Baumaßnahme Roggenmarkt verzögert sich - Gastronomie-Betriebe können aufatmen

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Die Straßen-Baumaßnahme am Roggenmarkt startet später als ursprünglich von der Stadt geplant. Zur Freude der dort ansässigen Gastronomiebetriebe.

Lünen

, 29.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verärgerte Gastronomiebetreiber, verunsicherte Anwohner: Die Ankündigung der Stadt, dass am Mittwoch (27. Mai) mit Baumaßnahmen am Roggenmarkt begonnen werden sollte, sorgte für viel Unmut in der Straße und darüber hinaus. Dass unmittelbar nach der Corona-Zwangspause die gerade wieder geöffneten Lokalitäten in der Altstadt wegen einer Straßensanierung nicht erreichbar sein sollten, stieß an vielen Stellen auf Unverständnis.

Der Roggenmarkt in Lünen ist ausgefahren, weist Schlaglöcher und Spurrillen auf. Die Stadt will ihn sanieren, das alte Pflaster aber wiederverwenden, so dass der Charakter der Altstadt-Straße erhalten bleibt.

Der Roggenmarkt in Lünen ist ausgefahren, weist Schlaglöcher und Spurrillen auf. Die Stadt will ihn sanieren, das alte Pflaster aber wiederverwenden, so dass der Charakter der Altstadt-Straße erhalten bleibt. © Tatenhorst

Arbeiten erst im Juli

Doch so schlimm, wie es die ersten Informationen vermuten ließen, wird es nicht - und zudem haben die Bauarbeiten auch entgegen der städtischen Ankündigung vom 26. Mai nicht am Folgetag, 27. Mai, begonnen, sondern werden es erst am 27. Juli - frühestens. Denn: Die für die Sanierung benötigten Steine sind noch gar nicht geliefert worden.

Asia-Imbiss Bambus jederzeit erreichbar

Am Dienstag hatte die Stadt Lünen mitgeteilt, dass ab Mittwoch die Straße Roggenmarkt zwischen dem Abzweig Kurze Straße und der Bäckerstraße wegen Bauarbeiten voll gesperrt werden würde. Grund dafür sei eine Erneuerung der Pflasterfläche. Betroffen wäre davon vor allem der Asia-Imbiss Bambus gewesen, der in der Straße sein Ladenlokal mit Lieferservice betreibt. „Drei Monate Corona, drei Wochen Straßensperrung, dann wäre ich fertig“, sagte Inhaberin Thi Nguyen am Donnerstag (28.) vor Ort - doch da schon wieder lachend, denn da war längst klar: Trotz Bauarbeiten wird ihre Gastronomie fußläufig zu jeder Zeit erreichbar sein.

Und bis Juli, wenn die Arbeiten frühestens beginnen können, wird sie sich auch etwas für den Lieferservice überlegt haben. Denn für den benötigt sie den Hinterhof - und dessen Zufahrt wird im Rahmen der Sperrung ein paar Tage lang nicht nutzbar sein. Doch in Absprache mit den Bauarbeitern, so versicherte Straßenbauamtsleiter Hendrik Lütke Brintrup der Gastronomin, sei Vieles möglich, um den Lieferwagen von vorne zu beladen.

Maßnahme wird kritisch hinterfragt, ist aber notwendig

Im Internet hatten etliche Nutzer die Straßensanierungsmaßnahme kritisch hinterfragt. Das Pflaster sei seit eh und je krumm und schief und hätte in der Altstadt seinen Charme, verurteilte ein Leser die geplanten Arbeiten gar als Geldverschwendung. Doch die Maßnahme, so versichert Lütke Brintrup, sei notwendig.

Straßenbauamtsleiter Hendrik Lütke Brintrup zeigt, wo sich in der Straße Kuhlen bildeten.

Straßenbauamtsleiter Hendrik Lütke Brintrup zeigt, wo sich in der Straße Kuhlen bildeten. © Tatenhorst

In der ausgefahrenen Straße läuft das Wasser nicht mehr ab. Vor den Sinkkästen haben sich große Kuhlen gebildet. „Es bilden sich Pfützen“, erklärt Lütke Brintrup. Und darüberhinaus laufen tief liegende Autos Gefahr, aufzusetzen. „Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht“, erklärt Lütke Brintrup, „und wären zumindest anteilig an einer Schadenbeseitigung beteiligt.“ Die Stadt hat daher keine andere Möglichkeit, als das vorhandene Pflaster aufzunehmen, den Untergrund mit Schotter und feiner gekörntem Material zu erneuern und das alte Pflaster wieder zu verlegen. Der Aufwand dafür halte sich Grenzen - und auch die Belastung der Anwohner.

Steine haben Lieferzeit

Doch ein paar Steine müssen erneuert werden. Dazu soll zwar das an der Stadthausstraße bei Thalia vor einiger Zeit aufgenommene Pflaster am Roggenmarkt eine neue Verwendung finden, doch diese Steine werden nicht reichen. Neue, auf abgefahren getrimmte Steine wurden bestellt. Doch die haben Lieferzeit bis Ende Juli. Das verzögert die Arbeiten. Erneuert wird im Kern jedoch nur die Fahrbahn, die Straßenränder bleiben jenseits der Gosse weitestgehend unberührt. Höchstens partiell werden ein paar Stellen ausgebessert. Das gewährleistet, dass die Häuser, und das Bambus, jederzeit fußläufig erreichbar sind.

Unterteilt ist die Baumaßnahme in zwei Abschnitte, so dass auch der Notausgang von P&C jederzeit nutzbar ist. Für jeden Bauabschnitt sind zwei bis zweieinhalb Wochen Bauzeit geplant.

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