäußert.

Brambauer

, 27.07.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Ristovitch ist nicht nur Chef der Aktionsgemeinschaft „Bramis“, sondern allgemein nicht zu Unrecht als der „Macher von Brambauer“ bekannt. Die Idee, eine Straßenbahn wieder von Brambauer nach Waltrop fahren zu lassen, findet er gut: „Grundsätzlich kann ich den Ansatz nur unterstützen. Die Umsetzung muss aber technisch machbar sein und darf die Frage nach Einkaufsmöglichkeiten und ausreichend Parkplätzen am Standort Waltroper Straße nicht unbeantwortet lassen“, so sein Kommentar.

Zugleich fordert Ristovitch für das Projekt ein Konzept, verbunden mit einer Machbarkeitsstudie durch die zuständige Stelle beziehungsweise den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) als mögliches ausführendes Organ. Fraglich sei darüber hinaus, ob die Straßenbahnlinie eingleisig oder zweigleisig über die Waltroper Straße fahren kann.

Ebenso müsse die Frage der Straßenbahnlinie auf einer Hoch- oder Tiefebene diskutiert werden, sowie der Option eines Personenausstiegs mit ausfahrbaren Treppen am Straßenbahnwagen. „Wenn alle Unsicherheiten beseitigt werden können und auch die Kostenfrage geklärt ist, ich denke da insbesondere an die abzuschöpfenden Fördergelder, spricht eigentlich nichts dagegen“, ist Michael Ristovitch überzeugt.

Keine Lkws auf der Waltroper Straße

Auf deutliche Ablehnung stößt hingegen die im Lüner Rat angestoßene Diskussion über ein Lkw-Verbot für die Achenbachstraße, verbunden mit der Aufhebung der Sperrung des Transportverkehrs sowie von Lkws über 7,5 Tonnen über die Waltroper Straße. „Nur wer nicht aus Brambauer kommt und die dortigen Verhältnisse nicht kennt, so wie einige Lüner Lokalpolitiker, kommt mit solchen Vorstößen um die Ecke. Im Gegensatz zur Achenbachstraße sehe ich bei der Wiederzulassung des Schwerlastverkehrs über die Waltroper Straße eine große Gefahr von Unfalltoten“, so die Argumentation des Brami-Chefs, der die Waltroper Straße als Einkaufsstraße erhalten möchte.

Die Waltroper-Straße in Brambauer: Vielleicht rollt bald wieder eine Straßenbahn durch den Ortskern des größten Lüner Stadtteils. Oder aber der Schwerlastverkehr.

Die Waltroper-Straße in Brambauer: Vielleicht rollt bald wieder eine Straßenbahn durch den Ortskern des größten Lüner Stadtteils. Oder aber der Schwerlastverkehr. © Blandowski

Ein weiteres Ärgernis sei auch die derzeitige „Sauberkeit“ in Brambauer. Beispielsweise werden vor den Haustüren an einzelnen Häusern der Wittekind- und Yorckstraße, zum Beispiel bei einem Mieterwechsel, die Hausratsgegenstände einfach vor der Haustür liegengelassen. „Wenn schon nicht die Mieter für die Entsorgung des Mülls sorgen, muss der Eigentümer oder der Hausmeister dafür herangezogen werden“, meint Ristovitch.

Vorfreude auf die Mülleimer

Lob gab es dagegen für die gemeinsame Idee der Bramis sowie den Mitgliedern der „Zukunftswerkstatt Brambauer 2030“, neue Mülleimer in Brambauer aufzustellen. Insbesondere auf den Schulwegen zur Profilschule sollen die ersten Behälter bald zum Einsatz kommen.

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