Bau des Holzhauses in Alstedde verzögert sich

Projekt mit Flüchtlingen

Ein kleines Quartierszentrum neben der Flüchtlingsunterkunft an der Alstedder Straße soll entstehen – doch wann ist es so weit? Der frühere Unternehmer Herbert Fehrensen, der das Holzhaus gemeinsam mit Lüner Flüchtlingen bauen sollte, kann sich nicht erklären, warum es nicht schneller geht.

ALSTEDDE

, 30.12.2016, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bau des Holzhauses in Alstedde verzögert sich

Die Flüchtlingsunterkunft Alstedder Straße.

Im April diesen Jahres hatte der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales über das Vorhaben informiert. Mit 135.000 Euro solle das Projekt vom Land unterstützt werden. „Ich bin selber nicht so genau informiert worden, kann mir nicht erklären, was da los ist.“ Die Situation sei „nicht sehr befriedigend“, sagt Fehrensen, der auf ökologisches Bauen mit Holz spezialisiert ist.

Lediglich ein Bodengutachten sei gemacht worden, ansonsten habe es noch keine Einholung von Angeboten gegeben. Dazu kommt: Die Flüchtlinge, mit denen Fehrensen die Unterkunft bauen wollte, lebten aufgrund ihrer persönlichen Situation teilweise gar nicht mehr in Lünen. Ein diplomierter Bauingenieur aus dem Irak stehe deshalb ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. „Ich kann ja keine Leute aus dem Hut zaubern“, sagt Fehrensen, der nach eigenen Aussagen über die Entwicklung „zutiefst geschockt“ sei.

Genehmigung des Haushaltes als Bedingung für den Bau

Dass das Projekt ins Stocken geraten sei oder gar nicht verwirklicht werden könne, dementiert die Stadt: „Der Förderbescheid gilt, das Projekt ist zuwendungsfähig“, sagt Stadtsprecher Frank Knoll auf Anfrage. „Die Eigenmittel kann und wird die Stadt allerdings erst dann zur Verfügung stellen, sobald der Haushalt genehmigt worden ist“, sagt Knoll weiter.

Hilfe von Flüchtlingen ist ungeklärt

Das sei voraussichtlich erst im Frühjahr 2017 der Fall. „Das heißt: Zuvor wird nicht gebaut werden können.“ Knoll bestätigt, dass ein Bodengutachten erstellt wurde. Um die Angebote der Gewerke kümmere sich der Architekt: „Björn Schreiter wird das Gebäude als Architekt für uns realisieren.“ Man habe sich frühzeitig mit Schreiter darauf geeinigt.

Der Stadtsprecher räumt allerdings ein, dass die ursprünglich ausgewählte Gruppe von Flüchtlingen aufgrund von Ortswechseln das Projekt vermutlich nicht mehr verwirklichen wird. „Inwieweit die Gruppe der bisher angesprochenen bzw. interessierten Flüchtlinge eingebunden werden kann oder eine neue Gruppe zusammengestellt werden muss, gilt es noch zu klären.“ 

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