Arnold Reeker: Konzept des Bauvereins für Ex-Mercedes-Fläche nur erster Aufschlag

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Mit dem vom Bauverein vorgelegten Entwurf zur Bebauung der Ex-Mercedes-Fläche beschäftigt sich in Kürze auch der Lüner Beirat für Stadtgestaltung. Die Stadt hat noch Abstimmungsbedarf.

Lünen

, 04.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Pläne des Bauvereins zu Lünen zur Entwicklung der ehemaligen Mercedesfläche an der Lange Straße ist das letzte Wort längst noch nicht gesprochen. Das erklärte Lünens Technischer Beigeordneter Arnold Reeker am Mittwoch (4.) auf Anfrage unserer Redaktion.

Der von unserer Redaktion jüngst vorgestellte Entwurf des Bauvereins sieht den Bau von 50 Mietwohnungen inklusive Tiefgarage und einer gewerblichen Einheit mit einer Nutzfläche von 3300 Quadratmetern (brutto) vor.

Für die Entwicklung der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche einschließlich des Grundstückskaufs will der Bauverein 27 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Reeker: Hohe Anforderungen an Neubebauung

Wie Arnold Reeker für die Stadtspitze sagte, seien die funktionalen und gestalterischen Anforderungen an eine Neubebauung sehr hoch, damit auch noch in einigen Jahrzehnten von einer gelungenen und auch zeitgemäßen Aufwertung des Stadteingangs und der Innenstadt Lünens gesprochen werden kann.

„Das vorliegende Konzept betrachten wir seitens der Verwaltung als ‚ersten Aufschlag‘“, sagte der Technische Beigeordnete weiter: „In den kommenden bereits terminierten Abstimmungsgesprächen mit dem Bauverein sollen die in der Expertenwerkstatt definierten Ziele sowie die Vorstellungen des Bauvereins besprochen werden.“

Das Baudezernat, sagte Arnold Reeker außerdem, sehe noch Optimierungsbedarf und werde dem Bauverein die Erstellung von alternativen Entwürfen im Rahmen eines geeigneten Verfahrens empfehlen.

Die Expertenwerkstatt 2018

Zur Erinnerung: Im September 2018 fand eine Expertenwerkstatt zur Zukunft des ehemaligen Mercedes-Standortes statt.

Daran nahmen u.a. Immobilienfachleute, Architekten und Stadtplaner teil. Mit Vertretern der Stadt und der Politik erarbeiteten die Experten Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Areals.

Andreas Zaremba, Chef des Bauvereins, zeigte sich bei der Vorstellung des Entwurfs davon überzeugt, dass dieser den Vorstellungen der Expertenwerkstatt, an der auch der Bauverein seinerzeit teilgenommen hat, sehr nahe kommt.

Kritik aus der Bevölkerung

Ungeachtet dessen hagelte es an dem Entwurf vereinzelt auch schon Kritik aus der Bevölkerung.

Dabei handele es sich um „Architektur aus der Konserve“, sagte etwa Werner Tischer, vielen Lünern noch bestens bekannt aus seiner Zeit als Inhaber von „Tischer´s Bude“ an der Münsterstraße, im Gespräch mit unserer Redaktion.

In einem von den Ruhr Nachrichten jüngst veröffentlichten Leserbrief schreibt die ehemalige Lüner Zeitungsredakteurin und Buchautorin Barbara Höpping:

„Doch der jüngst veröffentlichte Entwurf aus dem eigenen Hause (des Bauvereins, Anm. d. Red.) rangiert für mich nicht unter Lebensraumgestaltung. Es ist meines Erachtens ein Schubladenentwurf, eher peinlich und diesem Bauverein nicht würdig.“

Was sagt wohl der Beirat für Stadtgestaltung?

Spannend zu erfahren wird sein, was der Anfang dieses Jahres gegründete „Lüner Beirat für Stadtgestaltung und Baukultur“ (LBSB) zu dem Entwurf zu sagen hat.

„Der LBSB war an der Erarbeitung des Bauverein-Konzeptes nicht beteiligt (...)“, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt: „Der LBSB wird sich in seiner nächsten Sitzung am 24. September mit dem Bauvorhaben beschäftigen.“

Auf die Frage, ob der Beirat überhaupt noch Einflussmöglichkeiten bei der Flächenentwicklung hat, antwortete Spangardt:

„Ja, hat er. Der LBSB hat eine beratende Funktion gegenüber dem Bauherrn und soll auch die politischen Gremien und die Verwaltung mit fachlichen Empfehlungen zu den Themen Städtebau, Architektur und Baukultur unterstützen.“

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