Eine Quartiersgarage ist zwar gut gemeint, findet unser Autor. Es geht aber besser. © post welters + partner mbB
Meinung

Autos in Lünen: Das Blech muss aus den Quartieren verschwinden!

Die Stadt Lünen stellte erste Pläne für künftiges Wohnen am Preußenhafen vor. Autos sollen nicht durch das gesamte Quartier fahren dürfen. Unserem Autor geht das nicht weit genug.

Die Pläne der Stadt für das Wohnen am Preußenhafen klingen vielversprechend: Barrierefreie Wohnhäuser mit grünen Innenhöfen und Sportflächen direkt vor der Tür. Alles auf die Menschen ausgerichtet, die dort leben oder sich dort erholen möchten. Alles? Nicht ganz!

An der Hafenkante schlagen die Verantwortlichen die Errichtung einer Quartiersgarage für Autos der Anliegenden und Gäste vor. Das Blech, das üblicherweise ganze Straßenzüge in den Quartieren für sich vereinnahmt, soll so an einem zentralen Ort abgestellt werden können.

Private Lagerfläche

Was vielleicht gut gemeint ist, geht eindeutig nicht weit genug. Auch für solch eine Garage geht wertvolle Fläche verloren. Fläche, die nicht der Gemeinschaft dient, sondern als privater Lagerort. Da hilft es auch nichts, das Gebäude mit Holz zu verkleiden oder mit Pflanzen zu begrünen – es ist und bleibt lediglich eine Abstellanlage für Autos.

Gerade bei Bauprojekten, die erst in vielen Jahren umgesetzt werden, sollte die Stadt mutiger sein. Mut haben zu einem Denken, das nicht autozentriert ist.

Klar, wir können Autos (noch) nicht aus den Wohnvierteln verbannen, aber zumindest von der Oberfläche. Deswegen sollte die Stadt am Preußenhafen auch an der anderen vorgestellten Variante festhalten: einer Tiefgarage. Damit das Blech zumindest nicht die Sicht auf das Wasser versperrt.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich