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Autofahrer genervt: Immer wieder Patt-Situationen an der einspurigen Brücke Bergstraße

rnSpur kaum einsehbar

Die Brücke an der Bergstraße wurde neu gebaut, blieb aber einspurig mit Vorfahrtsregelung. Blöd nur: Sie ist auch länger geworden. Und ob von vorne ein Auto kommt, ist kaum noch zu sehen.

Lünen

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Video von Önder Aytekin bei Facebook wurde hunderte Male gesehen, 90 Mal kommentiert, dazu gibt‘s zahlreiche Smileys und Daumen nach oben. Zu sehen: Ein Blick aus der Warte-Position auf die einspurige Brücke Bergstraße. Im Zentrum: Zwei Autos, die sich gegenüber stehen und gegenseitig blockieren. Einer der Fahrer steigt aus, gestikuliert wild. Bis der andere irgendwann nachgibt und den Rückwärtsgang einlegt.

Autofahrer genervt: Immer wieder Patt-Situationen an der einspurigen Brücke Bergstraße

Kommt ein Auto - oder nicht? Man sieht es in der Tat erst recht spät. © Fröhling

Önder Aytekin ist Fahrlehrer, Chef der Fahrschule Europa und Anwohner an der Brücke. „Ich erlebe solche Konflikte dort regelmäßig“, sagt er auf Anfrage. Das Problem: Die 2018 neu gebaute Brücke ist länger und gewölbter als die Vorgängerin. „Flachere Autos sieht man also nicht, wenn man auf die Brücke fährt“, sagt er.

Dabei ist die Vorfahrt klar geregelt. Wer in Richtung Norden fährt, muss warten. Wenn man aber gar nicht sehen kann, ob einer kommt? „Dann fährt man auf gut Glück rein“, sagt Aytekin. Und dann endet es eben manchmal so, wie es im Video zu sehen ist.

Aytekin hat auch Lösungsvorschläge. Zum Beispiel: Eine Ampellösung für die für rund 3,5 Millionen Euro neu gebaute Brücke, dann wäre alles klar geregelt. Helfen könnte auch, auf der Nordseite das „Grünzeug“ zurückzuschneiden. Dann hätte man von der anderen Seite bessere Sicht. Für bessere Sicht könnten laut Aytekin wohl auch spezielle Spiegel sorgen.

Nichts davon wird wohl passieren. Der Stadt sei zwar das Video bekannt, eine Problematik an der Stelle aber nicht, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Es sei der Verwaltung aber bewusst, dass die Rampen steil seien und „Verkehrsteilnehmer dort entsprechende Vorsicht walten lassen müssen“. Spangardt verweist auf Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

Eine Ampel an der Brücke würde 100.000 Euro kosten

Eine Ampel an der Stelle würde außerdem rund 100.000 Euro kosten und käme angesichts der Haushaltssituation nicht infrage, außerdem habe die Politik einen entsprechenden Bürgerantrag schon im Februar 2018 zurückgewiesen.

Den Brückenbau hat laut Spangardt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verantwortet. Hätte die Stadt eine Verbreiterung gewünscht, hätte sie sich an Millionenkosten beteiligen müssen - und außerdem mehr Verkehr in den angrenzenden Wohnquartieren geschaffen.

Fahrlehrer Aytekin bleibt also wohl weiter nur eines: Fahren und auf Glück hoffen.

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