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Aus eigenem Antrieb in die Autowelt Schmidt: Max Elsässer wollte nie woanders hin

rnDritte Generation

In die beruflichen Fußstapfen der Eltern oder Großeltern treten - das ist nicht selbstverständlich. Doch in Lünen gibt es erfolgreiche Beispiele, wie Max Elsässer von der Autowelt Schmidt.

Lünen

, 15.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Zukunftstraum von Max Elsässer hatte vier Räder. Als kleiner Junge war der 29-Jährige oft und gerne im Autohaus seiner Großeltern Erwin (87) und Marianne (83) Schmidt. „Ich fand das toll. Damals war mir schon klar, dass ich dort einmal arbeiten möchte“, erinnert sich Max Elsässer. Es war eine Entscheidung aus eigenem Antrieb.

Aufgabe ist „ein großer Vertrauensbeweis“

Seit Oktober 2018 lenkt der studierte Betriebswirt als Mitglied der Geschäftsführung gemeinsam mit seinem Onkel Eric die Geschicke des Lüner Familienunternehmens. Diese Aufgabe sieht er „als großen Vertrauensbeweis“. Sein erster Tag in der Autowelt Schmidt an der Cappenberger Straße ist ihm als bewegender Moment in Erinnerung geblieben: Sein Onkel Eric Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung, hatte ihn vor leitenden Mitarbeitern offiziell willkommen geheißen. Er sei „froh und stolz“. Mit dabei waren die Eltern Susanne (geborene Schmidt) und Gottlieb Elsässer und seine Großeltern, die Gründergeneration. Beide sind noch heute täglich im Geschäft.

Gründergeneration als Vorbild

Für Max Elsässer sind sie ein großes Vorbild: „Immer bodenständig, fleißig und geradeaus“, sagt er. Sie legten vor 66 Jahren mit dem Verkauf von Mopeds den Grundstein für ein Unternehmen, das heute 450 Mitarbeiter an 13 Standorten beschäftigt und 200 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet. „Es ist toll, diese Tradition weiterführen zu können“, sagt Max Elsässer.

Auf den beruflichen Start in der Autobranche hat er sich früh und gründlich vorbereitet. In der Oberstufe des St.-Christophorus-Gymnasiums Werne wählte er Wirtschaft als Leistungskurs und bekam durch die Familie Einblick in Bilanzen und geschäftliche Zusammenhänge. „Über die Firma wurde immer offen gesprochen.“ So war es eine logische Konsequenz, dass Max Elsässer nach dem Abitur Betriebswirtschaftlehre und Unternehmensführung studierte. Er ging nach New Mexico in den Südwesten der USA.

Nach den USA zu BMW nach München

Nur einmal hatte es einen kurzen Moment des Zögerns gegeben: Als er mit 13 in den NRW-Kader der Golfspieler kam und ihm ein Sportstipendium in den USA in Aussicht gestellt wurde. Doch gegen seinen Kindheitstraum kam der Sport nicht an.

Information

Folgen der Serie auf einen Blick

Zwei Folgen der Serie „Familiensache“ sind bereits erschienen.

Max Elsässer schloss 2013 sein Studium ab und ging zu BMW nach München. In den Bereichen Finanzwesen, Marketing, Strategie und Vertrieb bekam er unternehmerisches Rüstzeug. Und schon damals zeigte sein beruflicher Kompass nur eine Richtung an: zurück nach Lünen. Das war fünf Jahre später.

