Ausschuss stimmt für Umgestaltung bei SAL

Rat entscheidet letztendlich

Der Streit um die Umgestaltung des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) ging am Donnerstag in die nächste Runde. 90 Minuten diskutierten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses unter anderem darüber, ob die Stadtwerke Dienstleistungen für SAL übernehmen sollen. Die Entscheidung ist gefallen.

LÜNEN

, 30.09.2016, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist der Streitpunkt?

Die Pläne der Stadt sehen unter anderem vor, dass Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg nach dem Ausscheiden von SAL-Geschäftsführer Claus Externbrink im April 2017 SAL in Personalunion managt. Außerdem sollen die Stadtwerke diverse Dienstleistungen für SAL übernehmen. Das Ganze soll, wie Monika Glückselig von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Ernst & Young gestern in der Sitzung beteuerte, für SAL kostenneutral über die Bühne gehen und bei den Stadtwerken zusätzliche Gewinne generieren. Die SAL-Mitarbeiter fürchten teils um ihre Jobs.

Die Diskussion in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur geplanten Umgestaltung des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) am Donnerstag hatte es dann in sich. Am Ende des rund 90-minütigen verbalen Schlagabtausches zwischen den Fraktionen stand dennoch eine breite Mehrheit für die Verwaltungspläne.

Kritik an SAL-Geschäftsführer

Diese Gewinne sollen dann im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts in den städtischen Haushalt fließen – rund 500.000 Euro pro Jahr. Das stellte Kämmerer Uwe Quitter zu Beginn des Schlagabtausches zwischen Befürwortern und Gegnern der Pläne klar: „Ich möchte zu einer Versachlichung der Debatte um die SAL-Umgestaltung beitragen.“ Ohne den Namen Claus Externbrink auszusprechen, konnte er sich dabei Seitenhiebe auf den SAL-Geschäftsführer nicht verkneifen: Wenn Daten nur von einer Person geliefert würden, gemeint war Stadtwerke-Chef Achim Grunenberg, dann dürfe sich der andere nachher nicht beklagen.

Claus Externbrink lehnt wie der SAL-Personal- und Verwaltungsrat die Verwaltungspläne mangels einer fundierten Datenanalyse durch Ernst & Young ab. Im Gegensatz zu SPD und CDU. SPD-Ratsherr und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Hugo Becker fühlte sich wie die anderen Genossen bestens informiert. Dabei hatte SPD-Abwasserfachmann und SAL-Verwaltungsratsmitglied Uwe Walter jüngst eine Resolution des Gremiums gegen die Pläne mitgetragen.

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Plädoyer für Stadtwerke-Chef Grunenberg

CDU-Fraktionschefin und Ratsfrau Annette Droege-Middel sagte, dass die CDU nach eingehender Beratung für die Pläne sei. „Wir können uns nicht vorstellen, dass mit dem Weggang von Externbrink kein technisches Know-how mehr im SAL ist.“ Es folgte ein Plädoyer für Grunenberg als SAL-Geschäftsführer, der, so Droege-Middel, natürlich technische Unterstützung brauche.

Einen Grunenberg als SAL-Chef konnten sich Gabriele zum Buttel (Piraten/Freie Wähler) und Dr. Johannes Hofnagel, Chef der Wählermeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL), gar nicht vorstellen. „Ich weiß nicht, wie Grunenberg das bei seinen ganzen Posten auch noch schaffen will“, sagte zum Buttel. Hofnagel stimmte ihr zu. Herbe Kritik von FDP und GFL musste sich auch Monika Glückselig (Ernst & Young) für die „schwache Analyse“ anhören.

Anwesende SAL-Mitarbeiter äußerten sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zu der Diskussion. Sie warten auf die Ratsentscheidung am 6. Oktober.

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