Bagger auf der Ex-Mercedes-Fläche In Lünen. Dabei soll der Baustart erst in einem Jahr sein. © Günther Goldstein
Stadtentwicklung

Bagger auf Mercedes-Fläche in Lünen: Geht es jetzt los?

Auf Lünens bekanntestem Baugrundstück tut sich was. Am Dienstag rollte dort ein Bagger - dabei besteht noch gar nicht Baurecht. Der Chef des Bauvereins sagt, was los ist.

Die ehemalige Mercedes-Fläche zwischen Kurt-Schumacher- und Lange Straße soll das Quartier „Wohnen am Wasser“ werden: mit 60 Wohnungen, Büros, Gastronomie und Tiefgarage. Spätestens im Herbst 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen, hatte der Bauverein als Eigentümer von Lünens bekanntestem Baugrundstück immer wieder gesagt. Jetzt rollt der Bagger schon Anfang Oktober 2021, wie am Dienstag (5. 10.) viele verwundert gesehen haben.

Wie zentral die Lage des sogenannten Lüner Filetgrundstücks ist, hat sich einmal mehr bewiesen. Gleich mehrere Anfragen haben den Bauverein am Dienstag erreicht. Allen haben Vorstandsvorsitzender Andreas Zaremba und seine Kolleginnen und Kollegen, die ihre Büros gleich neben der ehemaligen Mercedes-Fläche Haben, dieselbe Antwort gegeben: „Nein, noch ist es nicht so weit.“ Es handele sich nur um vorbereitende Arbeiten.

Bodenaustausch ist notwendig

Bekannt ist, dass der Bauverein ohnehin einen Bodenaustausch vornehmen muss. Aufgrund der gewerblichen Nutzung ist der vorhandene Boden belastet. Es gibt aber noch zwei andere Herausforderungen mit dem Untergrund.

Erstens: „Dort ist das alte Seseke-Bett“, sagt Andreas Zaremba. Die Beschaffenheit müsse genau untersucht werden. Schon jetzt rechnet er mit der Notwendigkeit einer Pfahlgründung. Zweitens: Der Kampfmittelräumdienst muss untersuchen, ob sich Bomben oder Munition aus dem Weltkrieg auf der Fläche befindet. Um das untersuchen zu können, sei es nötig, etwas Boden schon jetzt abzutragen, sagt Zaremba: „Deshalb der Bagger.“

2019 hatte die Stadt die ehemalige Mercedes-Fläche an den Bauverein verkauft. Über den Kaufpreis hatten damals beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Fest steht aber, dass Lünens ältestes Wohnungsbauunternehmen insgesamt rund 36 Millionen Euro investieren will. Das Namen gebende Autohaus war bereits 2018 in seine neue Niederlassung am Lindenplatz gezogen. Im Mai 2021 hatte der Haupt- und Finanzausschuss mit 13 zu 6 Stimmen den Weg frei gemacht für das derzeit laufende Bebauungsplanverfahren. Mit dem eigentlichen Baustart rechnet Zaremba nicht vor dem zweiten Quartal 2022.

Wasserfläche im Innenhof

Das „Wohnen am Wasser“ hat seinen Namen wegen eines zentralen Gestaltungsmerkmals: einer Wasserfläche im Innenhof der neuen Gebäude. Diese sogenannte Gracht wird auf dem Dach der künftigen Tiefgarage angelegt werden. Die Gestaltung der zentralen Fläche hatte in der Vergangenheit immer wieder für kontroverse Diskussionen geführt.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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