Arbeiten für Ausbau am Lungenfachzentrum gestartet

Klinik am Park in Lünen

Dr. Clemens Kelbel freut sich auf den geplanten Ausbau des Lungenfachzentrums in Lünen. „Hier wird gerade ein zusätzlicher Leuchtturm für unser Klinikum gebaut“, sagt der Chefarzt für innere Medizin und ärztliche Direktor der Klinik am Park. Doch zuerst rollt der Abrissbagger für das alte Nebengebäude an an.

Brambauer

, 22.03.2017, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorarbeiten für den Bau des neuen Osttraktes haben begonnen. „Wir rechnen damit, dass die Bauarbeiten insgesamt 24 Monate lang dauern“, sagt Krankenhausleiter Stefan Grave. Baukosten: rund 7 Millionen Euro.

Auf 3000 Quadratmetern Grundfläche, verteilt auf vier Etagen und ein Untergeschoss, entstehen neue Angebote für die Patienten, baulich verbunden mit dem bisherigen Gebäude.

Im Untergeschoss werden Technik, Lager und Hauswirtschaftsdienst liegen. Im Erdgeschoss wird die Krankenhausfläche erweitert, unter anderem für neue Ambulanzen. Im ersten Obergeschoss entsteht eine neue Station. Das Raumangebot kommt vor allem dem Ausbau des Lungenfachzentrums Westfalen zu Gute.

Völlig neues Konzept: Wohngruppen geplant

In den oberen Etagen haben die Verantwortlichen etwas Besonderes geplant. „Hier entsteht etwas völlig Neues: ein Wohnangebot für langzeitbeatmete Patienten“, erzählt Stevan Grave. Insgesamt 18 Patienten, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind, können in Wohngruppen zusammen wohnen. „So kann man eine adäquate Versorgung direkt vor Ort bieten, verknüpft mit mehr Lebensqualität“, erklärt Kelbel.

Das Lungenfachzentrum soll jedoch nicht auf Kosten der anderen Bereiche gebaut werden. „Es ist ein Baustein“, betont Grave. „Die Klinik am Park ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung und soll es auch bleiben.“ Eine reine Fachklinik, ergänzt Kelbel, sei nicht mehr zeitgemäß. Lungenkliniken sind auch heute noch eher außerhalb der Stadtzentren zu finden. Das sei historisch bedingt, erklärt Kelbel: „Das Stichwort heißt Tuberkulose. Man hatte einfach Angst, sich anzustecken.“ Jetzt liege man verkehrsgünstig an der A2.

Für besondere Fälle gerüstet

In der Lungenklinik sollen auf Basis der allgemeinen Versorgungsmedizin Patienten sowohl im konservativen als auch operativen Bereich behandelt werden. „Angenommen, jemand atmet eine Nähnadel ein – der Klassiker“, erzählt Kelbel.

„Wenn ich die mit Hilfe der bronchioskopischen Verfahrensweise nicht herausbekomme, steht direkt der Chirurg dabei“, sagt er und zeigt auf Dr. Burkhard Thiel, den Chefarzt der Thorax-Chirurgie.

Jetzt lesen

Ironischerweise wird der Bau des Lungenzentrums nicht ohne Lärm und – vor allem – Staub abgehen. „Wir haben die Anwohner informiert und hoffen, dass die Belästigungen möglichst gering bleiben“, sagt Grave.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt