Baustelle Lünen-Süd: Autofahrer ignorieren rote Ampel an der Sedanstraße

rnVerkehrschaos

Gleich mehrere Baustellen strapazieren derzeit die Nerven der Autofahrer in Lünen-Süd. Einige verlieren dort auch ihre Nerven - und überfahren eine rote Ampel für eine verbotene Umleitung.

Lünen

, 01.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit vergangener Woche herrscht aufgrund der Sanierung der Bebelstraße Chaos in Lünen-Süd: Die Straße selbst ist nur halbseitig befahrbar, die Umleitung führt über die ebenfalls nur einspurige Kanalbrücke in Gahmen. Die Seitenstraßen der Bebelstraße sind für den Durchgangsverkehr explizit gesperrt.

Doch das scheint nicht jeden zu interessieren, wie Jürgen Gorniak bemerkt hat. Er wohnt in der Sedanstraße, die ebenfalls für den Durchgangsverkehr gesperrt ist - mit einer Ausnahme: Die Linienbusse dürfen die Sedanstraße als Umleitung nutzen. Zu diesem Zweck hat die Stadt Lünen dort eine Baustellenampel aufgestellt, die permanent „Rot“ zeigt - es sei denn, ein Busfahrer fordert auf Knopfdruck das grüne Signal an. „Nach der Ampel steht dann ein ,Durchfahrt verboten‘-Schild“, so Jürgen Gorniak. Denn Autos sollen hier, mit Ausnahme der Anwohner, nicht passieren.

Doch: „An dieser Ampel fahren dauernd Pkw bei Rot“, hat der genervte Anwohner beobachtet. Allein am Freitagmorgen (28. August) seien es mehr als 50 Fahrer gewesen, die trotz roter Ampel und Verbotsschild die Sedanstraße als Umleitung nutzten. Gorniak wandte sich an die Polizei, doch die konnte nichts tun: „Es hieß, dass man niemanden für die Kontrolle der roten Ampel abstellen könne“, sagt der Anwohner.

Verstoß kann weitreichende Folgen haben

Sinngemäß stimmt das auch, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann auf Anfrage: „Wir können nicht zwölf oder 24 Stunden lang eine Ampel beobachten.“ Allerdings nehme man den Hinweis von Jürgen Gorniak ernst und werde sich mit ihm vor Ort treffen, um die Situation zu analysieren. „So kann der Bürger seine Beobachtungen noch einmal schildern und im Gespräch gegebenenfalls Antworten und Einschätzungen erhalten.“

Grundsätzlich gilt an Baustellenampeln wie an jeder Ampel auch: Rotphasen sind zwingend einzuhalten, auch wenn sie länger dauern. „Eigener Zeitdruck hebt die Verkehrsregeln nicht auf“, so Bandermann. „Ein Verstoß kann weitreichende Folgen bis hin zum Entzug der Fahrerlaubnis haben.“ Das gelte auch für Lünen-Süd, wo es „aufgrund der Baustellenlage derzeit für Verkehrsteilnehmer anspruchsvoll“ sei, wie der Sprecher einräumt.

Auch die Stadt Lünen appelliert an die Autofahrer, Ruhe zu bewahren. „Mangelnde Disziplin und das Nichteinhalten von Regeln kommt gerade im Umfeld von Baustellen immer wieder vor“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. „Das ist aus Sicht der Stadt sehr ärgerlich, vor allem angesichts der Tatsache, dass sich trotz der Unannehmlichkeiten die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger an die Regeln hält. “ Die Stadt will die Bauarbeiten so schnell wie möglich durchziehen, Stand jetzt ist ab dem 7. September wieder freie Fahrt.

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