Ausbildung bei Caterpillar in Lünen gesichert: Netzwerk Bang übernimmt

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Trotz Werksschließung können Caterpillar-Azubis ihre Ausbildung beenden: Das Netzwerk Bang springt ein. Dort denkt man gleich größer - und entwickelt ein Ausbildungszentrum auf dem Gelände.

von Julian Beimdiecke

Wethmar

, 15.08.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Caterpillar-Angestellte werden durch die Schließung des Lüner Standorts ihren Job verlieren - für die Auszubildenden ist nun eine Lösung gefunden worden. Das Ausbildungsnetzwerk Bang („Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich“) springt als Ausbilder ein und sorgt dafür, dass 13 Lüner Azubis ihre Lehre beenden können.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir da eine gute Lösung gefunden haben - und zwar für die Auszubildenden aus allen Lehrjahren“, sagte der Geschäftsführer von Bang, Markus Kamann, im Gespräch mit dieser Redaktion. „Caterpillar ist im September letzten Jahres auf uns zugekommen und hat mit uns nach einer Lösung gesucht. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass sie eigentlich mit der Schließung natürlich nicht mehr verpflichtet sind, sich um die Auszubildenden zu kümmern.“

Ausbildung auf 200.000 Quadratmetern

Allzu groß dürfte die Umstellung für die Auszubildenden nicht sein: Das Netzwerk ist in die Ausbildungshalle von Caterpillar gezogen. „Auf den 200.000 Quadratmetern können wir uns jetzt erstmal ein wenig austoben“, scherzte Kamann. Schon seit Monatsanfang haben er und seine Mitarbeiter dort nun den Hut auf und betreuen die Auszubildenden. Anfang September sollen noch 18 Caterpillar-Auszubildende aus Dortmund folgen.

Allerdings sind Kamann und Co. nicht nur auf die Sicherung der aktuellen Ausbildungsplätze aus. Vielmehr arbeiten sie daran, an dem Caterpillar-Standort ein Ausbildungszentrum aufzubauen. Der Plan: 2021 sollen dort 40, 2022 sogar 60 bis 65 junge Menschen in Berufen wie Industriemechaniker, Maschinen- und Anlageführer, Industriemechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik ausgebildet werden. Geplant ist, dass auf dem Caterpillar-Gelände sowohl der Unterricht als auch die praktische Ausbildung stattfinden. Auch E-Learning soll eine große Rolle spielen.

Netzwerk für die Region

„Wir möchten das Ganze als kooperatives Netzwerk für die gesamte Region aufziehen. Deswegen wollen wir auch nicht verharren, sondern werden aktiv auf die Unternehmen in der Region zugehen“, erklärte Kamann. Geplant sei ein Verbundmodell, das darauf basiert, mit verschiedenen Betrieben die Fachausbildung kooperativ zu organisieren und somit alle Möglichkeiten in den gewerblichen Fachausbildungen für die Jugendlichen zu nutzen.

Den Start nahm Kamann zum Anlass, den SPD-Landtagsabgeordneten und ehemaligen NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer vor Ort zu informieren.

Dass die Pläne hinsichtlich der Auszubildendenzahlen ambitioniert sind, ist Kamann bewusst: „Wir werden einen hohen Netto-Zuwachs an Auszubildenden benötigen, wobei man immer berücksichtigen muss, dass mit Caterpillar ja auch ein Ausbilder wegfällt.“

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