Arbeiten am großen Feiertag: Für viele Lüner Muslime ganz normal

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Berkan Nacar steht auch während des Zuckerfest hinter der Verkaufstheke von Magic Donuts in der Lange Straße in Lünen.
Berkan Nacar steht auch während des Zuckerfest hinter der Verkaufstheke von Magic Donuts in der Lange Straße in Lünen. © Luca Füllgraf
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Der muslimische Fastenmonat Ramadan endet traditionell mit dem Fastenbrechen – am Montag (2. Mai) war es wieder so weit. In der Lüner Innenstadt sind viele kleine Kinder mit ihren Eltern unterwegs gewesen und haben sich über Geschenke und Süßigkeiten gefreut. Wegen der Süßigkeiten werden die drei Feiertage auch Zuckerfest genannt.

Berkan Nacar, Inhaber von Magic Donuts in der Lange Straße und Muslim, stand auch am größten Feiertag des Islam hinter der Verkaufstheke. Er hatte sich erst Ende letzten Jahres mit einem Freund in der Lüner City selbstständig gemacht.

Großen Hunger auf seine Süßspeisen verspüre er nach der langen Fastenzeit aber schon gar nicht mehr. Vor der Arbeit war Nacar schon in Dortmund beim Festtagsgebet, nach der Arbeit treffe er dann wieder seine Familie, um gemeinsam zu feiern und zu essen.

Ladenschließung kommt nicht in Frage

Seinen Laden am Feiertag für einen oder gar mehrere Tage zu schließen, sei für Nacar nicht in Frage gekommen. Aber das geht auch Inhabern anderer Lüner Geschäfte so. Die Zeiten seinen einfach zu schlecht, die Miete laufe weiter und die Konkurrenz schlafe an diesen Tagen eben auch nicht.

Dass er arbeite müsse sei, für ihn schon ganz normal. „Deutschland ist in der Hinsicht schon tolerant, finde ich“, sagt er. Als Schüler sei es nie ein Problem gewesen, wenn er wegen des Zuckerfests fehlte. So ging es auch einer Schülerin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die in den Laden kam. Sie sei – anders als die Mehrheit der muslimischen Mitschüler – trotzdem bis zur sechsten Stunde geblieben, um nichts nachholen zu müssen.