Baugebiet Wethmar-Ost: Rückschlag für dringend benötigten Wohnraum

rnErschließungskosten zu hoch?

Auf einem großen Gebiet in Wethmar sollten Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Geht es nach der Verwaltung, wird dieses Gebiet deutlich kleiner. Ob das nötig ist, darüber ist man uneins.

Lünen

, 30.03.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der dringend benötigte Wohnraum in Lünen wird im Baugebiet Wethmar-Ost zwischen Matthias-Claudius-, Münster-, Ost- und Dorfstraße wohl erst einmal nur in Teilen entstehen. Zumindest, wenn es nach der Verwaltung geht.

Laut Verwaltungsvorlage sind die Kosten für die Erschließung eines Großteils der Fläche mit 200 Euro pro Quadratmeter zu hoch, unter anderem, weil es im Zentrum des Geländes einen Tiefpunkt gebe, der mit ca 25.000 Kubikmetern Boden aufgefüllt werden müsste, um das Wohngebiet auch bei Starkregenereignissen zu schützen.

Um diese beiden Flächen geht es:

Das Grundstück, so die Verwaltung, würde am Ende wohl deutlich über 300 Euro pro Quadratmeter kosten: „Dieser Wert resultiert auch aus den Kaufpreisvorstellungen der Grundstückseigentümer“, schreibt die Verwaltung. Bezahlbarer Wohnraum, öffentlich geförderter Wohnungsbau - das könne man so nicht realisieren.

Fordern die Grundstückseigentümer denn so viel? Herbert Vogel, dem Teile der Fläche gehören, bestreitet das: „Daran hat es bestimmt nicht gelegen.“ Auch die 200 Euro für die Erschließung hält er für „zu hoch kalkuliert“. Er spricht sich dafür aus, die gesamte Fläche zu erschließen, zum Beispiel mit der Firma Heckmann, die auch schon an der Münsterstraße in der Innenstadt baut. Die habe Interesse. Für die Redaktion war die Firma am Freitag vorerst nicht zu erreichen.

Grundstückskauf schon vor 25 Jahren

Die Verwaltung schlägt der Politik vor, erst einmal nur die alte Sportplatzfläche zu erschließen. Die gehört der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG). „Die haben wir 1994 gekauft“, sagt Geschäftsführer Rainer Heubrock. 25 Jahre sind seitdem vergangen - jetzt hätte er sich einen politischen Beschluss gewünscht. Den jedoch hat es vorerst nicht gegeben. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte am Dienstag (26. März) dafür, den Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung im Mai zu verschieben. Es gebe noch „Klärungsbedarf“, hatte beispielsweise die CDU gesagt.

Vielleicht war damit ja die Uneinigkeit darüber gemeint, wie hoch die Erschließungs- und folgenden Grundstückskosten tatsächlich sein werden. WBG-Chef Heubrock sagt: „Wir müssen das ja auch verbrauchergerecht vermarkten können. Wenn die Erschließung so teuer wird, ist das schwierig.“ Grundstücksbesitzer Vogel sieht das anders. Wie die Politik das sieht? Das wird wohl erst bei der Ausschusssitzung im Mai klar - wenn es bis dahin keinen Klärungsbedarf mehr gibt.

Lesen Sie jetzt