Aus eigenem Antrieb in die Autowelt Schmidt: Max Elsässer wollte nie woanders hin

Ein großer Tag in der Autowelt Schmidt: Max Elsässer (3.v.r.) verstärkt seit 1. Oktober 2018 in dritter Generation die Geschäftsleitung der familiengeführten Unternehmensgruppe, die vor 66 Jahren gegründet wurde. Offiziell begrüßt wurde er von den Gründern Erwin (2.v.l.) und Marianne (3.v.l.) Schmidt, seinem Onkel Eric Schmidt (l.), Vorsitzender der Geschäftsführung, sowie seinen Eltern Susanne (geborene Schmidt) und Gottlieb Elsässer. © Magdalene Quiring-Lategahn

Hier hat der Junior-Chef klare Vorstellungen. Sie decken sich mit der Philosophie des Familienunternehmens: Im Fokus stehen die Zufriedenheit der Kunden, stabiles Wirtschaften und die Mitarbeiter mit den 40 Auszubildenden. „Einige sind seit der Lehre dabei und gehen hier in Rente“, sagt Susanne Elsässer.

Nach dem ersten halben Jahr schaut Max Elsässer dankbar zurück. „Es macht mir viel Spaß, die Mitarbeiter ziehen mit.“ Ohne die gute Belegschaft könne das alles nicht funktionieren. Er möchte das, was die Großeltern ihm mitgegeben haben, in ihrem Sinne fortsetzen. Die Autobranche unterliege vielen Veränderungen. Elektro-Mobilität, EU-Richtlinien, es gebe ständigen Wandel. „Entscheidungen treffen wir im Team.“

Dabei hat Max Elsässer durchaus eigene Vorstellungen. Den Internetauftritt will er zeitgemäß gestalten, das Thema Digitalisierung vorantreiben. Längst können Kunden online Termine zum Service vereinbaren.

Die Firma ist für Max Elsässer ständig präsent. Auch abends noch beantwortet er E-Mails oder führt Telefonate. „Im privaten Familienkreis drehen sich die Gespräche schnell um das Unternehmen.“ Max Elsässer kennt es nicht anders: „Die Großeltern leben uns das vor.“

Aus eigenem Antrieb in die Autowelt Schmidt: Max Elsässer wollte nie woanders hin

Einweihung der Fiat-Vertretung 1959. © Archiv Schmidt

Sie haben in Lünen Autogeschichte geschrieben. Mit 21 Jahren hat Erwin Schmidt 1953 den Verkauf von Motorrädern und Mopeds gestartet, gemeinsam mit seiner Frau Marianne, die damals 18 war. Das Geschäft befand sich auf der gegenüberliegenden Seite an der Cappenberger Straße. Die 66-jährige Firmengeschichte füllt inzwischen eine Stellwand im Autohaus. Der Erfolg nahm kurz nach der Gründung Fahrt auf.

Aus eigenem Antrieb in die Autowelt Schmidt: Max Elsässer wollte nie woanders hin

Eine Zugladung Goggomobile ist am Nordbahnhof eingetroffen. Ein Bild aus den 1950er Jahren. © Archiv Schmidt

Mit dem Goggomobil begann 1958 der Autoverkauf. Ein Goggo zwischen hochmodernen Fahrzeugen erinnert an die Anfänge. 1959 kam Fiat dazu. Schmidt war zwischenzeitlich der größte Fiathändler in Westdeutschland.

Aus eigenem Antrieb in die Autowelt Schmidt: Max Elsässer wollte nie woanders hin

Blick in den Ausstellungsraum mit auf Hochglanz polierten Fiat-Fahrzeugen Ende der 1950er Jahre. © Archiv Schmidt

Es folgten 1966 die Marken BMW sowie 1974 Audi und Volkswagen und 1998 Mini. An der Cappenberger Straße 25 wurde viel gebaut. 1998 für die Marke BMW und Mini, ein Jahr später entstand der Hangar für Audi und 2005 die VW-Piazza. Neben der Automeile in Lünen hat das Unternehmen Schmidt Autohäuser für seine Marken in Werne, Schwerte, Recklinghausen, Hamm, Dortmund und Soest. Dort ist 2017 der jüngste Neubau eröffnet worden, für BMW.

Bis heute prägt der Geist der Gründer das Unternehmen. Jetzt hat auch Max Elsässer das Steuer in der Hand. Es bleibt in der Familie.

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