Auto nach Besuch in Lünen von Flecken übersät

Fall erinnert an Serie in 2012

Der Opel Astra von Wilfried Roth ist nach einem Besuch in Nordlünen mit blau-grauen Flecken übersät. Mehrere Hundert Euro würde es kosten, den Lack wieder auf Hochglanz zu bringen, habe ihm seine Werkstatt gesagt. Roth ist offenbar nicht der einzige Betroffene. Und: Der Fall weckt Erinnerungen an den Spätsommer 2012.

NORDLÜNEN

, 26.08.2016, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksregierung Arnsberg erklärte, ihr läge aktuell noch ein weiterer Fall aus Lünen vor. An dem Auto des Bürgers hätten zwar keine Proben mehr genommen werden können, dafür aber an einer Tischtennisplatte in der Nähe. Um welchen Stoff es sich handelt, werde zur Zeit vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) analysiert.

Wilfried Roth wohnt in Bork und stellt einen Opel zweimal in der Woche auf einem Gelände Im Geistwinkel in Nordlünen ab. Vergangene Woche, nach der Wäsche, seien ihm die Flecken aufgefallen, sagt er. Und er erinnert sich: Da war doch schon mal was...

Rückschau: 2012 waren viele Bürger in Nordlünen betroffen

Im August/September 2012 meldeten zahlreiche Bürger aus den Lüner Norden merkwürdige Flecken auf Autos, Gartenmöbeln, Photovoltaikanlagen. Nina Rodegro aus dem Wohngebiet Brusenkamp, die die Meldungen sammelte, zählte am Ende rund 100 Betroffene. Doch was war die Ursache?

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Die Bezirksregierung Arnsberg ließ durch das Lanuv mehrfach Proben entnehmen. Eine Probenreihe erlaubte laut Behörde zunächst keinen Rückschluss auf den Verursacher, eine zweite wies auf eine Glashütte als Verursacher hin. Damit lag der Ball bei Ardagh Glass und seinem Werk an der Döttelbeckstraße.

Das Unternehmen erklärte im September 2012, das Emissionsverhalten der Glashütte sei ordnungsgemäß gewesen. Es habe aber in einem Dampfmotor der Stadtwerke Lünen eine Störung gegeben. Der Motor steht auf dem Gelände der Glashütte, produziert aus dem Abgas des Werks Strom und Wärme und habe in der Nacht vom 6. auf den 7. September 2012 abgeschaltet werden müssen.

Das, so hieß es, hätte zu einer kleinen Staubentwicklung führen können. Eine Erklärung für die Beschwerden aus der Zeit vor dem 7. September lieferte diese Version allerdings nicht.

Fünf Entschädigungsangebote

Sechs Betroffene hätten sich damals bei den Stadtwerken gemeldet, wovon fünf ein Entschädigungsangebot zur Reinigung ihrer Fahrzeuge bzw. Photovoltaikanlagen angenommen hätten, erklärte Unternehmenssprecherin Jasmin Teuteberg auf Anfrage.

Die Zahl von 100 Betroffenen damals sei nicht nachvollziehbar. Nina Rodegro sagte, einer der Betroffenen sei auf ein spezielles Spray gestoßen, mit dem sich die Verunreinigungen entfernen ließen. 

Zu den aktuellen Fällen erklären die Stadtwerke, ihre Anlage auf dem Ardagh-Gelände sei im Juli und August 2016 gar nicht in Betrieb gewesen. „Keine Betriebsstörungen im Lüner Werk“ meldet Ardagh für den August 2016.

Woher die Flecken auf dem Auto von Wilfried Roth stammen, bleibt also vorerst offen. 

Sollte es noch weitere Betroffene geben, freut sich Wilfried Roth über einen Anruf unter Tel. (02592) 97 99 61.

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